DVD-Rezension: The 100, Staffel 7

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In meiner letzten DVD-Rezension sprach ich schon von der weisen Entscheidung, dass "The 100" mit dieser siebten Staffel enden wird, denn irgendwann ist jede Geschichte einmal auserzählt und bei dieser Sci-Fi-Serie war dieser Zeitpunkt nun wahrlich zeitlich sinnvoll. Die Absetzung ist sehr früh verkündet worden, so dass Serienschöpfer Jason Rothenberg genug Zeit bekommen hat, ein würdevolles Ende für "The 100" zu schaffen. Lasst uns nun gemeinsam schauen, ob ihm das gelungen ist.

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Inhalt

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Die Helden der Geschichte stehen vor den Scherben ihres Handelns in Sanctum und müssen diese nun neu zusammensetzen. Clarke Griffin (Eliza Taylor) hat aufgrund des Tods ihrer Mutter Abby Griffin (Paige Turco) sehr zu kämpfen, aber während sie alle sich bemühen, die einzelnen Fraktionen zusammenzuhalten, stellt sich zunehmend die Frage, ob ihr bisheriges Handeln tatsächlich etwas verbessert hat. Es erwartet die Helden auch wieder neue Herausforderungen, denn sie müssen die Geheimnisse der Anomalie entschlüsseln, was wiederum zu neuen Planeten führt. Dabei erwarten sie neue physische und emotionale Herausforderungen und wieder wird ihre Auffassung von Familie, Liebe und Aufopferung in Frage gestellt. Schlussendlich müssen unsere Helden für sich selbst beantworten, was es bedeutet, wirklich zu leben – nicht nur zu überleben.

Rezension

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Eliza Taylor, The 100
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Staffel 6 hat sich mit Sanctum einem ganz neuen Ort zugewendet und jede Menge neue Figuren eingeführt, was eine Art Cut für die Serie darstellte und etwas Abwechslung ins Spiel brachte. Dennoch waren meine Kritikpunkte dort, dass unsere altbekannten Held*innen immer noch dieselben Fehler machen und dass das der Cast mit den ganzen Neulingen schlichtweg zu groß war, um nachvollziehbare Charakterarbeit zu leisten. Diese Mängel sind auch in der finalen Staffel deutlich zu erkennen und dennoch hat sich die Erzählweise noch einmal deutlich geändert, was wiederum neue Stärken und Schwächen mit sich brachte. Auffällig ist, dass Sanctum noch wahrlich nicht das Ende von neuen entdeckten Planeten darstellt, da wir ins komplette Sonnensystem eintauchen, wo mithilfe der Anomalie die Planeten gewechselt werden können. Jedoch herrscht überall ein ganz anderes Verständnis von Zeit. Klingt kompliziert, war auch so für mich als Zuschauerin. Ob nun Bardo, ob Skyring oder letztlich die Erde, überall herrschen andere Bedingungen. Das entspricht natürlich faktisch unserem Sonnensystem, hat die Erzählweise jedoch sehr komplex gestaltet, da sich die Figuren auf die verschiedenen Planeten verteilen. Während für die einen auf Bardo wenige Tage vergangen sind, sind auf Skyring bereits Jahre ins Land gezogen. Hier ist der Effekt aufgetreten, dass man sich in gewissen Genres, speziell natürlich Sci-Fi, darauf verlassen muss, dass die einzelnen Zusammenhänge auch wirklich logisch aufeinanderpassen. Und im Zweifel muss man über Lücken wohl einfach wegsehen. Insgesamt war es in dieser finalen Staffel aber wirklich schwer, sich richtig auf das Geschehen einzulassen und eigene Vermutungen anzustellen, da die Komplexität der neuen Planetenwelt echt nicht zu unterschätzen war.

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Chuku Modu, The 100
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Im Abschnitt davor ist es schon angedeutet worden: Die finale Staffel lebt davon, dass einzelne Gruppierungen (mit kleineren personellen Änderungen zwischendurch) auf die verschiedenen Planeten verteilt sind. Das hilft in der komplexer gestalteten Staffel sicherlich bei der Strukturierung, hat aber auch den Nachteil, dass die originalen Castmitglieder stets auseinandergerissen sind. Das ist für den Abschluss einer Serie nicht unbedingt ideal, denn ich genieße besonders dann nostalgische Aspekte, die so aber kaum möglich waren. Weiterhin war nicht jede Episode klar in x-Handlungsbögen unterteilt, sondern es gab recht viele sogenannte Stand-alone Episoden, wenn beispielsweise das Leben auf Skyring ergründet wird, wenn man als Zuschauer*in erfährt, was mit Bellamy Blake passiert ist, als dieser totgeglaubt wurde oder natürlich der Backdoor-Pilot in #7.08 Anaconda, der Ausgangspunkt für ein mögliches Spin-Off sein sollte, das bislang immer noch nicht in Serie gegangen sind. Auch wenn die Folgen jede für sich nicht automatisch schlecht waren, so hat es doch wieder dafür gesorgt, dass andere Handlungen ausgebremst und erst wieder aufgegriffen wurden, als sie gerade wieder passten. Dafür muss aber zu Gute gehalten werden, dass sich die finale Staffel definitiv bemüht hat, nicht wieder zig neue Fragen aufzuwerfen, sondern tatsächlich Antworten zu liefern. Dabei wurden auch einige bis dato lose Handlungsbögen noch einmal aufgegriffen und beendet. Dazu zählt z. B. Sheidheda, der lange als unsichtbare Bedrohung die Handlung geprägt hat. Nach dem Tod aber von Russell Lightbourne gab es die Möglichkeit, diesen Körper zu übernehmen und Sheidheda konnte endlich seine böse Seite entfalten. Für seinen Darsteller JR Bourne natürlich ein wahres Geschenk, der dadurch schauspielerisch alle überstrahlen durfte. Aber auch Bill Cadogan, der namentlich erstmals in Staffel 4 aufgetaucht ist und nun seine ganz eigene Geschichte erhalten hat, die ebenfalls viele Lücken geschlossen hat. An dieser Stelle muss man wirklich sagen, dass "The 100" vieles richtig gemacht hat.

