DVD-Rezension: Dexter, Staffel 4

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Drei Staffeln hatte "Dexter" erfolgreich hinter sich gebracht und die vierte Staffel wurde sehnsüchtig erwartet. Konnte sie an der Erfolg anknüpfen? Wie würde sich der Serienkiller Dexter (Michael C. Hall) als frischgebackener Vater schlagen? Wer würde in dieser Staffel sein großer Feind werden? Alles Fragen, auf die man unbedingt Antworten gesucht hat und die am Ende der Staffel mit einem großen Schocker beantwortet wurden.

Inhalt

Foto: Julie Benz & Michael C. Hall, Dexter - Copyright: Paramount Pictures
Julie Benz & Michael C. Hall, Dexter
© Paramount Pictures

Dexter hat es als frisch gewordener Vater nicht gerade einfach. Baby Harrison raubt ihm den Schlaf und er hatte seit längerer Zeit kein Opfer mehr. Die Zeit, seinem Dark Passenger nachzugehen, kommt für ihn viel zu kurz, doch er ist jetzt ein Familienmensch und muss versuchen, sich anzupassen. Da kommt es ihm nicht gerade Recht, dass ein neuer Serienkiller in Miami auftaucht. Der Trinity Killer, wie er von Special Agent Frank Lundy (Keith Carradine) seit Jahren genannt wird, schlägt erneut zu und sucht sich ein Opfer nach dem anderen. Dexter kommt ihm Schritt für Schritt auf die Schliche und erkennt dabei, dass er und Arthur Mitchell (John Lithgow) gar nicht so verschieden sind. Diese Erkenntnis bringt Dexter ziemlich aus der Bahn, denn wenn ein anderer Serienkiller es schafft, ein normales Familienleben zu führen, muss ihm das doch auch gelingen. Dies ist ein Grund, weshalb es Dexter nicht so einfach schafft, den Trinity Killer umzubringen. Er lernt ihn Schritt für Schritt besser kennen, um nachvollziehen zu können, wie er so ein Leben führen kann. Die Faszination am Trinity Killer sorgt jedoch für einige Probleme zwischen Dexter und Rita (Julie Benz). Sie kann Dexters Verschlossenheit nicht nachvollziehen und macht ihm dadurch das Leben nicht gerade leicht. Für ihn wird es deshalb immer schwieriger, eine Verbindung zwischen seinem Hobby und seinem Familienleben mit Rita, Baby Harrison, Astor (Christina Robinson), Cody (Preston Bailey) zu finden.

Rezension

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Ein Serienkiller, ein Dark Passenger, ein guter Schauspieler und schon ist die Grundlage für eine gute Story geboten. Faszinierend daran ist, dass man sich als Zuschauer auf die Seite von Dexter schlägt, obwohl dieser ein Mörder ist und man eigentlich alles an ihm verabscheuen sollte. Doch Michael C. Hall schafft es seit Jahren, diese Rolle zu wenden und die Sympathiepunkte auf seine Seite zu ziehen. Nachdem die erste Staffel eingeschlagen hat, wie eine Bombe und man begeistert von "Dexter" war, so wurde das Konzept in der zweiten und dritten Staffel ein wenig geändert, was leider auch zu einem kleinen Qualitätsverlust geführt hat. Doch dann kam die vierte Staffel und diese hatte es wieder erneut in sich und kann an die Qualität der ersten Staffel anknüpfen. Im Prinzip ändert sich nicht viel, denn auch hier gibt es einen Bad Guy. John Lithgow schlüpft in die Rolle eines Serienkillers, der bereits seit Jahren gesucht wird und zwar von Frank Lundy, dessen Rückkehr für viel Freude gesorgt hat. Lundy bringt nicht nur das Leben von Dexter durcheinander, auch Debra (Jennifer Carpenter) muss sich mit den Konsequenzen auseinander setzen und diese verlaufen nicht gerade positiv. Dennoch sorgt die Rückkehr von Lundy für einige Twists, die gut ausgearbeitet wurden und die Story voran bringen. Dazu gehört auch die Gastrolle von Courtney Ford, auf die nicht verzichtet werden konnte, doch mit einer anderen Besetzung sicherlich besser funktioniert hätte. Trotzdem wurde das Potenzial für eine interessante Entwicklung nicht verschenkt, auch wenn Joey Quinn (Desmond Harrington) dadurch einige Sympathiepunkte einbüßen musste.

