Weihnachten 2010 - This Season's Greetings

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Community (#2.11 Abed's Uncontrollable Christmas)

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Man stelle sich vor, eine ganz normale Serie mit ganz normalen Schauspielern verkündet, dass die Weihnachtsepisode der aktuellen Staffel komplett in Stop-Motion sein wird. Und dabei handelt es sich keinesfalls um einen Traum oder irgendetwas anderes, was später für keinen der Charaktere mehr Bedeutung haben wird. Schwer vorstellbar, nicht? Wenn man dann aber hört, dass es sich bei besagter Serie um "Community", eine der innovativsten, vielseitigsten und einfallsreichsten Comedy-Shows der letzten Jahre handelt, werden die Zweifel schnell zu überbordender Vorfreude. Und die diesjährige Weihnachtsepisode aus dem Greendale Community College hat alle in sie gesetzten Erwartungen mehr als erfüllt.

"Abed's Uncontrollable Christmas" nutzt eine der Allzweckwaffen ihres Repertoirs, die einzigartige Fantasie und Besonderheit von Abed, um ihn gemeinsam mit seinen Freunden in ein Winterwunderland in Stop-Motion zu versetzen. Denn eines Morgens nimmt Abed die Welt um sich herum als Knet-(bzw. Silikon)-Figuren war. Seine Freunde machen sich Sorgen um seinen Geisteszustand und lassen sich auf eine Hypnosesitzung unter der Regie von Professor Duncan (oder dem Christmas Wizzard) ein, um dem Trauma auf den Grund zu gehen, dass Abed in diese Psychose versetzte. Was folgt ist eine perfekte Weihnachtsgeschichte, in einem mysteriösen Winterwunderland, bevölkert von phantasievollen Lebewesen, auf der Suche nach der wahren Bedeutung des Weihnachtsfests. Doch das eigentlich beeindruckende an dieser Folge ist es, wie tief verankert in den wahren Gefühlen der Charaktere, besonders natürlich in denen Abeds, diese Episode so voller Kunstgriffe und Metahumor ist. Man verliert trotz der abstrusen Umgebung niemals den Bezug zur Realität, perfekt illustriert durch die kleinen Anspielungen und Einblicke in die Realität, die von den anderen Charakteren kommen.

Man kann es nicht anders sagen, "Abeds Uncontrollable Christmas" ist ein Meisterwerk, eine ganz besondere Episode voller Witz, Herz und Tiefe, die sich schon jetzt in den Rang eines Klassikers erhoben hat. Auch im nächsten Jahr wird diese Folge zum vorweihnachtlichen Pflichtprogramm, sicherlich nicht nur der Hardcore-"Community"-Fans gehören und wieder die ein oder andere Träne ehrlich gemeinter Rührung hervorrufen. Wer auf der Suche nach der wahren Bedeutung von Weihnachten ist, dem sei diese Episode ans Herz gelegt. | Cindy Scholz

Eureka (#4.10 Stille Stadt, heilige Stadt)

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Wann kommen eigentlich richtige Weihnachtsgefühle auf? Wenn der erste Schnee fällt? Oder wenn der Duft von selbstgebackenen Plätzchen in der Luft liegt? Es ist heutzutage gar nicht so leicht, in Weihnachtsstimmung zu kommen, bedenkt man, dass man schon Ende Oktober mit den ersten Lebkuchen konfrontiert wird. Da redet man sich schon manchmal ein, dass einem das ganze Getue um Weihnachten eigentlich überhaupt nicht zusagt. Doch ist es nicht genau das, was wir erwarten, auch wenn wir uns ob überfüllter Innenstädte und nerviger Weihnachtslieder im Radio gerne mal als Weihnachtsmuffel geben?

In "Eureka - Die geheime Stadt" ging es Jo Lupo und Jack Carter ähnlich. Beide sind laut eigener Definition erklärte Weihnachtsverweigerer, da beide dem ganzen Stress um die Feiertage nichts abgewinnen können. Carter hat eigentlich gar keine Lust auf seine Familie, da das Fest meistens in Streitigkeiten endet, egal was sie versuchen und Jo hat in Wirklichkeit nur Sehnsucht nach ihrer Familie, die sie schon ewig nicht mehr gesehen hat. Um sich davon abzuhalten, in Selbstmitleid zu zerfließen, weil sie an Weihnachten alleine sein wird, beschenkt sei heimlich ihre Freunde und gibt nach außen hin die Weihnachtshasserin, obwohl sich in ihr alles nach Wärme und Geborgenheit sehnt. Die beiden lassen sich nur sehr schwer bekehren, Weihnachten etwas Gutes abzugewinnen. Erst ein verrückter Wissenschaftler, der versehentlich durch seine Experimente die ganze Stadt schrumpft, obwohl er eigentlich nur dem Mythos Weihnachtsmann auf den Grund gehen wollte, kann den beiden klar machen, dass Weihnachten durchaus ein schönes Erlebnis sein kann, wenn man nur mit den richtigen Menschen zusammen ist. Dazu braucht es im Falle von Carter schließlich nicht mehr als einen von Taggert gesteuerten, fliegenden Schlitten, der von holographischen Rentieren gezogen wird und einen potentiellen Weihnachtsmann, der allen klar macht, dass nicht jeder Mythos eine Erklärung braucht und es doch eigentlich egal ist, wie der Weihnachtsmann durch den Schornstein passt.

