Bewertung

Review: #8.04 Muskets, Liberty, and Sauerkraut

Foto: Charles Vandervaart, Outlander - Copyright: 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television
Charles Vandervaart, Outlander
© 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television

Wieder haben wir es mit einer eher langsamen "Outlander"-Episode zu tun und wieder bedeutet das nichts Schlechtes. Wieder besinnt man sich auf alte Fakten und wieder tragen diese ihre weitreichende Bedeutung von der Vergangenheit in die Gegenwart. Was die Handlung an sich betrifft, funktioniert diese Episode sehr gut, doch man fragt sich, ob man auf halbem Weg durch die finale Staffel nun nicht endlich einen Punkt erreichen sollte, wo sich alles etwas mehr bündelt und wo diese Drama-Serie ihr volles Potential ausschöpft.

"Grass combing son of a buggering sod!"

Es ist wieder einmal soweit und wo die Frasers und die MacKenzies gerade erst zueinander gefunden haben, trennen sich nun ihre Wege. Auf Frasers Ridge verbleibt Claire, die gemeinsam mit Fanny den wohl unaufregendsten Teil der Geschichte verkörpert und damit den Schwachpunkt der Episode darstellt. Zuletzt kritisierte ich noch den Vertrauensvorschuss in Bezug auf die Faith-Storyline, den die Autoren von uns erwarten und der zuletzt in der magischen Rettung eines Babys durch Claire gipfelte. Dieses Ereignis findet in #8.04 Muskets, Liberty and Sauerkraut keinerlei Erwähnung, was wirklich schwach ist, angesichts der Tatsache, dass dieses Handlungselement uns nun schon seit #7.16 A Hundred Thousand Angels begleitet. Abgesehen davon wage ich zu behaupten, dass Caitriona Balfes Claire von den Hauptcharakteren in dieser Episode den geringsten Beitrag leistete. Ich hoffe sehr, dass sich dieses Ungleichgewicht in der zweiten Staffelhälfte wieder regeln wird, da Claire einfach zu so viel mehr fähig ist, als bissige Witze mit Elspeth Cunningham auszutauschen.

Eine Überleitung, die recht gut funktioniert, ist in diesem Zusammenhang der Zweifel, den man Elspeth entgegenbringt und der ähnlich stark ist wie der, mit dem man Amaranthus betrachtet. Beides sind Figuren, die man nur schwer einschätzen kann und die durch ihre Taten und ihre Hintergrundgeschichte erstaunlich unberechenbar sind. Wer kennt nicht das Gefühl, wenn man beim Kennenlernen mit einer Person, diese sofort in eine Schublade steckt. Beide, Amaranthus und Elspeth, hätte man problemlos in "nicht vertrauenswürdig" einsortiert, doch die Aufrichtigkeit, mit der sie einem manchmal begegnen, lässt an diesen ersten Impuls zweifeln. Gleichzeitig unterstreichen die Taten beiden aber auch, dass man sich nicht vollends auf sie einlassen will. Bei Elspeth ist es ihre Verbindung zu Charles Cunningham, bei Amaranthus ihre forsche Art William gegenüber, die uns daran zweifeln lassen, ob sie am Ende auf der Seite der Frasers oder auf der ihrer Feinde stehen werden.

