Bewertung: 5

Review: #3.06 Ein Fenster zu einem leeren Raum

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Alberto Rosende & Dominic Sherwood, Shadowhunters
© Freeform/John Medland

Nachdem die letzte Episode von "Shadowhunters" schon nicht richtig punkten konnte, misslingt auch #3.06 Ein Fenster zu einem leeren Raum dieser Versuch. Vieles wirkt auch hier angestrengt und zu gewollt, sodass ich einige Male mit den Augen gerollt habe. Spannend war lediglich, dass nun auch Clary und Co. wissen, bei wem es sich um die Eule handelt.

Simon, der Schöpfer

In meiner Review zu #3.04 Lass dich belehren schrieb ich, dass Heidi für mich ein vielversprechender Charakter ist und es sah zu diesem Zeitpunkt tatsächlich so aus. Allerdings muss ich sagen, dass sich mit dieser Episode meine Eindrücke verändert haben. Ich konnte Heidis Rache an Raphael durchaus nachvollziehen, vor allem für das, was er ihr nur angetan hat, weil er ebenso ein Tageslichtler wie Simon werden wollte.

Der Schlüssel ist Simon, was mir bereits klar war. Was mir nicht klar war, war ihre Besessenheit auf ihn, denn Heidi hat so einen Narren an ihrem 'Schöpfer' gefressen, dass sie keine Konkurrentin neben sich duldet. Ehrlich gesagt macht mir so jemand immer besonders Angst. Gerade wenn dieser Jemand mit allen Mitteln versucht, an sein Ziel zu kommen. Und Heidi bildet da keine Ausnahme, nicht zuletzt, weil sie sich auch in Textnachrichten als Raphael ausgibt, um Simon zu sich zu locken. Zwar ist Heidi kein Tageslichtler, aber das macht sie in meinen Augen umso gefährlicher. Zumal sie auch sehr schlau dabei vorgeht, Simon zu beschatten. Nachdem er nicht den Namen seiner Freundin nennen wollte, war mir klar, dass Heidi, sobald es dunkel ist, sich auf die Suche macht, um diese zu finden und auszuschalten. Allerdings hatte Heidi die Falsche im Visier, was ebenfalls vorhersehbar war, nachdem man mitbekommen hat, dass Simon und Isabelle bei ihrer Umarmung beobachtet werden. Ich bin gespannt, was nun mit Heidi passieren wird, nachdem sie an die Praetor Lupus übergeben wurde, denn ich finde trotz allem, dass dieser Charakter Potenzial hat.

Die Enthüllung der Eule

Uns Zuschauern ist schon eine Weile bekannt, dass es sich bei der Eule um Jace handelt. Jetzt erfahren auch Clary und die anderen, dass ihr Freund und Bruder auch momentan ihr Feind ist. Trotz dieser interessanten Enthüllung muss ich sagen, dass mir vieles zu vorhersehbar gewesen ist und ich hin und wieder schon die Augen verdreht habe.

Nachdem Lilith bei Magnus aufgetaucht ist, um sich beim Entlieben von Clary und Jace helfen zu lassen, und nachdem Clary ein Stück ihrer Seele genommen worden ist, wartete ich darauf, wer und vor allem wann die Zusammenhänge erkannt werden. Allzu lange hat das gar nicht gedauert, denn Jace wird von Lilith wieder ins Institut geschickt, um sein 'Werk' zu vollenden und den letzten Jünger zu finden, um Jonathan auferstehen zu lassen. Es war eigentlich deutlich zu sehen, wie sehr sich Jace bemühen muss, sich normal zu geben und es ist erschreckend, dass weder Isabelle, noch Maryse oder gar Alec diesen Unterschied nicht bemerkt haben. Besonders enttäuscht bin ich hier von Alec, gerade weil er seit Beginn dieser Staffel immer wieder angemerkt hat, dass Jace sein Parabatei ist und er merken würde, wenn etwas nicht mit ihm stimmt. Doch wie man jetzt sehen konnte, hat er es nicht bemerkt, womöglich auch weil ihn seine eigenen Probleme momentan zu sehr beschäftigen.

Es ist schon fast ironisch, dass es Magnus war, der das Puzzle um die Enthüllung der Eule und dem seltsamen Verhalten von Jace zusammengefügt hat. Letztlich war er es ja, der dafür gesorgt hat, dass Lilith Jace von Clary entlieben konnte. Mal sehen, ob das Thema in einer der kommenden Episode nochmals erwähnt wird. Von dieser Ironie abgesehen, fand ich es sehr schön, mal gemeinsame Szenen zwischen Magnus und Clary zu haben, die man in den bisherigen Staffeln eher selten hatte. Zudem gefällt mir auch gut, dass Clary mit der Zeit gelernt hat, immer mehr auf die Feinheiten zu achten, sodass sie eigentlich die einzige gewesen ist, die bemerkt hat, dass mit Jace etwas nicht stimmt.