Und so feiern alle Haupt- und Nebencharaktere am Ende gemeinsam Weihnachten im Café Diem. Zu weihnachtlicher Musik erfreuen sich alle am ersten Schnee, kleinen Geschenken, heißer Schokolade oder plüschigen Häschen-Hausschuhen. Spätestens jetzt hab ich richtig Lust auf die Weihnachtstage. | Melanie Wolff

Glee (#2.10 Wie Sue Weihnachten gestohlen hat)

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Nie hat es sich bei einer Serie mehr angeboten, eine Weihnachtsepisode zu machen, als bei dem neuen Serienhit "Glee". Denn wenn es etwas gibt, dass ein Großteil der Menschen mit Weihnachten verbinden, dann sind es Weihnachtslieder, die über die gesamte Adventszeit nahezu überall ertönen. Da hat eine Serie, in der Gesang ein zentrales Element ist, fast gar keine Wahl, als sich dem Fest der Liebe zu widmen. Dies ist in der zweiten Staffel der Serie nun der Fall gewesen, nachdem im letzten Jahr aufgrund der Ungewissheit, ob die Serie überhaupt erfolgreich sein wird, die Planung kein Weihnachten vorgesehen hat. Das war natürlich auch direkt ein Anlass ein eigenes Album mit zwölf Songs auf den Markt zu bringen, um die Merchandise-Maschinierie weiter anzukurbeln.

Die Episode spielt dann auch nicht nur in einem weihnachtlichen Ambiente, sondern thematisiert das Fest direkt, denn der Glee-Club möchte Weihnachtsstimmung in der Schule verbreiten und sieht sich wie gewohnt mit Hasstiraden konfrontiert, die den Chor schon so lange immer wieder zusetzen. Da Sue Sylvester auch noch beim Wichteln schummelt und so mal wieder in Konflikt mit Will Schuester gerät, kann sie hervorragend die Rolle des Grinches einnehmen, die Will ihr auferlegt. Auch das Thema Glauben an den Weihnachtsmann bekommt einen Schwerpunkt, denn die zum Publikumsliebling avancierte Brittany glaubt noch an das Symbol und wünscht sich für Artie das schier Unmögliche. Es weihnachtet also die gesamte Episode hindurch. Ob beim Schmücken des Baumes, beim Suchen nach einem Tannenbaum, den Besuch eines Kaufhausweihnachtsmannes oder einfach nur beim Singen zum Sammeln für die Bedürftigen. Die Folge bietet gut 40 Minuten Weihnachtsstimmung mit vielen Anspielungen auf den Film "Der Grinch" und der gewohnten Portion "Glee", was Humor und Emotionen angeht. Für den Serienfan ist es ein hervorragende Einstimmung auf das Fest und da auch die Handlung nicht völlig übergangen wird und man einige Charaktere toll einbindet, lässt die Episode an sich auch kaum Wünsche offen. Was will man also mehr.

"Glee" hat mit der letzten Episode vor der Winterpause gelungen von der ersten bis zur letzten Sekunde Weihnachten thematisiert und den Zuschauer auf das bevorstehende Fest eingestimmt. | Emil Groth

How I Met Your Mother (#6.12 Positiv denken)

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Die beliebte Sitcom "How I Met Your Mother" lässt es sich in der Regel nicht nehmen, zu bestimmten Feiertagen Episoden zu kreieren, die sich intensiv mit dem Feiertag auseinander setzen und zumeist überaus gelungen sind. Besonders die Thanksgiving-Folgen haben fast schon Kultstatus unten den Fans. Gerne nutzen die Regisseure aus das Weihnachtsfest als Aufhänger für eine Episode und so wurde man besonders in der zweiten Staffel (#2.11 Wie Lily Weihnachten gestohlen hat) mit einer Weihnachtsepisode amüsiert.

Auch im sechsten Jahr der Serie kündigte sich wieder eine Weihnachtsepisode an, die das Fest der Liebe allerdings nicht so sehr zum Schwerpunkt machte, wie man es vielleicht im Vorfeld erwartet hätte. Im Mittelpunkt der Folge steht vielmehr die vermutete Schwangerschaft von Lily und Marshall, welche die anderen Hauptcharaktere dazu bewegt, sich mit ihrem eigenen Leben auseinander zu setzen. Das alles spielt nur saisonalbedingt im weihnachtlichen Ambiente. Man sieht also weihnachtlich geschmückte Räume, das Glockenspiel hat beim Score eine größere Bedeutung und unter der genutzten Musik in der Folge befinden sich auch Weihnachtslieder. Die Episode gibt sich also alle Mühe Weihnachtsstimmung zu erzeugen und schafft es auch diese auf den Zuschauer zu transportieren. Auch wenn die Handlung zu jeden anderen Zeitpunkt gepasst hätte, hat man sie gut mit Weihnachten verknüpft. Barneys großzügige Spende beispielsweise ist ein schöner Hinweis auf die Nächstenliebe, die wenigstens zu Weihnachten überall herrschen sollte.

Diese Episode von "How I Met Your Mother" ist keine klassische Weihnachtsepisode gewesen, in der sich alles um das Fest der Liebe dreht. Man hat die Weihnachtszeit aber gekonnt mit der Handlung der Charaktere verbunden und so eine schöne, bedeutsame Episode kreiert, die allemal besser geworden ist, als wenn man zu diesem Zeitpunkt der Ausstrahlung einfach keine Rücksicht auf Weihnachten genommen hätte. | Emil Groth

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