Bewertung: 8

Review: #1.05 Schock

Der große Fokus auf die Charaktere bleibt auch in dieser Episode bestehen und man baut die Feuerwehreinsätze so ein, dass sowohl Ben als auch Andy viel Gefühl zeigen können.

Unter Strom

Am Rande haben wir bereits mitbekommen, wie sehr Ben in seinem neuen Job aufgeht und wie er den Adrenalinrausch nach einem erfolgreichen Einsatz liebt. Bens Neustart als Feuerwehrmann ist in dieser Episode ein großes Thema und man bindet nicht nur Miranda ein, um Bens Gefühlsleben zu beleuchten, auch beim Feuerwehreinsatz sieht man dieses Mal mehr von Ben, als es in den ersten Episoden der Fall war. Was euphorisch startet, schlägt im Lauf der Folge um, denn all das, was Ben an seinem Job liebt, hat er nach dem missglückten Einsatz nicht mehr vor Augen. Er kann nicht länger mit seinen Taten prahlen oder mit seiner Frau darüber wetteifern, wer sich mehr ins Zeug gelegt hat. Bereits als Miranda anmerkt, dass Bens Job wesentlich gefährlicher ist als der ihre, ahnt man, dass man genau das in dieser Episode unter Beweis stellen wird.

Der Tod von Matthew trifft Ben hart und vor allem unvorbereitet. Er hat den Beruf als Feuerwehrmann ergriffen, weil er unbedingt Leben retten wollte, doch dieses Mal ist es ihm durch die Finger geglitten. Zuerst beruhigend, dann anleitend spricht Ben mit Matthew und man kann sehen, dass beide glauben, dass Matthew so gut wie außer Gefahr ist. Doch genau in diesem Moment läuft alles schief und Ben muss schließlich seine erste Niederlage hinnehmen. Man fühlt mit ihm, als er am Abend neben seiner Frau im Bett liegt und den Tag dieses Mal nicht Revue passieren lassen will. Die Szene zeigt allerdings auch, dass Ben sich von Miranda abkapselt, was ich nicht gutheißen kann. Als Arzt hat er bereits Menschen sterben sehen und stets Rückhalt bekommen, weshalb vertraut er seinen Kummer nun also nicht auch jemandem an? Ist es, weil Miranda sowieso nicht ganz einverstanden mit Bens Karrierewechsel war? Ich bin gespannt, wie sich das Eheleben der beiden weiterentwickeln wird und hoffe sehr, dass Ben seine Frau in Zukunft nicht ausschließt.

Undercover

Auch Andy wird dieses Mal an ihre Grenzen gebracht. Zuerst hält man die Beteiligung beim Undercovereinsatz der Polizei lediglich als gute Gelegenheit, damit es zu einer Aussprache zwischen Andy und Maya kommen kann. Dann entpuppt sich das ganze zudem gleichzeitig als eine Achterbahn der Gefühle, die Andy in Bezug auf Ryan die Augen öffnet. Was Andy und Maya angeht, finde ich es erleichternd, dass die beiden ihre angeknackste Freundschaft so schnell kitten konnten. Beide haben der jeweils anderen ihr Geheimnis gestanden und sofort Verständnis bekommen – naja, wirklich begeistert war Maya von Andys Schilderung zu ihrer Affäre mit Jack nicht. Dennoch ist die Freundschaft der beiden nun stärker als zuvor und dass nicht zuletzt, weil Andy vor Maya ihre Gefühle für Ryan nicht verbergen konnte. Die aufrichtige Sorge um ihn, als die Liveübertragung plötzlich endet und Schüsse fallen, stand Andy sehr gut. In Sachen Liebesdreieck konnte ich zwar wieder nur mit den Augen rollen, doch anders als bei Jack scheint Andy an Ryan aufrichtig interessiert zu sein und ihn nicht nur als netten Zeitvertreib zu betrachten. Diese Vermutung bestätigt sich, als Andy am Abend bei Ryan klingelt. Zwar verschwindet sie, bevor er die Tür öffnen kann, dennoch finde ich diese Liebesgeschichte wesentlich interessanter als die zwischen Andy und Jack. Die fehlenden Gefühle Andys für Jack konnte Jaina Lee Ortiz bisher recht gut umsetzen, denn während man von Grey Damons Seite durchaus behaupten kann, dass seine Augen heller leuchteten, wenn Jack Andy ansah, so hat Andy dies überhaupt nicht erwidert. Bei Ryan hingegen merkt man Andy sofort eine leichte Nervosität an, von der sie selbst überrascht zu sein scheint und so macht es mehr Sinn, den Fokus nun auf diese Liebesgeschichte zu lenken.

Aufgeflogen

Wie ich zuletzt vermutet hatte, wusste bisher niemand über die Beziehung von Andy und Jack Bescheid. Das macht es für mich zwar umso fragwürdiger, dass Jack ihr einen Antrag gemacht hat, erklärt aber wenigstens Andys Abneigung Jack zu heiraten. Es waren harte Worte, die Jack sich anhören musste und es hat ihn sichtlich verletzt, dass Andy nicht das gleiche für ihn empfindet wie er für sie. Die Bitterkeit darüber hat Grey Damon die gesamte Episode über ausgestrahlt, auch wenn Jack versucht hat, sich seine Traurigkeit nicht anmerken zu lassen.

Sowohl Pruitts Reaktion auf die Entdeckung, dass Andy und Jack liiert sind, als auch die der restlichen Feuerwehrleute, haben gut unterhalten können. Als wäre Jack ihm etwas schuldig, kommandiert Pruitt ihn herum und Jack lässt es ohne zu murren über sich ergehen. Genau so viel Spaß hat es gemacht, die Spekulationen der Feuerwehrleute darüber zu verfolgen, was zwischen Pruitt und Jack vorgefallen ist. Dass Jack unwissentlich die Bombe platzen ließ, sorgte für Lacher und es war ein grandioser Anblick, wie Travis versuchte, das eben gehörte zu verdauen.

Lediglich Ben bleibt außen vor, als die Neuigkeit die Runde machte, wodurch man noch einmal zeigte, dass er noch nicht wirklich ein Teil des Teams ist. Seine Reaktion kam mir dann doch ein bisschen zu gekünstelt vor, da der Zuschauer bisher nicht darüber aufgeklärt wurde, dass es so eine große Sache ist, wenn zwei Feuerwehrleute etwas miteinander anfangen. Zwar kann man sich seinen Teil dazu denken und ist durch "Chicago Fire" vielleicht bereits darüber im Bilde, dass Partner nicht im gleichen Team arbeiten dürfen, als Neuling in einer Feuerwehrserie kam es jedoch etwas überraschend, dass die Neuigkeit für alle so ein Schock war.

Randnotizen

  • Nett waren auch Deans Szenen mit JJ. Zwar ist das erste Date der beiden nicht so verlaufen wie geplant, doch man zeigt Dean von seiner gefühlvollen Seite.
  • Victorias plötzliche Angst vor Feuer wurde dieses Mal nicht thematisiert. Mal schauen, ob sie in der nächsten Episode wieder mehr Screentime bekommt.


Fazit

Man kann dieses Mal durch eine gefühlsbetonte Episode punkten. Einige Charaktere müssen vor sich selbst Emotionen eingestehen, die sie bisher nicht offengelegt haben, was spannend zu beobachten war.

Marie Florschütz – myFanbase

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