Bewertung: 5

Review: #11.04 Urteil

Foto: Norman Reedus, The Walking Dead - Copyright: Josh Stringer/AMC
Norman Reedus, The Walking Dead
© Josh Stringer/AMC

Diese Episode widmet sich ausschließlich Daryl, der von den Reapern gefangen genommen wird und auf seine Weise versucht, seinen Kopf zu retten. Die Reaper werden einem dabei deutlich näher gebracht, doch so richtig ernst nehmen will ich sie noch nicht.

Daryl und Leah

Durch einfaches Wegrennen kann Daryl den Reapern erst mal entkommen, nachdem sein Hund ihm geholfen hat. Der Hund ist es dann aber auch, bei dessen Suche Daryl letztlich gefangen wird. Dass er lediglich gefangen wird, hat er wohl auch Leah zu verdanken, die in dieser Episode überraschend auftaucht und nun Teil der Reaper-Familie ist. Es sind aber genügend Emotionen übrig, um Daryl nicht sich selbst zu überlassen. Die Foltermethoden haben dann aber schon "24 - Twenty Four"-Qualität und sollen wohl am besten zum Ausdruck bringen, dass die Reaper eine militärische Gruppe sind, die sich durchzusetzen weiß. Vielleicht erklärt das auch ihr relativ gelassenes Auftreten, dass mehr an Horrorfilme erinnert. Denn statt hier immer richtig zuzugreifen, geht es ihnen offenbar mehr darum, Präsenz zu zeigen und eine gewisse Ausweglosigkeit zum Ausdruck zu bringen. Nachvollziehen kann ich das nicht, wenn man hier mitbekommt, dass die Gruppe insgesamt äußerst klein ist. Der Angriff auf Maggie und Co. hat gefühlt bereits viel zu viele Verluste gebracht. Und neue Leute zu rekrutieren scheint auch nicht zu den Kernkompetenzen der Reaper zu gehören. Da muss dann schon jemand Bekanntes auftauchen wie Daryl, der Leah so weit beeindrucken und überzeugen kann, dass man ihm zu glauben beginnt. Dass Leah noch eine Rolle spielt, ist ein gelungener Schachzug der Autoren, weil es hier zu emotionalen Abhängigkeiten kommen kann. Das kann in dieser absurden Situation noch interessant sein, wobei ich mich vor allem frage, wie Leah reagieren wird, wenn sie erfährt, dass Daryl komplett gelogen hat.

Feuer

Anders als beim Commonwealth bekommen wir jetzt recht schnell tiefere Einblicke in die Strukturen der Reaper. Allerdings ist das nicht unbedingt etwas Gutes. Pope ist eine Art spiritueller Anführer, der um seine Kriegseinsätze sicherlich nicht zu beneiden ist, es aber dann doch etwas arg übertreibt mit der Bedeutung von Feuer. Dass er Leah quasi opfern würde, um herauszufinden, ob Daryl vertrauenswürdig ist, lässt genau so tief blicken wie das Ende, als Pope seinen Mitstreiter brutal in die Flammen drückt und sterben lässt. Beeindruckt hat er mich damit nicht. Vielmehr merkt man schnell, dass der Typ wirklich gefährlich ist, weil er unberechenbar ist. Dass Negan oder auch Alpha Mitglieder geopfert hat, war klar. Sie mussten Statements setzen vor ihrer großen Gefolgschaft. Aber was Pope hier vor fünf Leuten veranstaltet, ist einfach nur dumm und grausam und schafft keinen Respekt und schürt nur Angst. Spontan wüsste ich nicht, warum er mehr als zwei Episoden überleben sollte. Eigentlich liegt es auf der Hand, dass er viel zu viel zu sagen hat. Insofern bin ich mir fast sicher, dass hier noch einige Entdeckungen zu machen sind, denn die finale Staffel hat auf jeden Fall mehr verdient als diesen Spinner als "Endgegner"…

Fazit

So richtig mitreißen kann mich die Episode nicht. Daryl macht zwar eine gute Figur und ist geschickt in seinen Überlebensstrategien. Die Reaper haben aber in ihrer ganzen Art und Weise bisher noch nichts mitgebracht, was mir in Anbetracht früherer Gegner Sorgen bereiten würde. Die Gruppe scheint zu klein und zu verrückt und mit Daryl als internes Leck nicht so schwierig zu schlagen. Oder ist das nur ein kleiner Teil der eigentlichen Gegner?

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Emil Groth - myFanbase

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