The Flight Attendant - Review Staffel 2

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Ehrlich gesagt war ich ziemlich überrascht, dass HBO Max eine zweite Staffel von "The Flight Attendant" bestellt hatte, weil die erste in meinen Augen weitestgehend abgeschlossen gewesen ist und mit dem ein oder anderen Cliffhanger hätte man gut leben können. Mich hat die Verlängerung auch insofern überrascht, weil ich mir nicht sicher war, was man noch hätte erzählen können. Für mich war die Serie letztlich auch so angelegt, dass es einfach einen weiteren Mord geben musste, da man genau darauf aufgebaut hat. Genau das hat man auch gemacht und ich kann schon jetzt verraten, dass mir diese Staffel sehr viel besser gefallen hat, auch weil man sich mehr mit der Aufarbeitung von Cassies (Kaley Cuoco) Leben beschäftigt hat.

Foto: Kaley Cuoco, The Flight Attendant - Copyright: Courtesy of HBO Max
Kaley Cuoco, The Flight Attendant
© Courtesy of HBO Max

In meiner Review zur ersten Staffel hatte ich geschrieben, dass ich mit der Gesamtauflösung nicht ganz zufrieden war und hatte vor allem bemängelt, dass man Cassies Trinkerei auf ihre Kindheit mit ihrem alkoholsüchtigen Vater zurückgeführt hat und mir das doch ein bisschen zu klischeehaft gewesen ist. Und auch wer den Mord an Alex (Michiel Huisman) tatsächlich begangen hat, war mir auch ein bisschen dünn. Daher bin ich auch etwas vorsichtiger an die zweite Staffel herangegangen, weil ich festgestellt habe, dass ich nach dem Piloten möglicherweise doch etwas zu hohe Erwartungen an das Format hatte.

Zum Auftakt der neuen Staffel springen wir ein ganzes Jahr nach vorne und erleben mit, dass Cassie mit Marco (Santiago Cabrera) nicht nur einen festen Freund hat, was aber in die Brüche geht, nach Los Angeles gezogen und seit einem Jahr trocken ist, sondern auch für die CIA arbeitet. Ja, dementsprechend habe ich erstaunt geschaut, wenn man mal bedenkt, dass Cassie gerade mal so mit dem Leben davon gekommen ist und jetzt beim Geheimdienst arbeitet. Letztlich wird man auch direkt wieder durch ihren Kontaktmann Benjamin (Mo McRae) daran erinnert, dass sie mit Alex geschlafen und durch ihre Trinkerei nicht bemerkt hat, dass sie neben einer aufgeschlitzten Leiche aufgewacht ist. Dennoch hatte ich ein gewisses stolzes Gefühl, da Cassie ihr Leben im Griff zu haben scheint und wirklich daraus etwas gemacht hat. Wenig überraschend war aber für mich, dass Will (Kayvon Esmaili), den Mann, den sie bei ihrem Flugzwischenstopp in Berlin genauer unter die Lupe nehmen sollte, wenig später zu Tode kommt. Nein, bis dahin fand ich es langweilig, da Cassie wieder einmal in einen Mord verwickelt wurde. Viel interessanter war dann doch, wer den Mord begannen haben soll: Cassie selbst.

Foto: Cheryl Hines, The Flight Attendant - Copyright: Jennifer Rose Clasen/HBO Max
Cheryl Hines, The Flight Attendant
© Jennifer Rose Clasen/HBO Max

Hier ist man in meinen Augen sehr taktisch vorgegangen. Zwar hat Cassie diesmal keine Erinnerungslücken, aber durch die Explosion und die Tatsache, dass sie trockene Alkoholikerin ist, bekommt man in einigen Szenen doch den Eindruck vermittelt, dass sie sich vielleicht doch etwas einbildet. Die Hauptaufgabe in dieser Staffel ist also herauszufinden, wer sich als Cassies Doppelgängerin getarnt hat und vor allem, welches Motiv dahintersteckt und hier kommen wir zum Knackpunkt, warum mir die zweite Staffel so viel besser gefallen hat: Weil man den ganzen Cast involviert hat, auch wenn manche (Neben-)Figuren zu Beginn noch überhaupt keine Verbindung zur Aufklärung des Falles hatten und weil man das Ganze so verschachelt hat, dass es am Ende tatsächlich alles Sinn ergeben hat und hier möchte ich zunächst auf Megan (Rosie Perez) eingehen. Deren Handlung fand ich in der ersten Staffel zwar spannend, aber eher am Rande, weswegen man sie für mich auch hätte weglassen können. Umso erstaunter war ich, dass Rosie Perez auch in dieser Staffel zum Hauptcast gehört, allerdings wurde ihre Handlung aus der letzten Staffel gut integriert und man hat auch diesmal die Freundschaft mit Cassie viel besser betont und gezeigt, dass man sich auf Cassie als Freundin eben doch verlassen kann. Auch wenn sie in diesem Fall alles schlimmer gemacht hat und diesmal Megan gerade so mit dem Leben davon gekommen ist. Dadurch konnte man auch Miranda (Michelle Gomez) für einen Gastauftritt zurückholen, der dann auch wirklich witzig anzusehen war, weil mit Miranda und Cassie zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinanderprallen, die dann für lustige Momente sorgen.

