Bewertung

Review: #3.23 Das große Romantikpaket

Foto: Zooey Deschanel & Jake Johnson, New Girl - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX
Zooey Deschanel & Jake Johnson, New Girl
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX

Das war es also, das große Finale der dritten Staffel. Und wider Erwarten war es nicht ganz so schlimm wie die letzten drei oder vier Folgen der einstmals so toll konzipierten Comedy-Serie. Auch wenn die Witze weiterhin meist Rohrkrepierer sind, so gibt es doch mit der "weird"-Intervention kurz vor dem Ende der Episode wenigstens ein paar schöne Momente zwischen den Freunden.

"Thank you for this weird Intervention thing. [...] I think it worked out. Everybody is great now."

Nick und Jess haben im betrunkenen Zustand eine kleine Kreuzfahrt gebucht, die sie jetzt nicht einfach stornieren können. Lustig ist es schon, dass die beiden das Geld dafür haben, wenn man bedenkt, dass Nick keiner geregelten Arbeit nachzugehen scheint und eigentlich immer knapp bei Kasse ist. Aber gut, am besten man hängt sich gar nicht daran auf, wie unlogisch das ganze ist und wo sämtliche Protagonisten plötzlich die Zeit dafür finden, auf eine einwöchige Kreuzfahrt zu gehen.

Es ist schade, dass man seitens der Autoren beschlossen hat, das Paar zu trennen und ein klein wenig Hoffnung hegte ich ehrlich gesagt schon, dass man die beiden wieder zusammenbringen würde. Stattdessen hat man die Tür hierfür vorerst einmal geschlossen und plant wohl für die kommende vierte Staffel, sich wieder mehr auf den freundschaftlichen Aspekt in der Gruppe zu konzentrieren. Natürlich könnte dies ein interessanter Schachzug werden, denn ein Grund, warum die dritte Staffel am Ende so mies war, lag oftmals daran, dass wenig von dem alten "New Girl"-Feeling aufkam. Die Freunde waren auseinander gedriftet, was in erster Linie an der Beziehung zwischen Nick und Jess lag. Indem man dieses Paar nun trennt, gibt man den Charakteren die Möglichkeit, sich wieder in anderen Geschichten zu etablieren. Und die Aussicht auf Nick und Schmidt in einem Zimmer in Hochbetten schlafend ist schon mal ein guter Anfang.

Anders als #2.25 Vorsicht Dachs! war dieses Staffelfinale weder übermäßig romantisch, noch sonderlich witzig. Es wirkte eher wie ein Schlusspunkt unter ein Experiment, das lange Zeit gut funktioniert hat und dann irgendwann schief gelaufen ist, aus welchen Gründen auch immer. "New Girl" hat sich mit der Trennung von Nick und Jess keinen Gefallen getan, doch der Beginn der neuen alten Freundschaft zwischen den beiden ist durchaus verheißungsvoll. Natürlich haben die beiden noch immer eine großartige Chemie, was ihre gemeinsamen Aktivitäten und den Spaß, den sie dabei hatten, bewiesen haben. Ich glaube also nicht, dass in dieser Beziehung schon das letzte Wort gesprochen wurde. Man mag sich im Moment wohl ein wenig auf die Freundschaft konzentrieren, weil man sich hiervon interessantere Geschichten verspricht. Am Ende jedoch wird man nicht darum herum kommen, die beiden wieder zu vereinen, einfach weil sie auf einer Wellenlänge liegen und perfekt harmonieren. Warten wir also ab, was die Autoren mit ihnen noch vorhaben.

Während ich durchaus zufrieden bit mit der Entwicklung von Nick und Jess in dieser Episode, so nervt es doch gewaltig, dass man noch immer keinen Schlussstrich unter Schmidt und Cece ziehen kann. Die gesamte zweite Staffelhälfte hatte man damit verbracht, die beiden einander wieder näher zu bringen. Angesichts der Tatsache, dass Schmidt Cece nicht nur betrogen hat, sondern auf einer tiefen Ebene verletzt hat, ist es schon ein Wunder, dass die beiden mittlerweile wieder so freundschaftlich miteinander umgehen können. Dass ausgerechnet jetzt Schmidt sich wieder in den Kopf setzt, sie zurück erobern zu wollen, passt da nicht recht ins Bild und soll wohl einfach Max Greenfield etwas mehr Gelegenheit bieten, sich in witzige Situationen zu bringen. Allerdings funktioniert dies hier überhaupt nicht. Es wirkt einfach wie aufgewärmter Kaffee und ich wünsche mir hier für Staffel 4 den Mut, auch diese beiden lediglich als Freunde zu präsentieren, ohne dass Schmidt ständig an Cece hängt und sie anschmachtet.

Die beiden langweiligsten Charaktere bleiben auch in dieser Episode wieder ziemlich farblos und im Falle von Coach sogar ohne sonderlich viel Screentime. Wie man die beiden besser in die Geschichten der anderen integrieren will, bleibt mir ein Rätsel, denn irgendwie passen sie so gar nicht in die Gruppe. Mir ist beispielsweise gar nicht aufgefallen, dass Damon Wayans Jr. in der Mitte der Folge überhaupt nicht zu sehen war, weil Coach sich aus Panik vor einem Schiffsunglück in seiner Kabine versteckt hatte. Man braucht Coach nicht, weil er kaum eine Verbindung zu den anderen Charakteren hat und die Autoren es auch nicht geschafft haben, irgendeine freundschaftliche Verbindung zwischen Coach und den anderen aufzubauen. Sollte er von heute auf morgen ausziehen, er würde kein Loch im Loft hinterlassen. Zugegeben, seine Panikattacke bei der Trockenübung war mal wieder der einzig witzige Moment in der Episode überhaupt, doch das alleine reicht einfach nicht mehr.

Über Winston kann man auch dieses Mal nicht viele Worte verlieren. Sein Charakter ist einfach gänzlich uninteressant, weil man ihm nicht die Möglichkeit gibt, sich zu entfalten. Die interessante Geschichte mit der katzenverrückten Bertie wurde ohne ersichtlichen Grund fallen gelassen und auch die Cop-Geschichte spielte nur eine sehr untergeordnete Rolle in den letzten Episoden. Kurzum, alles was Winston etwas mehr in die Geschichten einbezogen hätte, wurde zugunsten dämlicher Slapstickeinlagen geopfert, in denen Lamorne Morris keine allzu gute Figur macht.

Fazit

Nicht so schlimm wie erwartet, aber doch im Großen und Ganzen weit von einstigen Höhen entfernt – so präsentiert sich der Abschluss der traurigerweise wirklich schwachen dritten Staffel von "New Girl". Wie es den Autoren gelingen will, wieder zu alter Form, also weg von übertriebenen Slapstickeinlagen und hin zu tollem Wortwitz und Situationskomik, zurück zu kommen, ist nun die große Frage. Als problematisch für mich erweist sich jedoch, dass ich leider mit keinem Charakter im Moment mehr mitfühlen kann und es mich irgendwie auch nicht die Bohne interessiert, wie es mit ihnen weitergeht.

Melanie Wolff - myFanbase

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