Bewertung

Review: #8.03 Abies Fraseri

Foto: Caitríona Balfe, Outlander - Copyright: 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television
Caitríona Balfe, Outlander
© 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television

Diese Episode kommt ruhiger daher als die vorangegangene. Sie legt das Gewicht auf Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind und nun Druck auf die Gegenwart ausüben.

"One can be tortured with the truth as well as a lie."

Ein großer Pluspunkt von #8.02 Prophecies war Williams zielstrebige Suche nach den Todesumständen von Benjamin, die in dem sicheren Verdacht endete, dass Benjamin noch am Leben ist. Ich konnte mich sehr gut auf diese Wendung der Geschichte einlassen und fühlte Williams innere Freude darüber, Benjamins Tod widerlegt zu haben. Doch die Autoren verstehen ihren Job und so schaffen sie es dieses Mal genau so leicht, uns wieder arg ins Zweifeln zu bringen. Johns Worte an seinen Ziehsohn haben Hand und Fuß. Sie sind nicht spottend und sie setzen auch nicht herab, was William in Erfahrung gebracht hat, doch sie bringen berechtigten Zweifel auf. Es gefällt mir gut, wie mühelos man diese Geschichte zu lenken weiß und wie überzeugend es gelingt, sich alle Möglichkeiten offen zu lassen. Ähnlich handhabt man auch Amaranthus, die genau so unergründlich scheint, wie das Schicksal Benjamins. Man gibt dieser Figur in dieser Episode mehr Tiefe, indem man ihre Familiengeschichte erläutert. Außerdem gibt man ihr viel Zeit mit William, durch die man sich nun fragt, inwieweit Amaranthus zu trauen ist. Bereits in #8.01 Soul of a Rebel gab es berechtigten Zweifel an der Wahrheit ihrer Aussagen und dass sie nun Zärtlichkeiten mit William austauscht, nährt die Bedenken bezüglich ihrer Aufrichtigkeit umso mehr. Diese Strategie kann man durchaus noch ein klein wenig weiterverfolgen, doch ich hoffe, dass wir bald eine Antwort darauf erhalten, was mit Benjamin geschehen ist, damit sich Williams Handlungsstrang zu dem der Frasers gesellen wird. Dass dies in greifbarer Nähe ist, bewirkt der Brief von John an Claire, in dem er darum bittet, Brianna für ein Portrait zu ihm zu schicken.

Die Gefahr auf Frasers Ridge wird immer greifbarer und ich muss sagen, dass es mir sehr gut gefällt, wie man die Bedrohung aufbaut. Es ist eine Sache, eine neue Figur ins Rennen zu schicken, die man eindeutig als "böse" abstempeln kann und so erledigt Benjamin Cleveland zwar durchaus seinen Job, doch die Idee dahinter ist nicht wirklich originell. Es ist jedoch eine ganz andere Sache, eine Gefahr aus den eigenen Reihen heraus zu kreieren. Auch dafür nutzt man mit Charles Cunningham ein neues Gesicht, doch obwohl wir ihn erst seit kurzem kennen, hat er sich auf Frasers Ridge bereits einen Namen gemacht. Er arbeitet in einer vermittelnden Stellung, durch die er mit vielen Menschen in Kontakt tritt, was ihm viel Einfluss verleiht. In der Konfrontation zwischen ihm und Jamie wird zudem eindeutig klar, dass Charles sich trotz seiner Enttarnung als aktives Mitglied der britischen Armee keineswegs in die Enge gedrängt fühlt. Er strotzt Kraft und Energie aus, ganz anders als Jamie in diesem Moment.

Zu Jamie muss man sagen, dass man ihn in dieser Episode von seiner schwachen Seite zeigt. Sein Licht wird durch Charles in den Schatten gerückt, seine Liebe zu Claire wird durch die Ängste, die Claires andere Ehemänner in ihm auslösen, auf die Probe gestellt. Es ist ungewöhnlich, Jamie unsicher, eifersüchtig und mit sich selbst unzufrieden zu sehen. Durch seine Ängste wird man indes weiter ermutigt zu spekulieren, was Frank mit seinem Buch bewirken wollte und ob es eine Möglichkeit gibt, die Geschichte zu verändern, damit Jamie nicht sterben muss.

Alles, was Faith betrifft, ist und bleibt ein Teil der Geschichte, der sich nicht leicht in das Gesamtbild einfügen lässt. Zaghaft versuchen uns die Autoren eine Möglichkeit aufzuzeigen, auf die Faith überlebt haben könnte, doch es sind alles nur Spekulationen, an die selbst Claire und Jamie nicht recht glauben können. Es stört dabei weniger, dass man hier mit dem Element der Magie spielt, denn da wir uns in einer Geschichte befinden, in der es möglich ist durch die Zeit zu reisen, könnte ich mich darauf durchaus einlassen. Zudem hat man im Verlauf der Serie schon öfter angedeutet, dass Claire von etwas Magischem umgeben ist. Was mich allerdings stört, ist der Vertrauensvorsprung, den die Autoren hier erwarten. Man zwingt uns förmlich ohne guten Grund hinzunehmen, dass man es zu irgendeinem Zeitpunkt schaffen wird, uns Faiths Überleben zu beweisen. Und so schön ich die Idee auch finde, dass Claire und Jamie mit Fanny ihre Enkelin aufwachsen sehen können, so rüttelt man beim Tod von Faith dann doch an einem sehr traumatischen Grundpfeiler der Geschichte. Ich weiß daher nicht, was ich von den zarten Versuchen der ziemlich löchrigen Erklärung um Faiths Überleben halten soll. Überzeugend ist jedenfalls etwas anderes.

Kurze Eindrücke

  • Die Szene zwischen Claire und Brianna war herrlich! Ich hätte nicht gedacht, dass Brianna so entspannt auf Claires Ehe und gemeinsame Nacht mit John reagiert.
  • Das Wiedersehen mit Percy Beauchamp kam recht überraschend. Scheinbar dient er nun als Verbindungsmann, um gleich zwei Wiedersehen in Gang zu setzen. Eines mit Captain Richardson damit sich Familie Grey an ihm rächen kann und eines mit Fergus, dessen Hintergrund noch etwas im Unklaren liegt.
  • Fanny gefällt mir sehr gut, doch man sollte ihr zukünftig mehr zu tun geben, als jede Situation mit einer Referenz zum Bordell auszustatten.
  • Wie schön war es mit anzusehen, wie Jamie sich um Fanny bemüht und auch Jane einen Platz auf Frasers Ridge erhält.
  • Wie wenig will man Roger eigentlich zu tun geben?

Fazit

Diese Episode gibt den angestoßenen Handlungen mehr Raum, sich zu entfalten, und sie zeigt neue Möglichkeiten auf, in welche Richtung sich die Geschichte nun entwickeln kann. Meist funktioniert dies ganz gut, doch die Erklärungsversuche rund um Faith stellen für mich eine größer werdende Schwachstelle dar.

Marie Müller - myFanbase

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