Bewertung: 8

Review: #2.22 Wünsch dir Was

Foto: Holly Marie Combs, Shannen Doherty & Alyssa Milano, Charmed - Copyright: Paramount Pictures
Holly Marie Combs, Shannen Doherty & Alyssa Milano, Charmed
© Paramount Pictures

Die zweite Staffel von Charmed neigt sich nun dem Ende zu. Nachdem schon die vorherige Episode #2.21 Die Reiter der Apokalypse sehr viel Spannung enthielt und als Finalfolge super gepasst hätte, stellt sich nun die Frage, was uns im eigentlichen Finale geboten wird. Das ist kurz gefasst mehr als es zu Beginn den Anschein hat. Die Folge steht jedoch mehr für sich, spiegelt aber in gelungener Weise den Gesamteindruck der zweiten Staffel wieder.

Durch die Einführung des Rat des Bösen, nämlich die Triade, und der Beendigung der großen Dan Gordon-Storyline, erfüllt die Finalfolge dennoch die entscheidenden Punkte. Ein Finale hat nämlich meines Erachtens nach immer die Aufgabe, den gespannten roten Faden zu einem zufriedenstellenden Abschluss zu bringen. Und gleichzeitig interessante Weichen für die kommende Staffel(n) zu legen.

Dschinn, der Drachendämon und die Aufgabe die Halliwell-Schwestern zu vernichten

Interessant im Nachhinein zu betrachten ist die Tatsache, wie man hier relativ einheitlich den Humor und zum Ende hin die Spannung und die Emotionen gebündelt zur Geltung bringt. Der Dschinn als Flaschengeist ist eine absolut amüsante Angelegenheit. Der Gastdarsteller French Stewart verkörpert diesen auf sehr charmante und witzige Weise. Er wirkt einem sofort sympathisch und in keiner Sekunde nimmt man ihn als Bedrohung wahr. So unterschätzt man die Situation mit dem Dschinn total, der den Auftrag hat, mittels Wünsche die Hexen zu töten. Genau genommen erfolgt dies durch die Konsequenzen der Wünsche selbst. Und besonders die Wünsche sind es, die viel Aufruhr verursachen und sämtliche erinnerungswürdige, humorvolle Szenen mit sich bringen. Die Tricks, die der Dschinn drauf hat, um die Schwestern in die Falle zu locken, sind zudem einsame Spitze. Anfangs sind sich alle Drei sicher, dass ihnen der Dschinn keinen Wunsch entlocken wird und dennoch überlistetet er sie nach und nach. Da ich die Idee mit den Wünschen und die Umsetzung einfach genial empfinde, möchte ich kurz speziell im Detail darauf eingehen:

Prues Wunsch verliebt zu sein, wie einst zu Teenagerjahren:
Die älteste Halliwell-Schwester zwingt sich zu einem Date mit dem langweiligen Kerl namens Dick. Eigentlich hat sie null Bock auf ihn, dennoch tut sie es. Da denke ich mir wieder, hätte sie doch lieber den coolen, lustigen Jack angerufen. Den sympathischen Kerl, welchen wir in #2.06 Der Auserwählte kennenlernen durften. Sie hat jedoch in #2.12 Fieber Lebewohl gesagt aufgrund unterschiedlicher Interessen. Ok vielleicht hat er sie mittlerweile schon längst vergessen. Prue hätte jedoch auch Bane im Gefängnis besuchen oder sich einfach mit einem interessanteren Typen verabreden können. Nein, sie zwingt sich lieber mit der Schlaftablette Dick zum gemeinsamen Dinner. Dick wird von Prue ungesehen vom Flaschengeist besetzt, welcher ihren unbedacht geäußerten Wunsch entgegen nimmt und Prue zurück als Teenager-Göre verwandelt. Als wäre das Hormonkarussell und ihr rebellisches Teenager-Getue nicht schon genug, verliert Prue dabei auch noch ihre starken magischen Kräfte. Ziemlich üble Sache, aber auch eine sehr lustige. Prue, die dann ihren eigentlich jüngeren Schwestern auf die Nerven geht und Modeschau macht, bringt mich immer wieder zum Lachen.