Viele Handlungen, die es neben der zentralen Story zu sehen gab, konnten nur zum Teil überzeugen. Darunter fällt auch die Beziehung zwischen Angel Batista (David Zayas) und Maria Laguerta (Lauren Vélez). Anstatt für Spannung zu sorgen, wurden desöfteren die Nerven strapaziert und dass, obwohl es so viele Storys gab, auf die man sich mehr konzentrieren konnte. Unter anderem auf Debra, die immer mehr über die Vergangenheit ihres Bruders erfährt, oder ihre Beziehung zu Frank Lundy.

Foto: John Lithgow & Michael C. Hall, Dexter - Copyright: Paramount Pictures
John Lithgow & Michael C. Hall, Dexter
© Paramount Pictures

Über diese Kleinigkeiten kann man jedoch hinweg sehen, wenn man die zentrale Story im Auge behält. Zum einen haben wir Dexter als Familienvater, der versucht, sein Leben in den Griff zu bekommen. Seine Müdigkeit bringt einige Fehler mit sich, sowohl beruflich, als auch privat. Rita kommt mit der Verschlossenheit ihres Mannes nicht zurecht und lässt ihn dies immer wieder spüren, was zu einigen Problemen für Dexter sorgt, der seine Zeit für sich braucht, um seinem Hobby nachzugehen. Dieser Kontrast zwischen Familienleben und seinem Dark Passenger ist den Autoren in der vierten Staffel sehr gut gelungen. Man fühlt als Zuschauer natürlich zuerst mit Dexter mit und möchte nicht, dass er auch noch Probleme in seinem Zuhause hat, doch auch Ritas Verhalten ist sehr nachvollziehbar und bringt einen damit in eine Zwickmühle. Zum Glück gibt es Ablenkung und dafür sorgt John Lithgow als Arthur Mitchell. Man kann leicht behaupten, dass er die mit Abstand der beste Gastdarsteller in dieser Serie ist. Seine Leistung ist bewundernswert, denn er schafft es, dass man ihm als Zuschauer die freundliche Seite abnimmt und im nächsten Moment Gänsehaut bekommt, weil er sich von seiner bösen Seite zeigt. Dieser Spagat kann von John Lithgow sehr gut umgesetzt werden und er ist von Anfang bis Ende der Staffel einfach nur überzeugend. Es macht Spaß, die Reise von Dexter und dem Trinity Killer in dieser Staffel zu verfolgen und man ist immer wieder von den Entwicklungen überrascht, die nicht vorhersehbar sind und für viele Schockmomente sorgen. Dazu zählt vor allem das Staffelfinale, das mit Sicherheit zu einer der besten Episoden von "Dexter" gehört.

Specials

Auf der DVD-Box zur vierten Staffel befinden sich neben den 12 Episoden der Staffel nur wenige Extras. Zu den Highlights zählt mit Sicherheit das Interview-Gespräch zwischen Michael C. Hall und John Lithgow, die ihre Rollen und Eindrücke näher erläutern. Die Unterhaltung der beiden Darsteller lässt sie noch sympathischer wirken und man bekommt einen Eindruck, wie sie ihre Rollen verstehen und die Story hinterfragen. Zusätzlich findet man einen Audiokommentar zum Staffelfinale und einen Einblick in die Requisiten, die bei "Dexter" verwendet werden. Ansonsten sind keine Extras zu finden, was jedoch durch die Aufmachung der Box, sowie das Menü, das ständig durch Dexter begleitet wird, wieder gut gemacht wird.

Technische Details

FSK: 18
Laufzeit: 607 Min. (12 Folgen)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch

Fazit

Nach einem leichten Qualitätsverlust der letzten beiden Staffeln bietet die vierte Staffel alles, was man sich von "Dexter" nur wünschen kann. Einen überzeugenden Bad Guy, einen Dexter, der sich Schritt für Schritt weiterentwickelt, viele Schockmomente und einen Cliffhanger, der einen vom Hocker haut. Für Unterhaltung ist also auf jeden Fall gesorgt, weshalb man sich diese DVD-Box keinesfalls entgehen lassen sollte, auch wenn sie nur wenige Extras zu bieten hat.

Alex Olejnik - myFanbase