Bewertung: 7

Review: #7.07 Sex and the Widow

Foto: Chris Jackson & Nicole Ari Parker, And Just Like That... - Copyright: Craig Blankenhorn/HBO Max
Chris Jackson & Nicole Ari Parker, And Just Like That...
© Craig Blankenhorn/HBO Max

Vielleicht habe ich mich mittlerweile an die Erzählweise von "And Just Like That…" gewöhnt, vielleicht ist es einfach eine gute Episode gewesen, vielleicht ist es aber auch ein bisschen von beidem. Auf jeden Fall kann ich zum ersten Mal sagen, dass mir das neue Kapitel von "Sex and the City" gefallen hat.

Bereits mit #1.06 Diwali gelang es der Serie, weniger versessen darauf zu sein, alles richtig machen zu wollen, wodurch eine gute Episode entstand. Dieses Mal ist es ähnlich und man kann sich endlich einmal wieder gut in die Charaktere hineinversetzen. Das muss nicht heißen, dass man mit ihren Entscheidungen einverstanden ist, doch sie wirken nicht mehr so, als würde man sie in eine Form zwängen wollen, in die sie einfach nicht passen.

Man beginnt die Episode mit einem weiteren Zeitsprung und erneut verstreichen drei Monate. Für Carrie bedeutet dies, noch mehr mit Bigs Tod abzuschließen und diesen zu verarbeiten, indem sie ein Buch darüber schreibt. Das passt sehr gut zu ihrer Rolle. Mir gefällt auch der Kniff an der Geschichte: der Wunsch der Lektorin, dass Carrie ihren Leser*innen in einem Epilog dennoch ein Happyend in Aussicht stellt. Erst empfand ich es für Carrie als zu übereilt, sich ins Datingleben zu stürzen – besonders da sie daran überhaupt kein Interesse zeigte – doch nach ihrer Verabredung mit Peter änderte sich meine Einstellung. Leider haben wir von dem Treffen der beiden nur wenig mitbekommen – was ich sehr schade finde – dennoch deutet es auf einen netten Abend hin, dass die beiden am Ende des Dates sich vor Lachen den Bauch haltend aus dem Restaurant kommen. Der Moment war überraschend schön und wurde von einem überraschend verstörenden Anblick abgelöst, als Carrie und Peter begannen im Strahl zu kotzen. Ich wüsste gern, was der Auslöser dafür war, haben sie zu viele Drinks gehabt, um weniger verkrampft zu sein? Kurz war ich enttäuscht von der Lächerlichkeit dieses Augenblicks, doch als Peter später auf der Auktion auftauchte, war klar, dass man die Sache dann doch etwas gekonnter abrunden würde. Es ist eine Erleichterung, Carrie mit ihrem Leben weitermachen zu sehen, ich glaube allerdings nicht, dass sich zwischen ihr und Peter etwas Ernsthaftes entwickeln wird. Dafür ist es zu früh. Doch auch wenn dies nur ein kurzes Kapitel in Carrie Geschichte war, bin ich froh es gesehen zu haben, da man sich an die früheren Fehlgriffe der Ladies erinnert gefühlt hat. Wenn sie jetzt noch etwas seltener die "Mein Mann ist gestorben"-Karte ausspielen würde, wäre ich mit ihr sehr zufrieden.

Der Zeitsprung geht auch an Miranda nicht spurlos vorbei, denn sie hat seit ihrer Nachricht nichts von Che gehört. Zwar kann ich mich noch immer nicht mit der Entscheidung der Autoren, Miranda diesen Weg gehen zu lassen, anfreunden, doch ich rechne es ihnen positiv an, dass sie zumindest durch die Ratschläge Carries versuchen, Mirandas Ehe mit Steve wieder Leben einzuhauchen – das hat ein paar lustige Metaphern mit sich gebracht. Es war ein ulkiger Moment zwischen Miranda und Steve, der die Frage in den Raum wirft, weshalb es zwischen den beiden nicht mehr funktioniert. Gern würde ich wissen, wie Steve die Ehe sieht und hoffentlich bekommen wir darauf bald eine Antwort, denn lange sollte Miranda ihre außerehelichen Aktivitäten nicht mehr geheim halten. Ich kann verstehen, dass sie sich zu einer charismatischen Person wie Che hingezogen fühlt, dennoch ist nicht nachvollziehbar, wie rücksichtslos sie Steve hintergeht und wie wenig ihr der Seitensprung auszumachen scheint. Dieses gefühlskalte Verhalten gegenüber Steve gepaart mit der Leidenschaft für Che passt nicht recht zusammen. Ebenfalls schwer zu erklären finde ich es, dass Miranda Che dann auch gleich noch eine Liebeserklärung macht. Ich denke, da sprechen die Glücksgefühle und die Leidenschaft aus ihr, denn ich halte es nach so wenig Interaktion für zu übereilt, dass Miranda bereits in Che verliebt ist.

Vollkommen in ihrem Element war in dieser Woche Charlotte. Sie durfte sich beim Tennis von ihrer kämpferischen Seite zeigen, was an sich ziemlich belanglos war, dennoch spiegelten die Szenen Charlottes Drang zum Perfektionismus sehr glaubhaft wider. Nicht ganz verstehen konnte ich dabei allerdings ihren Dickkopf, als es darum ging, sich bei Harry für ihren etwas zu extremen Kampfgeist zu entschuldigen. Die Ansicht, dass Frauen sich ständig zu entschuldigen hätten, fand ich ziemlich lächerlich. Ich bin gespannt, ob die fehlende Entschuldigung zwischen den beiden noch einmal Thema wird.

Randnotizen

  • Es war schön zu sehen, dass auch die Ehe von Lisa und Herbert nicht perfekt ist. Etwas befremdlich erschien es dennoch, dass sie nicht ins Mikrofon sprechen konnte.
  • Der Gegensatz zwischen Nya und Andre auf der einen Seite sowie Miranda und Steve auf der anderen Seite wurde etwas übertrieben in Szene gesetzt. Warum wird Steve in diesem Revival eigentlich immer wie ein Volltrottel dargestellt?
  • Möchte Nya nun Kinder oder nicht?
  • Ich habe mich gewundert, als Seema gemeinsam mit Carrie, Miranda und Charlotte am Tisch saß. Gehört sie jetzt zur Clique dazu?



Fazit

Das war die bisher beste Episode von "And Just Like That…", denn sie hält die Balance aus Drama und Witz sehr gut. Zwar fragt man sich an einigen Stellen, warum sich die Geschichte nun in diese Richtung entwickelt, doch im Großen und Ganzen kann man sich mit dem Verlauf der Handlung anfreunden.

Marie Müller - myFanbase

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