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Aber kommen wir zur eigentlichen Frage zurück: Wer hat sich als Cassies Doppelgängerin ausgegeben? Eine Möglichkeit wäre da Gabrielle (Callie Hernandez), die mir mit ihrem Mann Esteban (J.J. Soria) schon bei der ersten Begegnung mit Cassie seltsam erschien. Natürlich hat man hier auch wunderbar für Verwirrung gesorgt, da sich Gabrielle nicht nur die Haare blond gefärbt hat, sondern mit ihrem Mann neben Cassie eingezogen ist. Allerdings waren die beiden letztlich wirklich nur dazu da, um uns alle (inkl. Zuschauer*innen) auf eine falsche Spur zu bringen. Der Schlüssel lag tatsächlich bei Grace (Mae Martin) und Benjamins Boss Dot (Cheryl Hines) und ich war wirklich erstaunt darüber, wie beides zusammengepasst hat, auch wenn ich sowohl bei Grace als auch bei Dot irgendwann doch einen Verdacht hatte und hier möchte ich schon mal auf das Schauspiel von Cheryl Hines zu sprechen kommen. Ich hatte zwar nie die Vermutung, dass sie nicht spielen könnte, aber durch "Bad Moms 2" und nun "The Flight Attendant" habe ich eine wunderbare Vergleichsmöglichkeit und war beeindruckt. Daher verwundert mich etwas, dass Cheryl Hines nicht für einen diesjährigen Emmy nominiert ist. Ganz im Gegensatz zu Kaley Cuoco.

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Foto: Kaley Cuoco & Jessie Ennis, The Flight Attendant - Copyright: Jennifer Rose Clasen/HBO Max
Kaley Cuoco & Jessie Ennis, The Flight Attendant
© Jennifer Rose Clasen/HBO Max

Mir hat die zweite Staffel von "The Flight Attendant" auch deshalb so viel besser gefallen, weil Kaley Couco nochmals ihr Schauspieltalent unter Beweis stellen konnte und diesmal hat man es auch besser zeigen können, dass Cassies Vergangenheit bzw. ihre Kindheit sehr viel mehr ihre Gegenwart bestimmt, als es in der ersten Staffel noch den Anschein hatte. Auch diesmal ist Cassie in ihrem Gedankenpalast, aber im Gegensatz zur ersten Staffel, wo sie sich darin mit Alex unterhalten und auseinandersetzen musste, bekam man nun mehrere Cassie-Versionen präsentiert. Ein bisschen hat mich das an Toni Collette aus "Taras Welten" oder auch Tatiana Maslany aus "Orphan Black" erinnert, die auch mehrere Versionen gespielt haben. Kaley hat ihre Sache wahnsinnig gut gemacht, da es nicht nur optisch anders war, sondern mich besonders ihre Mimik dabei fasziniert hat. Fasziniert war ich auch, als bekannt wurde, dass Sharon Stone Lisa spielen würde, die Mutter von Cassie und Devey (T.R. Knight). Mir haben die Szenen wahnsinnig gut gefallen, weil sie das familiäre Verhältnis näher beleuchtet haben und Lisa es letztlich gewesen ist, die ihrer Tochter geholfen hat, sich gegen Jenny (Jesse Ennis) zu wehren. Ich fand sie zwar schon bei ihrer ersten Szene seltsam und gewöhnungsbedürftig, aber ich hätte nie gedacht, dass es einen Zusammenhang zwischen Jenny und Buckley (Colin Woodwell) geben würde, den man dann auch nochmals für einen kurzen Auftritt zurückholen konnte. So hat man auch eine wunderbare geschwisterliche Szene zwischen Cassie und Devey gestalten können. Gut hat mir auch gefallen, dass Annie (Zosia Mamet) und Max (Deniz Akdeniz) endlich ihr Glück gefunden haben, auch wenn der Weg eher beschwerlich gewesen ist.

Fazit

Die zweite Staffel von "The Flight Attendant" hat einen sehr interessanten Fall gezeigt, der den gesamten Cast wunderbar integriert hat und bei dem ich wirklich sagen kann, dass es für mich keine wirkliche Schwachstelle gegeben hat, wenn manches Szenario doch gewöhnungsbedürftig gewesen ist, aber ich glaube, da muss man bei dieser Serie einfach mal ein Äuglein zudrücken.

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Daniela S. - myFanbase

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