Pipers Wunsch, dass Dan endlich ein neues Kapitel aufschlägt und von ihr loslässt:
Erneut ist der Dschinn am richtigen Platz als sich Piper und Leo im P3 mit Dan rumschlagen müssen. Genau genommen zieht sich Leo zurück, während Piper sich mit Dans Äußerungen zur Situation auseinander setzen muss. Seit er ab #2.14 Verflucht in alle Ewigkeit über Leo verdächtige Informationen herausgefunden hatte, ist er natürlich sehr verwundert darüber, dass Piper weiterhin an ihm festhält. Ich denke Dan fühlt sich hier sehr betrogen und nicht ernst genommen. Selbst nach der Trennung von Piper sah er sich als ihr Freund an. Er wollte sie beschützen und warnen. Doch nun findet er Piper vergnügt mit Leo vor und ist sichtlich darüber verärgert. Piper deutet die Situation richtig und fühlt sich Dan gegenüber irgendwie schuldig und wünscht dann, dass dieser ein neues Kapitel aufschlägt, um sie hinter sich zu lassen. Ein nobler Wunsch, der allen hilft, sollte man meinen. Doch bei der Umsetzung selbst läuft alles schief. Der Dschinn verwandelt Dan in einen sehr alten Mann, der droht aufgrund von Altersschwäche zu sterben. Und für Piper tritt genau die Situation ein, vor der sie sich immer fürchtete. Nämlich, dass ihre wahre Identität Dan zum Verhängnis wird.

Phoebes Wunsch, eine aktive Kraft zu besitzen:
Ich hoffe, dass dieses Thema bald gegessen ist. Ich meine damit Phoebes schon sehr lange andauernder Wunsch, aktive magische Kräfte zu besitzen. Die Visionen sind doch toll und damit hat sie schon einigen aus der Patsche geholfen. Der Dschinn verwickelt sie da aber auch ganz schön fies und unbedacht in das Gespräch. Die arme Phoebe hat bei einem Dämonenangriff daneben geschlagen und ihren Fuß verletzt. Als der Flaschengeist sie darauf anspricht und auf ihre Abwehrtaktik, da äußert sie aus Versehen, dass sie gerne eine aktive Kraft habe. Und siehe da, wenige Sekunden später besitzt sie diese nun. Sie kann Fliegen und das aber nicht besonders gut. Die Effekte sind zwar ausbaufähig, dabei aber dennoch besser umgesetzt als von mir erwartet. Lachen musste ich bei Phoebes erster Landung, die durch das Dachbodenfenster erfolgte. Außerdem als Darryl aufgeregt bei den Halliwells anruft, da er nun eine fliegende Frau finden müsse. Jawohl der gute, coole Darryl hat es schon nicht einfach mit den Halliwell-Schwestern. Doch wenigstens tappt er seit #2.09 Zwischen Himmel und Hölle nicht mehr völlig im Dunkeln und weiß über die Magie der Halliwells Bescheid. Ich hoffe sehr, dass wir noch sehr viel Darryl in der/den nächsten Staffel(n) zu sehen bekommen. Er tut der Serie mit seiner coolen Art einfach gut.

