Bewertung: 6

Review: #1.07 Zurückhaltung

Man nimmt in dieser Woche wieder etwas Abstand von der Frage, wer der neue Captain von Station 19 werden wird und beschäftigt sich stattdessen mit den persönlichen Krisen, in denen sich die Feuerwehrleute befinden.

Krebs

Was zuletzt mit dem Krankenhausbesuch von Pruitt eingeleitet wurde, wird zu einem größeren Aufenthalt, da Pruitt sich nun doch vor den stärker werdenden Symptomen in Acht nehmen muss. Es ist eine typische Herangehensweise, wie man diese Art von Geschichte erzählt – der Unwille des Patienten, sich seine eigene Krankheit einzugestehen; die Einwilligung, eine schwächende Therapie über sich ergehen zu lassen, nachdem eine geliebte Person darum gebeten hat; das Ausharren an der Seite des Kranken – dennoch verfehlt sie nicht ihre Wirkung. Andy und Pruitt haben wir in letzter Zeit nur selten zusammen gesehen, was daran lag, dass Andy sich im Job sehr reinhängen muss und Pruitt sich bisher geweigert hat, seine eigene Sterblichkeit in Kauf zu nehmen. Dieses Mal verbringen wir nun viel Zeit im Krankenhaus und erfahren, wie nahe sich Vater und Tochter stehen. Das wurde zwar bisher schon häufig angesprochen, doch viel gemeinsame Szene hatten Andy und Pruitt nicht, weshalb es eine nette Abwechslung war, die beiden Seite an Seite zu sehen.

Wirklich gebangt habe ich um Pruitt bisher nicht, doch langsam frage ich mich, in welche Richtung man diese Geschichte entwickeln will. Falls er den Kampf gegen den Krebs gewinnt, stellt sich die Frage, welchen Platz er zukünftig in Feuerwache 19 einnehmen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er wieder zum Captain ernannt wird, schließlich ist er gesundheitlich angeschlagen und der Kampf um seinen Job ist in vollen Gang. Sollte er seiner Erkrankung erliegen, wird dies ein schwerer Verlust für Andy, die bereits ihre Mutter verloren hat. Eigentlich halte ich es für unwahrscheinlich, dass man Pruitt sterben lässt, doch ich kann mir auch nicht recht vorstellen, wie er sich abseits seiner Erkrankung in die Handlung integrieren lässt.

Angst

Wie wollen die Feuerwehrleute Vic helfen, ihre plötzliche Panik vor Feuer zu überwinden? Diese Frage beantwortet man uns und in kurzen Szenen, wo das Training beobachtet werden kann. Dieses bringt Vic überhaupt nicht voran und machte auf mich auch nicht den Eindruck, als wäre es sonderlich hilfreich. Zum Ende hin scheint es Vic mehr zu bringen, einfach nur in die lodernden Flammen zu starren. Das ist erstaunlich unspektakulär und wirft die Frage auf, ob ihre Angst damit nun schon wieder abklingt.

Der Feuerwehreinsatz ist einer der größten, die uns bisher geboten wurden. Auch hier fand ich es, ähnlich wie im Krankenhaus, gut, was man dem Zuschauer präsentiert hat, doch so dramatisch der Brand auch dargestellt wurde, richtig gepackt hat mich das Szenario nicht. Sowohl Jack als auch Ryan wurden als die Helden des Tages ins beste Licht gerückt, was das Liebesdreieck wohl noch einmal unterstreichen sollte. Zu Beginn war es noch lustig, wie Jack und Ryan unterschwellig um Andy gebuhlt haben und dafür ihren Job nutzen, um es dem anderen schwer zu machen. Spaßig waren dazu auch die irritierten Blicke von Dean und Ryans Kollegin. Im Verlauf der Folge wurde die Situation dann zwar ernsthaften, doch mich lies der Gedanke nicht los, dass die beiden weiterhin ihre Kräfte messen wollen. Jack erklomm die Leiter, um eine Frau trotz großer Gefahr aus dem Flammen zu retten und Ryan fing behände das Baby eben jener Frau auf, wodurch beide am Ende des Tages mit heroischen Momenten glänzen konnten. Zudem erntet Jack auch noch ein Schulterklopfen von Ripley und man fragt sich, ob der Chief wohl ebenso reagiert hätte, wenn Andy sich in die Gefahr gestürzt hätte.

Der Adrenalinrausch bringt Ryan dazu, zu Andy zu fahren und die beiden fallen sofort über einander her. Zwar haben sie vor nicht allzu langer Zeit bereits miteinander geschlafen, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass die Handlung etwas gezügelter voranschreitet. Schließlich hat Andy gerade erst erkannt, dass sie Gefühle für Ryan hat und scheinbar an mehr interessiert ist, als nur Sex, doch danach sah es dieses Mal nun gar nicht aus.

Was man kurz hat schleifen lassen, greift man in dieser Woche wieder auf und so treffen wir Mayas Bruder Mason. Jener zieht sofort eine Mauer vor sich hoch und lässt Maya überhaupt nicht an sich heran, was durchaus zu erwarten war, da die beiden sich seit langem nicht gesprochen haben. Mayas Hartnäckigkeit hat mir gefallen, auch wenn Mason auf Abstand setzt und sein Lager abgebrochen hat. Dass man die Zeit findet, Mayas Leben abseits der Feuerwehr zu ergründen, sticht positiv hervor, das schafft man leider nicht bei allen Charakteren. So haben wir von Dean und JJ nun nichts mehr gehört. Anders sieht es dafür bei Ben und Miranda aus. Durch den Aufenthalt im Krankenhaus wird auch sie wieder in das Geschehen eingebunden und erfährt dadurch von den aufwühlenden Einsätzen, an denen Ben zuletzt teilgenommen hat. Es war erleichternd, dass die beiden sich ausgesprochen haben und ich hoffe, dass das in Zukunft so bleiben wird.

Obwohl wir Travis schon einmal kurz mit Grant gesehen haben, hätte ich nicht gedacht, dass man die Geschichte vertiefen wird. Travis sendet ganz eindeutige Signale, genau wie Grant, weshalb mir die Chemie zwischen den beiden auf Anhieb gefallen hat. Dass Travis hier eher vorsichtig ist, gefällt mir ebenso und passt sehr gut zu den Charakterzügen, die wir bisher von ihm kennengelernt haben. Ich freue mich darauf, die beiden in Zukunft vielleicht auf ein Date begleiten zu können. Unschlagbar war zudem natürlich Edith als Kupplerin.

Fazit

Es war eine gute Episode, die einige vielversprechende Weichen gestellt hat. Gefehlt hat jedoch sowohl beim Feuerwehreinsatz als auch beim Krankenhausaufenthalt die Überzeugungskraft, denn man glaubte zu keinem Zeitpunkt, dass jemand wirklich in Gefahr schwebte.

Marie Florschütz – myFanbase

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