Bewertung: 5

Review: #7.15 Zuhause

Puh, es war echt keine spannende Angelegenheit, sich #7.15 Farewell Letter anzusehen. Den Ausgang der meisten Storys hat man schon nach den ersten fünf Minuten kommen sehen, obwohl man zwischenzeitlich wirklich gehofft hatte, die Autoren schlagen vielleicht doch einen originelleren und weniger vorhersehbaren Weg ein. Leider wartete man vergebens auf irgendeine überraschende Wendung.

Leaving is never easy. But the time comes, when we must move on. So we can let go of our past …


Erst mal der große Pluspunkt dieser Episode, und eigentlich das Einzige, das mich wirklich begeistern konnte. Wieder einmal war es Gabys Story, die toll geschrieben wurde und durch und durch interessant war. Generell muss gesagt werden, dass Gaby in dieser Staffel die mit besten Geschichten hat, was auch dringend nötig war, nachdem man dem Charakter mit der sechsten Staffel nicht gerade einen Gefallen getan hat. In dieser Folge hieß es für Gaby, sich endlich ihrer Vergangenheit zu stellen, weshalb sie und Carlos sich auf den Weg zu ihrem Heimatort in Texas machen. Schon in der letzten Folge wurde erneut deutlich, dass sie nach wie vor nicht mit den Geschehnissen aus ihrer Kindheit klarkommt und man kann es nur als gelungen bezeichnen, dass man, nach sieben Jahren, endlich das Übel an der Wurzel packt und das Ganze zu einem Art Abschluss bringt. Natürlich wird die ganze Story zunächst anders angegangen, denn in Texas verfällt Gaby nicht in Depressionen, sondern zunächst in Euphorie. Dort ist sie nämlich ein gefeierter Star und wir Zuschauer bekamen stellenweise endlich mal wieder die erfolgsverwöhnte Gaby zu Gesicht, wie wir sie noch aus den ersten Staffeln kennen. Das ändert sich, als Gaby nach Jahren wieder auf die Nonne Marta trifft – und spätestens seit dem legendären Kirchenkampf mit Schwester Mary aus der Folge #2.13 Die Kunst des Krieges wissen wir, dass Gaby und Nonnen niemals beste Freunde werden. Wir Zuschauer erfahren, dass sich Gaby damals an die Nonne wandte und ihr von den Missbrauchsattacken ihres Stiefvaters erzählte – doch Schwester Marta schenkte ihr damals kein Glaube, weshalb Gaby ihr nach wie vor Schuldzuweisungen gibt. Die angespannten Szenen zwischen ihr und Marta waren daher wirklich gelungen ebenso wie der Wechsel von Witz zu Drama. Überhaupt gab es danach einige sehr bewegende Szenen, bei denen auch Carlos endlich mal wieder punkten konnte, der mir in der Vergangenheit immer unsympathischer wurde. Summa summarum bot Gabys Vergangenheitsbewältigung eine ausgewogene Mischung und überzeugte fast durchweg, wobei man an einigen emotionalen Stellen gerne noch ein wenig intensiver hätte rangehen können. Dennoch war Gabys Story der einzige wirkliche Lichtblick der Episode, denn der Rest lag einige Niveaupunkte drunter.

So we can be a good parent ...

Brees Story hätte wirklich gut werden können, wäre sie eben nicht so schrecklich vorhersehbar gewesen. Theoretisch hätte man schon nach #7.13 Die Puppe vorhersagen können, dass Keith früher oder später Bree wegen Amber und seines Sohnes verlassen wird; doch ich hatte wirklich die Hoffnung, man würde uns noch auf irgendeine Art und Weise überraschen. Dem war nicht so, was auch das Problem innerhalb der Folge war: Wie soll man etwas spannend und mitreißend finden, wenn man schon genau weiß, wie das Ganze enden wird? Um die Folge ein wenig zu füllen, verlieh man dem Zuschauer zwar noch einmal kurz das Gefühl, als entscheide sich Keith doch noch für Bree, aber letztendlich wusste man, dass es auf eine Trennung hinauslaufen wird. Nichtsdestotrotz war die letzte Szenen zwischen den beiden durchaus bewegend und es tut einem für Bree Leid, wieder sitzen gelassen zu werden. Denn offenbar tat ihr Keith gut und hat an einigen Stellen auch zu kleinen Veränderungen ihres Charakters geführt. Der Zuschauer hingegen wir den Abschied von Keith wohl verkraften können, denn einen wirklich bleibenden Eindruck haben er und seine Beziehung mit Bree nicht hinterlassen. Zu unspektakulär verlief deren gemeinsame Zeit und die beiden sorgten zwar immer mal für schöne Szenen, doch für keine, die einem im Gedächtnis bleiben werden. Ich zu meinem Teil werde in wenigen Wochen wohl schon vergessen haben, dass es Keith überhaupt gab. Stattdessen freue ich mich, dass nun eine neue Storyline auf Bree wartet und ich bin schon gespannt, was diesmal auf uns zukommt. Denn eigentlich ist Bree derjenige Charakter innerhalb der Serie, der fast durchweg interessante Geschichten auf den Leib geschrieben bekommt.