Wo man nach dieser Episode wunderbar Vergleiche zwischen Elspeth und Amaranthus heranziehen kann, gelingt es ebenso geschickt, die Unterschiede zwischen Fergus und William herauszuarbeiten. Während der eine sich hartnäckig weigert, seinen Vater anzuerkennen, wird der andere mit seiner wahren Abstammung konfrontiert und weigert sich nicht weniger hartnäckig, seinen Ziehvater abzuerkennen. Mir gefällt die Dynamik, die hier erschaffen wird, da sie Jamie als Vaterfigur wieder in den Fokus rückt. Ein guter Vermittler in Williams Fall ist dabei Brianna. Zwar kommt es nur zu einem kurzen Gespräch zwischen ihr und William, doch der Grundstein ist somit gelegt. Es freut mich sehr, dass William durch seine Schwester mehr über seinen Vater erfahren kann, da er damit noch einmal eine ganz andere Perspektive auf Jamie erhält, die gleichzeitig seiner Situation sehr ähnlich ist. Indes fällt rückblickend negativ auf, dass Brianna nach ihrer Rückkehr ins 18. Jahrhundert noch keine Gelegenheit hatte, eine wirklich innige Szene mit ihren Eltern zu erleben und dass auch die Geschichte ihres liebevollen Willkommens auf Lallybroch im Jahr 1739 durch Jamies Vater nicht intensiv weitergetragen wurde. Und wo wir gerade bei 1739 sind: Buck ist zurück! Das ist wohl eine der größten Überraschungen der Episode. Leider fällt ihre Wirkung relativ klein aus, da er durch die Abwesenheit von Roger und Brianna nur halb so liebevoll begrüßt wird, wie es ihm zusteht.

Wie bereits angemerkt, gehen in dieser Episode die Figuren getrennte Wege. Auch Ian und Rachel schließen sich dem Strom der Abreisenden an. Es ist passend, dass man Ian auf einen Tripp zu den Mohawk schickt, nachdem man die Verbindung zu den Indianern die ganze Zeit über aufrechterhalten hat. Während ich das Gespräch zwischen Ian und Jamie in diesem Kontext sehr ergreifend fand, hat das abschließende Gebet die Stimmung in meinen Augen etwas abgeschwächt. Gern hätte man auf der Note, dass Ian seinen Onkel im Kampf unterstützen will, aufhören können, anstatt noch eine paar gälische (?) Worte Jamies einzubauen, in die keine der anderen Personen mit einstimmte.

Kommen wir zuletzt zu Roger. Ich könnte nicht erleichterter darüber sein, dass er nun endlich eine eigene Handlung erhält und dass diese auch mit Konsequenzen aus Staffel 7 gespickt ist. Zu leicht wäre es gewesen, Jamies Austritt aus dem Militär einfach hinzunehmen und es ist wirklich passend, dass eben dieser Schritt – den Jamie damals für Claire tat – ihm nun einen Strich durch die Rechnung macht, da das Militär ihm nicht mehr traut und ihn nicht unterstützen will. Es macht den sich anbahnenden Krieg in North Carolina wieder eine Ecke spannender und durch Rogers Kriegsdienst in Savannah auch nochmal persönlicher.

Kurze Eindrücke

  • Diana Gabaldon muss wirklich weit im Voraus geplant haben, da es einfach kein Zufall sein kann, dass das erste Kind von Fergus und Marsali Germain heißt.
  • Wie schön wäre es, wenn Fergus in Anbetracht der neuesten Entdeckungen durch die Linie der Beauchamps tatsächlich mit Claire verwandt wäre.
  • Zu einem haarigen Thema: Ian trägt die Haare nun seit einer Weile offen und nicht länger zu Zöpfen geflochten. Roger setzt indes auf Dreitagebart. Mit beiden Veränderungen kann ich mich nur schwer anfreunden.
  • Gern hätte ich mehr von Marsali und Fergus gesehen, sie sind ein gutes Team.
  • Ich hätte erwartet, dass Percys Absichten um einiges zwielichtiger sind.
  • Amaranthus' Aussage an William, dass der Titel eher die Beschreibung einer Person ist, im Gegensatz zu ihrer Verkörperung, hat mir sehr gut gefallen. Ausgehebelt wurde dieser schöne Moment aber durch ihren Vorschlag, einen Erben für Helwater mit William zu zeugen.

Fazit

Es ist eine charakterlich starke Episode, da viele Parallelen zwischen den Figuren aufgezeigt werden. Fragwürdig bleibt aber, ob man trotz der vielen Geschehnisse innerhalb der weniger verbliebenen Episoden zu einem runden Ende kommen kann.

Marie Müller - myFanbase

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