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Bei der Figurenentwicklung gibt es wie angedeutet viele alte Probleme, aber auch nette Überraschungen und lange überfällige Entwicklungen. Mit dem letzten Punkt kann natürlich nur John Murphy gemeint sein, dessen Egoismus sich ihm immer wieder in den Weg gestellt hat, obwohl er wahrlich nicht immer nur der 'Böse' war. In dieser finalen Staffel geht er nun noch den letzten nötigen Schritt, denn er handelt selbstlos. Es ist wirklich ein schöner Gedanke, dass das genau für diesen Abschiedsmoment aufgehoben wurde, denn ohne den anderen Murphy hätte der Serie definitiv etwas gefehlt. Auch Octavia Blake muss man natürlich in einer ganz ähnlichen Richtung einordnen, auch wenn bei ihr vorher schon der Pfad der Erlösung eingeschlagen war. Spätestens wenn man sie aber liebevoll bei der Erziehung von Hope Diayoza sieht, ist klar, dass Octavia wieder auf der Seite der Helden situiert ist. Die angesprochene Hope ist eine wunderbare Ergänzung des Casts, auch weil es gelingt, ihre Geschichte mit wenigen Kniffen nachhallend zu erzählen. Zudem ist es nett, dass auch Jordan Green so noch eine Bezugsperson an die Seite bekommt, mit der er sich sehr gut identifizieren kann und die ganz ähnliche Erlebnisse durchgemacht haben. Während Dr. Gabriel Santiago immer noch recht zwiespältig charakterisiert worden ist, wird bei Clarke und Bellamy gerichtet. Diese beiden haben über die sieben Staffeln hinweg stets die schwersten Entscheidungen treffen müssen und waren so für unzählige Tode verantwortlich, was immer schon großes Diskussionspotenzial geboten hat. Das Ende von Bellamy fand ich persönlich sehr feige gewählt und auch überhaupt nicht auf den Charakter passend, dafür hat es bei Clarke deutlich besser für mich gepasst. Bei ihr ist der eingeschlagene Weg konsequent weiterverfolgt worden. Vor allem ihre Liebe zu Madi Griffin hat sie stets bestimmt und dennoch war es nicht gerechtfertigt, ihr ein Happy End durch die Hintertür zu verschaffen. Deswegen ist ihre 'Strafe' am Ende auch angemessen. Spätestens mit der Endszene hatte ich als Zuschauerin auch ein Lächeln im Gesicht, weil dann doch die gewünschte Nostalgie bedient worden ist.

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Specials & Technische Details

In der finalen DVD-Box sind leider keinerlei Extras enthalten.

Erscheinungstermin: 24. Juni 2021
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: 656 Minuten (16 Episoden), 4 Discs
Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 5.1), Italienisch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1). Französisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Französisch, Niederländisch
Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch, Englisch, Italienisch

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Fazit

Was bleibt also nach diesen sieben Staffeln? Es ist sicherlich ein weiter Weg zurückgelegt worden, da Staffel 1 und Staffel 7 nur noch wenig miteinander gemeinsam hatten. Sehr wahrscheinlich sogar ist "The 100" etwas zu lange gelaufen, da sich trotz zahlreicher Neuerungen viele Muster doch wiederholt haben. Insgesamt hat die Serie aber ein würdiges Ende gefunden. Dem Charakter der Serie entsprechend mussten in der letzten Staffel auch noch einige Figuren ihr Leben lassen, einige mehr berührend als andere. Es hat mit der Anomalie und der angestrebten Transzendenz ein klares Ziel für diese Staffel gegeben, das auch erreicht und damit erfüllt wurde. Zudem wurden noch einige offene Handlungen zu Ende gebracht. Wahrscheinlich hätte man sich noch zig weitere Mysterien ausdenken können, aber jetzt ist es gut. Und wer weiß schon, was in fast 100 Jahren sein wird, wann die Serie gespielt hat? Vielleicht werden einige Erfahrungen aus "The 100" dann auch zur Realität…

Lena Donth - myFanbase

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