Review: #8.05 Send for the Devil

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Die letzten beiden Episoden waren die Ruhe vor dem Sturm und bauten die Spannung bis zu diesem Punkt wunderbar auf. In #8.05 Send for the Devil brodelt es nun gewaltig und es ist einfach herrlich, wie gut es sich anfühlt, dass das Blut endlich wieder in Wallungen gerät.
"Tonight I need the devil on my side."
Den eindrucksvollsten Teil der Episode macht die sich anbahnende Konfrontation zwischen Jamie und Charles aus und man versteht sich gekonnt darauf, gleich ab der ersten Szene Druck mit diesem Handlungsstrang auszuüben, die Angst zu schüren und die Bedrohlichkeit der Situation zu untermalen. Das Gefühl von drohendem Unheil lässt einen die gesamte Zeit über nicht los und gibt der Episode damit ungemein viel Kraft. Gut gewählt sind auch die unterschiedlichen Standpunkte Jamies und Charlesˈ. Beide verfügen über das theoretische Wissen, wann unter ihr Leben ein Schlussstrich gezogen wird und beiden gibt das ein Gefühl der Überlegenheit, doch wo Charles selbstsicher wirkt, wird Jamie von Wut getrieben. Beide glauben, dass Schicksal auf ihrer Seite zu haben und erst im finalen Moment, als Jamie sich nach einem erbitterten Kampf dem mit einer Pistole bewaffneten Charles gegenübersieht, schlägt die Sicherheit um und mündet in einem Moment des Zweifelns. Während beim Zuschauen in dieser Szene kurz die Panik aufsteigt, sinkt man erleichtert zurück in den Sessel, als Buck den rettenden Schuss auf Charles abfeuert. Diese stimmungsgeladene Atmosphäre wird zusätzlich durch das sich anbahnende Gewitter und das Aufeinandertreffen von Claire und Elspeth untermalt. Auch von den beiden Frauen geht unheimlich viel Energie aus und das ohne, dass die beiden eine direkte Bedrohung aufeinander ausüben.
Als Charles auf Claires Operationstisch landet, könnte man meinen, dass die Spannung der Episode nun schlagartig verpufft. Doch dies ist nicht der Fall, da man sie mit den anderen Handlungssträngen weiterhin hoch halten kann, denn mit den Szenen um Roger gibt es ein zweites Schlachtfeld. Man hat hier, genau wie bei Jamie, das tief verwurzelte Gefühl von Sicherheit, was diese Figur betrifft, doch nur, weil jemand sicher nicht sterben wird, bedeutet das nicht, dass ihm nicht furchtbare Dinge widerfahren können. Dass Roger – dessen Figur nun endlich einmal nicht am nur am Rande des Geschehens steht – nicht plötzlich in einen fähigen Soldaten verwandelt wird, ist gerechtfertigt und so schildet man den Kampf um Savannah auf eine Weise, die Roger und seine Fähigkeiten herausarbeitet.
Während man das Bangen um Roger als zweiten Spannungsbringer einbaut, setzt man auch einen emotionalen Fokus, der dieser gewalttätigen Episode den nötigen gefühlvollen Einschlag gibt und sie damit gekonnt abrundet. Als emotionaler Anker dient William, der sowohl in der Unterhaltung mit Brianna als auch in der mit Amaranthus brilliert. #8.04 Muskets, Liberty and Sauerkraut legte bereits die Basis für Williams Gespräch mit Brianna, in dem er entdeckt, dass sie ganz ähnliche Erfahrungen gemacht hat, als sie erfuhr, dass Jamie ihr Vater ist. Man nutzt die Parallele geschickt, versteht sich aber gleichzeitig darauf, nicht zu viel Druck auf William auszuüben. Dass ein intensiveres Kennenlernen von Jamie der Knackpunkt sein kann, der Williams seine Existenzkrise überwinden lassen kann, ist ein sanfter Fingerzeig, dem William nachgehen kann, wenn er selbst dazu bereit ist. Neben diesen einfühlsamen Geschwister-Momenten wirft Williams Beziehung zu Amaranthus weiterhin Fragen auf. Wieder weiß man nicht, wie man ihre Motive einordnen soll und wieder zweifelt man an ihrer Ehrlichkeit. Es sind kleine Dinge, wie ihr wissendes Lächeln, als sie im Dunkeln im Garten sitzt und Williams Schritte auf sich zu kommen hört oder wie sie ihm vorschlägt, erst einmal Spaß miteinander zu haben, bevor sie heiraten, die Amaranthus so suspekt erscheinen lassen. Sie wirkt, als wäre sie bereits drei Schritte in der Planung voraus und schafft es dennoch, in William nur gute Gefühle hervorzurufen. Der Gipfel dieses Handlungsstranges voller Nervenkitzel ist die Enthüllung, dass Benjamin Grey noch am Leben ist und nun auf der Seite der Rebellen steht. Ja, für einen Loyalisten hat William wirklich ziemlich viele Freunde unter den Rebellen. Hier spiegeln sich Erleichterung über Benjamins Überleben und Entsetzen über die Bedeutung seiner Affäre mit Amaranthus kurz nacheinander in Williams Gesicht wider. Das schürt die Vorfreude auf die nächste Episode und lässt hoffen, dass Amaranthus dann endlich Farbe bekennen muss.
Kurze Eindrücke
- Wer hatte bei Christophes Worten je suis prest noch Gänsehaut? Es ist das Motto der Frasers und passt vortrefflich dazu, dass Jamie auf alle Eventualitäten vorbereitet war.
- Es gab in dieser Episode viele Verweise auf den Teufel, der am Ende in Gestalt von Benjamin Cleveland auf Frasers Ridge erscheint. Nun ist ein Bündnis wohl unausweichlich.
- Das neue Haus der Frasers ist gigantisch und wirkt in seinem spärlich möblierten Zustand unglaublich leer. Dieses Gefühl passt sehr gut dazu, dass in dieser bedrohlichen Situation alle Verbündeten – Brianna und Roger, Ian und Rachel, Fergus und Marsali – weit weg sind, wodurch sie Claire und Jamie nicht helfen können.
- Fanny hat wahrlich Claires Fähigkeiten als Heilerin geerbt.
- War es unbedingt nötig, dass Claire Charles wieder zusammenflickt? Ich hätte mich da eher an Buck orientiert und ihn einfach getötet.
- Das Auftauchen Bucks auf Frasers Ridge hatte ich bisher nur aus dem Blickwinkel der Wiedersehensfreude betrachtet. Erst als Claire und Jamie es erwähnten, erinnerte ich mich daran, dass die beiden Bucks Eltern auf dem Gewissen haben. Das sollten sie wirklich für sich behalten.
- Wie schön war das Wiedersehen mit Denzell Hunter! Leider fand der Aha-Moment mit Roger Off-Camera statt. Zu gern hätte ich gesehen, wie die beiden herausfanden, dass sie gemeinsame Bekannte haben.
Fazit
Mit ihren intensiven und spannungsgeladenen Szenen ist dies die bisher beste Episode der Staffel. Sie versteht es, vom ersten Moment an die Gefühle in Wallungen zu bringen und lässt einen entscheidenden Teil der Handlung hochgradig dramatisch gipfeln.
Marie Müller - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Send for the DevilErstausstrahlung (US): 03.04.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Niall MacCormick
Drehbuch: Luke Schelhaas
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