Durch diese jetzige Enthüllung könnte es jetzt umso interessanter werden, wie man nun mit den neuen Gegnern umgehen wird und auch Magnus könnte nun einen wichtigen Part bei dieser Mission einnehmen. Er ist schließlich der einzige, der den Dämon in Menschengestalt kennt. Auch bin ich heilfroh, dass sich meine Vermutungen bezüglich des letzten Jünger nicht bewahrheitet haben, denn ich hatte zunächst die böse Ahnung, Maryse könnte das nächste Opfer wäre. Das wäre zwar für den weiteren Verlauf interessant gewesen, aber hätte vielleicht auch dafür gesorgt, dass die Lightwood-Geschwister sich von Jace abwenden. Aus einem ähnlichen Grund bin ich auch froh, dass Charlie verschont worden ist, denn Isabelle hätte meiner Meinung nach wirklich Glück in der Liebe verdient. Allerdings frage ich mich auch, ob es das nun mit Ollie gewesen ist. Der Charakter hat zwar seit der Einführung nicht wirklich viel hergemacht, aber ich hätte schon gerne noch etwas mehr von ihr erfahren. Doch ich fürchte, dass wir dadurch, dass sie jetzt besessen ist, nicht mehr lange etwas von ihr haben werden.

Beziehungen der Lightwoods

Als Alec nicht gerade darüber erfreut war, dass er die Schatulle von Magnus mit Gegenständen seiner ehemaligen, bereits verstorbenen Partner gefunden hat, war ich mir sicher, dass uns diese Geschichte noch lange begleiten wird. Was ich nicht erwartet habe, dass man sie so lieblos so vorhersehbar gestalten wird. Mir war klar, dass Alec dieses Thema nicht ruhen lassen wird, was ich sehr schade und ehrlich gesagt auch nervig finde, denn damit provoziert er unnötiges Drama. Die beiden hatten es in der Vergangenheit wirklich schon schwer genug und ich hoffe sehr, dass es nicht noch irgendwann in einer Katastrophe endet, wobei ich mit dieser ehrlich gesagt schon in dieser Episode gerechnet hatte. Als sich Underhill kürzlich für seine Offenheit was seine Homosexualität angeht, bedankt hat, hatte ich zwar den Eindruck, dass er auf Alec steht, aber hatte mir nichts dabei gedacht. Doch diesmal schien er es regelrecht darauf abgesehen zu haben, Alec herum zu bekommen und ich bin froh, dass er es nicht zugelassen hat.

Anders könnte es hinsichtlich Beziehungsglück bei Maryse aussehen. Ich muss ja sagen, dass sie mir seit der Trennung von Robert deutlich sympathischer geworden ist und nachdem man erfahren hat, dass sie ihre Runen verlieren wird, tat sie mir sogar leid. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich Maryse ohne ihre Runen leer fühlt, denn mit ihnen hatte sie ja eine Aufgabe und fühlte sich gebraucht, was nun durch die Entrunung wegfällt. Aber Luke hat einen sehr guten Draht zu ihr und er kann genau das nachempfinden, was sie auch fühlt, da er seine Runen vor Jahren auch verloren hat. Überhaupt muss ich sagen, dass die beiden eine unglaublich tolle Chemie miteinander haben und ich mir wünschen würde, dass man mehr daraus macht.

Randnotizen

  • Ich war etwas schockiert, dass Maia die Sache mit Heidi nicht allzu ernst nahm. Zwar bewundere ich immer wieder ihre Stärke und dass sie sich nicht leicht Angst machen lässt, doch hier fand ich sie sehr unvorsichtig und naiv.
  • Die letzte Szene mit Jace, alias der Eule, hat mich ein klein wenig an "Star Wars" erinnert. Auch fand ich es vorher schon interessant, wie Lilith es schafft, dass die ausgewählten Jünger besessen werden.


Fazit

"Shadowhunters" war am Anfang dieser Staffel extrem stark, doch jetzt fährt man ein bisschen auf Sparflamme und auch diese Episode wirkte eher vorhersehbar, was sehr schade ist. Dennoch bleibt es rund um den Kampf mit der Eule nach wie vor spannend und ich hoffe, dass man den Großteil des Fokus zukünftig darauf legen wird.

Daniela S. - myFanbase

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