So we can leave our childhood …

Eigentlich war es ja eine wirklich herrliche Story, die Lynette in dieser Folge inne hatte. Während die meisten Mütter nahe am kollabieren sind, wenn sich ihre Kinder entscheiden, flügge zu werden, hat Lynette es satt und stößt ihre beiden Ältesten gnadenlos aus dem Nest. Doch statt ihre Flügel auszubreiten und loszufliegen, landen sie in einem anderen Nest. Genug der Metaphern: Lynette kickt die beiden Zwillinge aus dem Haus, mit der Hoffnung, sie finden endlich eine andere Bleibe, nur damit die Scavo-Zwillinge sich wenig später bei Karen einquartieren. Die Story bot allerhand witzige Szenen, vor allem dank Karen als zunächst gastfreundliche, wenig später jedoch verzweifelte Gastmutter. Ebenfalls herrlich waren Lynettes Versuche, ihre Söhne zur Eigenständigkeit zu überreden, ehe es wenig später wieder ein wenig einfühlsamer wurde. Nämlich dann, als Lynette klar wurde, dass sie selbst dafür verantwortlich ist, dass ihre Söhne so unselbstständig und verwöhnt sind. An sich hatte ich kein Problem mit Lynettes Storyline, die größtenteils überzeugen konnte. Mein Problem liegt eher am Umgang mit Lynette selbst, denn in dieser Staffel (und wir sind schon bald wieder am Ende der Staffel angelangt) gab es noch keine wirkliche episodenübergreifende Storyline für diesen Charakter. Hin und wieder lieferte man uns zwar Ansätze davon, wie etwa durch den Besuch ihrer Schwiegermutter oder der Hochzeit ihrer eigenen Mutter, aber auch diese fanden nach spätestens zwei Folgen ihren Abschluss und blieben somit relativ kurzweilig und belanglos. Genau deshalb bleibt mein Spaß auch begrenzt, denn Lynettes Storys können noch so sehr überzeugen, irgendwo bleibt eben immer der bittere Beigeschmack, dass man es nur mit einer Stand-Alone-Geschichte zu tun hatte.

Selbiges könnte man auch von Susan behaupten. Zwar hat sie durch ihren gesundheitlichen Zustand eine folgenübergreifende Handlung, allerdings bleibt auch hier immer ein bitterer Beigeschmack zurück. Denn nach wie vor kann man aus der Situation nicht wirklich spannende Geschichten herausholen, weshalb Susans Storys meistens im Mittelmaß versinken. Ignoriert man die Tatsache, dass die Idee an sich wirklich geschmacklos ist, war es sogar ganz witzig, Renée und Susan in dieser Episode als unmoralisches Pärchen zu beobachten, das Susans Zustand schamlos ausnutzt, um Privilegien zu ergattern. Aber durch den erneuten Zusammenbruch von Susan, den man bereits von Beginn an vorhergesehen hat, merkte man deutlich, wie gezwungen und auf welch billige Art und Weise man versucht hat, das Ganze letztendlich dann doch wieder dramatisch zu machen. Als ob Susans Zusammenbruch Schlimmes zu bedeuten hätte, denn Susan ist ein Hauptcharakter, sodass man sowieso davon ausgesehen kann, dass ihr nichts zustößt. Daher war auch diese Storyline nichts weiter, als eine belanglose Stand-Alone-Nummer.

Yes, leaving is never easy. Especially for those, who have nowhere else to go.

Letztendlich belanglos waren auch die ganzen Szenen zwischen Paul und Zach, von denen man sich hätte mehr erhoffen können. Die Szenen liefen praktisch genau so ab, wie man sie erwartet hatte: es gab auf der einen Seite die Szenen, in denen Paul seinen Sohn fertig macht, auf der anderen Seiten diejenigen, in denen Zach seinen Vater für sein missratenes Leben verantwortlich macht. Insgesamt also eine handvoll konfliktgeladene Momente, die aber recht spannungsarm verliefen und im Endeffekt auch nur den Zweck erfüllten, Paul nun noch bemitleidenswerter und armseliger aussehen zu lassen, als sowieso schon. Zudem nervte Zach recht schnell wieder, weshalb ich es auch nicht weiter schlimm finde, dass Zachs Rückkehr offenbar nur ein kurzes Gastspiel war, aus dem man viel mehr hätte rausholen können.

Weitaus interessanter war dann schon Pauls Entwicklung, besonders nachdem Zach ihm ins Gesicht sagte, niemanden könne ihn jemals lieben. Daraus resultierte dann auch die letzte Szene der Folge, als Paul Beth klarmacht, dass er weiß, dass sie Felicias Tochter ist. Wahrscheinlich wird er doch noch irgendwo die Hoffnung gehabt haben, Beth könne tatsächlich Gefühle für ihn haben, doch Zachs Aussage wird diesen Gedanken wohl endgültig beseitigt haben. Umso tragischer wird das Ganze, wenn man bedenkt, dass er damit sehr falsch liegt: Tatsächlich ist eigentlich gerade Beth diejenige, die Paul wirklich liebt, weshalb ich sehr viel Mitleid für Beth übrig hatte, als diese von Paul vor die Tür gesetzt wurde. Zu gerne würde ich es ja sehen, wie Paul zur Einsicht kommt, dass Beth theoretisch exakt der Mensch ist, den er braucht. Nicht weil ich unbedingt auf ein Happy End aus bin, aber weil ich Emily Bergl einfach noch ein wenig in der Serie sehen will.

Fazit


Die meistens Storys, die in #7.15 Farewell Letter thematisiert wurden, waren nicht unbedingt uninteressant, aber dafür einfach viel zu vorhersehbar inszeniert. Demnach hielt sich der Spannungsfaktor der gesamten Folge extrem in Grenzen, womit die Episode nur durch Gabys Storyline zu überzeugen wusste, die insgesamt wirklich gelungen war.

Manuel H. - myFanbase

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