Weihnachten 2010 - This Season's Greetings

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Leverage (#3.14 Schöne Bescherung)

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Gerade zur Weihnachtszeit ist die moderne Robin Hood-Truppe wieder voll im Einsatz. Denn auch die dicken alten Männer mit dem weißen Rauschebart und der roten Uniform können zeitweise mal fiese Räuber sein, die den unschuldigen Mitbürgern ihr Geld aus der Tasche ziehen.

Vor allem Parker freut sich auf Weihnachten, denn als Waisenkind hat sie nur schlechte Erinnerungen und ist deshalb besonders froh darüber, auch dieses Jahr mit ihrer Diebesfamilie feiern zu können, wobei diese eher Weihnachtsmuffel sind. Davon ist Nate gar nicht begeistert. Er wollte eigentlich, dass die Gruppe die Feiertage getrennt verbringt, da er nicht mehr viel von Weihnachten hält. Auch den Hilferuf eines Einkaufscenter-Weihnachtsmanns will er am liebsten ignorieren, doch Parker bringt ihn dazu den Job anzunehmen. Der Besitzer des Centers hat alle seine alten Weihnachtsmänner gefeuert und gegen Kriminelle eingetauscht, da er den Plan hat einen riesen Kreditkartenbetrug zu vollziehen. Doch der Plan ist nur eine Ablenkung, denn der eigentliche Kopf hinter der Bande ist ein alter Bekannter, der Programmierer Chaos. Er wollte das Leverage-Team ablenken und in der Zwischenzeit eine Bank ausrauben. Wenn auch etwas spät, kommt das Team noch hinter den Plan und sie können Chaos und seine Gruppe austricksen. Diese dürfen den Inhalt ihrer vermeintlichen Geldsäcke an die Kinder im Einkaufscenter austeilen, denn Nate hat die Säcke mit dem Geld austauschen lassen und darin waren lauten Spielzeuge.

In der Weihnachtszeit sollen sich alle näher kommen und sich freuen. Auch beim Leverage-Team ist dies der Fall, denn Eliot findet sich in seinem Job als Weihnachtsmann ein und kann sogar einen kleinen Jungen beschenken und Parker bekommt ihre weiße Weihnacht. Aber nicht nur das: Der Kopf des Teams, Nate und Sophie haben, ihren Freunden Geschenke "geholt", die jedem gefallen, selbst wenn Dollarscheine mit nicht fortlaufender Seriennummer wirklich nur ein Geschenk für Parker sind. Das schönste Geschenk geht jedoch von Sophie an Nate, denn endlich teilt sie ihm ihren richtigen Namen mit. Schade nur, dass der Zuschauer den nicht mitbekommt. | Anna Sörries

Mad Men (#4.02 Schon wieder Weihnachten)

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Bereits im August lief die erste weihnachtliche Episode dieser Season, die zweite Folge der 4. Staffel "Mad Men". Und vielleicht war es ganz gut, dass diese doch eher deprimierende Variante des Festes der Liebe, in der in diesem Falle nicht mehr viel von der Liebe übrig blieb, nicht in der Adventszeit zu sehen war. So hatte der Zuschauer die Chance, sich bis zu den Feiertagen vom verheerenden Eindruck von Dons Weihnachten 1964 bis zum Fest wieder zu erholen.

Eingebettet in eine Staffel, in der sich viele Episoden direkt an einem Feiertag befanden, zeigt #4.02 Christmas Comes But Once a Year den wahren Zustand des Protagonisten Don Draper, von dessen Charisma und Erfolg nur noch wenig übrig ist. Unvorstellbar, aber der charmante und hinreißende Jon Hamm porträtiert Don als pathetisches Häufchen Elend: ständig betrunken, ein letzter Schatten seines strahlenden Werbewunderkind-Selbst. Und hier wird dem Zuschauer klar gemacht, dass es sich bei diesem Zustand wohl um keinen vorübergehenden handeln wird. Zwar ist es bei der unfreiwilligen Weihnachtsfeier von Sterling Cooper Draper Pryce, die man nur deshalb in letzter Minute aus dem Boden stampft, um den einzigen wirklich wichtigen Kunden Lee Garner Jr. zufriedenzustellen, Roger Sterling, der sich bis ins Bodenlose erniedrigen lassen muss. Aber Don Draper ist es, der aufgrund seines armseligen Verhaltens, den Tiefpunkt der Episode markiert, mit der plumpen Anmache seiner Sekretärin Allison.