So, nochmals zurück zum Dschinn. Dieser ist, wie es sich hier im Verlauf zeigt, in erster Linie daran interessiert, freizukommen. Ewig in der Flasche als Geist zu leben gefällt ihm nicht. Er will das wahre Leben sprichwörtlich kosten und tut alles dafür. Er hat nicht nur die Halliwells in eine schwierige Lage damit gebracht, sondern auch den Drachendämon so richtig wütend werden lassen. Dem hat er nämlich die magische Kraft des Fliegens gestohlen, damit sie an Phoebe überging. Doch nach all den vielen witzigen Szenen, dem flockigen Humor und viel Schmunzeln wendet sich nun das Blatt. Der Dschinn klärt die böse Runde darüber auf, dass Prue aktuell keine magischen Kräfte habe und der Kampf geht ab dann erst richtig los. Mir gefällt äußert gut, welche Reaktionen der Drachendämon von sich gibt. Er heckt geschickt einen Plan aus und zeigt kein Zögern und auch keine Skrupel. Somit verpasst er der Finalfolge den notwendigen Spannungsschub. Prue in der Teenagerversion gerät in seine Fängen und während Piper und Phoebe sie retten wollen, sticht der Drachendämon eiskalt zu. Beinahe hätte er auch noch Phoebe getötet, doch Piper reißt sich im letzten Moment noch los, um den Dschinn und Drachendämon erstarren zu lassen. Doch für Prue ist es zu spät und sie ist tot. Schon wieder hat es Prue getroffen, dachte ich mir. Aber in dieser Story die logischste Konsequenz, da sie ja ohne Zauberkraft ist. Man ahnt zwar, dass noch ein gutes Ende folgen wird. Dennoch sind die Szenen in denen Prue nicht geheilt werden kann und Piper und Phoebe verzweifelt sind sehr spannend und emotional inszeniert. Dank Phoebes Vision und Dschinns Einsicht, zu sehr dem Bösen geholfen zu haben, kann letztendlich Prue gerettet werden. Hier sieht man dann, dass der Dschinn sehr entscheidend für den weiteren Verlauf ist. Ohne ihn wäre die Macht der Drei nun zerbrochen und das Happy-End zum Staffelende ausgeblieben.

Dan entdeckt die wahre Identität von Piper und Leo

Der große Handlungsbogen um das (Liebes)-Dreieck zwischen Dan, Piper und Leo wird nun abgeschlossen. Ganz ehrlich: Anders als von mir zuvor erwartet, da ich nicht dachte, dass Dan so traurig verabschiedet wird. Wenn man es genau betrachtet wurde somit Piper recht gegeben, die stets ihr Hexen-Geheimnis vor ihm verborgen hatte. Außerdem wurde bestätigt, dass Piper mit Dan niemals den Partner an die Seite gewonnen hätte, mit dem sie glücklich geworden wäre. Hätte Piper sich nicht endgültig für Leo entschieden, sondern wäre bei Dan geblieben, dann hätte sie früher oder später wohl ein blaues Wunder erlebt. Nämlich die Feststellung, dass er sich mit ihrer magischen Identität niemals hätte abfinden können. Anders wie noch bei Andy Trudeau merkt man hier deutlich, dass Dan nicht mal dazu bereit ist. Nicht mal annähernd. Er geht sofort auf Abstand und will von den Halliwells und Leo nichts mehr wissen. Da ist es gut, dass Piper am Ende noch den Wunsch erneut ausspricht, dass Dan ein neues Kapitel in seinem Leben aufschlägt. Diesmal läuft es ohne Nebenwirkungen ab und Dan zieht weg.

Fazit

Durch den Dschinn hat die Finalfolge sehr viele humorvolle Szenen parat, die in Erinnerung bleiben. Die umgesetzten Wünsche machen die Folge zu einer besonderen. Und durch den Drachendämon, der skrupellos agiert und beinahe alle Halliwell-Schwestern tötet, gibt es einen hohen Spannungsverlauf im Hauptplot. Der Nebenplot mit dem emotionalen Abschluss in Bezug auf die Dan-Situation, kann ebenso punkten. Dennoch fehlte mir das gewisse Etwas, die sogenannte Krone, die mich dazu veranlassen würde, alle Punkte zu vergeben. Es ist ein recht gutes Finale, aber kein absolut brilliantes.

Am Ende bleibt ein kleiner Cliffhanger mit Pipers und Leos Abflug in den Himmel zurück. Zudem die spannende Ausgangslage, was der Rat des Bösen für weitere Anschläge auf die Drei planen wird?

Samuel W. - myFanbase

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