Review: #22.10 Strip That Down
Nachdem die letzten Episoden etwas gemächlicher verliefen, liefert #22.10 Strip That Down wieder um einiges mehr Tempo und verschiedene Handlungsstränge.
Ein Auftritt von Addison Montgomery ist immer ein Highlight, auch wenn ihr heutiger Besuch nicht ganz so glänzend wie sonst war. Da ich "Private Practice"nie beendet habe, fehlt mir hier einiges an Backstory zu Jake und Henry (ich hoffe, hier wurde nicht ebenso mal ein tolles Ship kaputt gemacht?!). Trotzdem fand ich es schade, dass Addison die letzten Jahre zwischen ihrer Berufung und ihrer Familie pendeln musste und das allem Anschein nach nicht geklappt hat. Irgendwie scheint sie ihrer tragischen Rolle nicht zu entkommen. Nichtsdestotrotz war es wieder toll, sie am Krankenhaus zu haben, wenn auch in einer Nebenrolle. Es war nur passend, dass man Amelia Shepherd nicht sang und klanglos nach ihrer Pause zurückkehren lässt, sondern dass sie von Addison praktisch zurückgezerrt wird. Die beiden verbindet über die Jahre so viel und das merkt man ihren Interaktionen deutlich an. Sie können schonungslos ehrlich zueinander sein und sich trotzdem aufeinander verlassen. Dementsprechend schade finde ich es, dass man Addison jetzt so einfach wieder von dannen ziehen lässt, obwohl ihr ein wenig Unterstützung gerade sicherlich guttun würde.
Man greift Owen Hunts Ausbildungsidee überraschend schnell wieder auf. Die Idee, den Assistenzärzt*innen die Arbeit "im Feld" zu zeigen, ist wirklich nicht schlecht. Zugegeben, das Ganze erinnert mich schon sehr an Ben Warrens PRT-Wagen. Aber gerade der Ausbildungsaspekt und nicht zuletzt für uns Zuschauer*innen die Chance, neue Schauplätze zu erkunden, ist für mich ein großer Gewinn. Hoffentlich bekommen wir das Programm dann auch in Aktion zu sehen. Während dieser Folge war es auf jeden Fall interessant, die Dynamik zwischen Owen und Miranda Bailey zu beobachten. Es war wirklich amüsant, wie nervös Owen war, ihr das Projekt vorzustellen. Gleichzeitig hat mich sein Verhalten während des Einsatzes dann aber auch verwundert. Er hat schon sehr darauf gepocht, alles nach Lehrbuch durchzuziehen. Lag das nur daran, dass er sein Projekt nicht gefährden wollte? Denn eigentlich passt es doch so gar nicht zu ihm, in solchen Situationen nicht zu außergewöhnlichen Mitteln zu greifen. Dass diesen Schritt nun Bailey übernimmt, hat in dem Moment absolut gepasst. Immerhin war es ihre Möglichkeit, zumindest hier Kontrolle zu übernehmen. Trotzdem fand ich es sehr wichtig, dass sie die Sache am Ende nochmal mit Owen geklärt hat.
Das größte Potential verspricht jedoch nach wie vor die Storyline rund um Katie Rogers. Es ist grundsätzlich eine willkommene Abwechslung, wenn die Patient*innen vom typischen Fall-der-Woche-Muster ausbrechen und man ihre Behandlung über mehrere Episoden hinweg verfolgt. Nicht zuletzt deswegen, weil man so eine ganz andere Bindung zu den Charakteren aufbauen kann. Katie ist da keine Ausnahme. Ihre Geschichte ist tragisch, besonders, nachdem ihre Versuchsreihe doch tatsächlich zu wirken schien. Es hat wehgetan, dabei zuzusehen, wie Katie endlich wieder Hoffnung auf die Zukunft schöpft und weiter zu planen wagt, nur um dann erfahren zu müssen, dass die Studie eingestellt wird. Und plötzlich löst sich die Zukunft wieder in Luft auf. Hier hat Samantha Marie Ware echt ganze Arbeit geleistet und eine unglaublich ergreifende Darstellung geliefert. Schon ihre letzten Folgen über konnte man gar nicht anders, als mit Katie mitzufühlen, die sich alleine ihrem Schicksal stellt und zwischen Ernüchterung und Hoffnung schwankt.
Während Bailey verspricht, alles in ihrer Macht zu tun, um Katie zu retten (und auch hier muss ich nochmal darauf pochen, wie berührend die Szene war, als Bailey Katie aufgeklärt hat und die in ihren Armen zusammenbricht), bin ich doch eher auf Lucas Adams gespannt. Der neigt ja bekannterweise zu impulsiven Aktionen und wird das Ganze bestimmt nicht auf sich beruhen lassen. Und der Rest der Assistenzärzt*innen hat schon in der letzten Folge bewiesen, dass sie füreinander einstehen. Einerseits sehen wir hier also das perfekte Setup für eine große, verbotene Geste, andererseits gibt es in diesem Fall keine Kabel durchzuschneiden oder Pillen zu vertauschen. Wenn es um eine rein finanzielle Frage geht, wäre dann doch eigentlich Catherine Fox die richtige Ansprechpartnerin… Wie dem auch sei, ich bin gespannt, wie es hier weitergeht.
Randnotizen:
- Jo Wilson wird endlich zusammen mit ihren Babys entlassen. Gleichzeitig frage ich mich, was es mit Atticus 'Link' Lincolns Verletzung auf sich hat. Offiziell wurde er ja wieder für jobtauglich erklärt. War es einfach nur Pech, dass er ausgerechnet mit einem Fall beginnen muss, bei dem er viel Muskelkraft einsetzen muss (wobei das in seinem Berufsfeld ja an der Tagesordnung steht und sicherlich in die Tests mit eingeflossen ist), oder steckt da mehr dahinter? Es ist zumindest auffällig, dass er seine Probleme nicht anspricht. Weder im OP, noch Jo gegenüber. Während der Behandlung hatte er noch das Glück, dass Simone Griffith das Ganze erkannt hat und geschickt und elegant übernehmen konnte. Hoffentlich wird seine Heimlichtuerei kein böses Nachspiel haben.
- Apropos Simone, die scheint sich herrlich mit Wes Bryant zu amüsieren und hat gleichzeitig kein Problem damit, ihr Privatleben und die Arbeit klar und strikt zu trennen – gut für sie!
- Bilde ich mir das ein, oder landen in letzter Zeit auffällig viele Personen aufgrund irgendeiner sexuellen Geschichte in der Notaufnahme?
- Dafür, dass Benson 'Blue' Kwan es doch ganz locker und ungezwungen mit Kavita Mohanty angehen lassen wollte, hat er sich schon ziemlich in ihre mysteriöse Essensbestellung reingestresst. Sind da vielleicht doch Gefühle im Spiel?
Fazit
Das war eine sehr abwechslungsreiche Episode, die trotz ihrer leichten Momente vor allem auch durch ernstere Töne überzeugen konnte. Hier konnte besonders die Geschichte von Katie glänzen, deren Zukunft gerade komplett in der Schwebe hängt und deren Schicksal sowohl Bailey als auch Lucas treffen wird.
Denise D. - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Strip That DownErstausstrahlung (US): 29.01.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Kevin McKidd
Drehbuch: Min-Woo Park
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