Neben dem tieftraurigen Brief, den Don von seiner Tochter Sally anlässlich des bevorstehenden Festes erhält und der verstörenden Rückkehr von Glen Bishop in Sallys trauriges Leben, bieten lediglich die atemberaubende Büro-Polonäse von Joan am Anfang der Feier, die weiterhin harmonisch auftretenden Campbells und die kleine Geste Dons seinem Schützling Peggy gegenüber für einige wenige Lichtblicke in einer ansonsten eher deprimierenden Weihnachtsepisode. Es sei jedem Zuschauer und Leser gewünscht, dass er oder sie ein angenehmeres Weihnachten 2010 verbringen darf, als es Don Draper 1964 erlebte. | Cindy Scholz

The Mentalist (#3.10 Todesengel)

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Weihnachten für Patrick Jane ist einsam, traurig und ohne seine Lieben wohl kaum das glücklichste Fest des Jahres. Denn seit Janes Tochter und Frau vom Serienmörder Red John ermordet wurden, hat dieser keine ruhige Minute mehr und arbeitet als Berater für das BIU nicht nur um den Ermittlern mit Rat und Tat beiseite zu stehen, nein, auch um mit dem Team Red John eines Tages dingfest zu machen. Doch erst einmal steht Weihnachten vor der Tür und Red John ist zwar nicht vergessen, doch ein anderer Mordfall ist jetzt wichtiger. Ein Weihnachtsmann ist aus einem Hochhaus gestürzt und scheint ermordet worden zu sein. Patrick, Lisbon und Co. ermitteln in weihnachtlicher Mission. Nicht nur, dass der Weihnachtsmann auf einen Weihnachtsmarkt fiel, auch seine Wohnung ist voller Accessoires der Weihnachtszeit. Doch weniger der Mord am Weihnachtsmann, sondern ein Fall aus der jüngsten Vergangenheit des Teams ist es, der die Ermittler hauptsächlich beschäftigt. Doch abseits der vorweihnachtlichen Kulissen kommt im warmen Sacramento wenig Weihnachtsstimmung auf auch weil das Thema abseits des Falles keine Beachtung findet und keinerlei Hinweise auf das baldige Fest erscheinen. | Eva Klose

The Middle (#2.10 A Simple Christmas)

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Das Hauptthema der Serie ist, wie anstrengend das Familienleben doch sein kann. Die Hecks sind eine ziemliche Durchschnittsfamilie mit vielen Fehlern und Schwächen. Das schlägt sich natürlich auch in der Weihnachtsepisode nieder, als die Mutter Frankie erkennt, dass ihre Kinder Weihnachten und die Geschenke, die es bringt, gar nicht richtig zu schätzen wissen. Eine Erfahrung, die sicherlich schon viele Mütter vor ihr machen mussten. Was beschließt Frankie daraufhin kurzerhand? Richtig, der Titel verrät es schon: dieses Jahr soll es ein einfaches Weihnachtsfest geben. Das bedeutet im Klartext, dass es nicht unendlich viele Geschenke gibt und die Kinder selbst einander und den Eltern keine Geschenke kaufen, sondern sich Ideen einfallen lassen sollen. Dass das bei den Kindern zu wenig positiven Reaktionen führt, dürfte wenig überraschend sein.

Dazu kommt noch die übliche Serien-Feiertagskatastrophe: Frankies Eltern kommen zu Besuch und erweisen sich als äußerst anstrengend. Nicht nur stellt Frankies Mutter jede ihrer Entscheidungen in Frage und untergräbt die Autorität der Tochter in jeder Situation, sondern auch ihr Vater hängt sich an Ehemann Mike an und lässt dem Ruhe liebenden Stoffel keine ruhige Minute. Nach einigen Streits, Versteckspielen und den üblichen Familienneckereien kommt es schließlich zur großen Eskalation, nur um dann doch in einem nahezu perfekten Weihnachten zu enden. Die Kinder bekommen doch tausende Geschenke, die sie nicht wirklich brauchen und die schon wenig später im Keller untergehen, die Hecks pflegen ihre Weihnachtsgesangstradition und die Kids verbünden sich gegen einige Nachbarschaftskinder und erfahren so auch ein wenig Gemeinschaftssinn. Wie Frankie es selbst so schön zusammenfasst: "It turned out to be one of our best Christmases yet." Na, wenn das mal nicht typisch US-Familiensitcom ist, dann weiß ich aber auch nicht weiter... | Nadine Watz

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