Bewertung: 8

Review: #15.09 Ein Sturm zieht auf (2)

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Ein Wind kann so manches herbei wehen – Plastikmüll, Laub oder natürlich die ein oder andere Zeitung. Im Falle von "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" kommen allerdings ganz andere Dinge herbeigeflogen: Vaterschaftsenthüllungen, Hiobsbotschaften, wichtige Lebensentscheidungen und natürlich das ein oder andere Love Triangle.

"I don't know if I'll ever find love again. But I'm happier than I've been in a long time. I'm having time. And when I do, I hear your voice."

Für mich stellt Merediths Sprung in das Datinggetümmel immer noch die überzeugendste und unterhaltsamste Storyline dieser Staffel dar. Auch wenn ich es vor dieser Staffel nie gedacht hätte und ich mich öfters zwicken muss, wenn ich mich beim Shippen erwische - schon lange habe ich nicht mehr bei einem Pärchen in dieser Serie so sehr mitgefiebert wie bei Andrew und Meredith. Merluca, wie sie bereits genannt werden, dürfen erneut wieder spannungsaufgeladene, erotische Szenen miteinander im Aufzug verbringen, in denen die Luft nur so zwischen ihnen so knistern zu scheint. Und spätestens wenn Giacomo Gianniotti seine Italienischkünste auspackt, muss doch jeder hin und weg sein, oder? Es tut gut, Meredith nach all den schwierigen Jahren so hingerissen zu erleben, hingegeben, flirtend. Und Andrew gewinnt mit seiner Geschichte über seinen psychisch kranken Vater einiges an Profil, die er natürlich wieder auf Italienisch erzählt. Was Meredith in einem netten Twist alles verstanden hat. Könnte ich irgendwo eine Petition unterschreiben, die es Ellen Pompeo und Giacomo Gianniotti gebietet, nur noch Italienisch zu reden? Ich kann mich einfach nicht sattsehen bei dieser Paarung. Link kann da so gar nicht dagegen ankommen – selbst wenn Meredith sich schlussendlich diese Entscheidung noch offenlässt. Aber mit einem Augenzwinkern – und das ist das Entscheidende.

Ceces Tod ist leider eine echte Überraschung, ein Twist, der mich doch kalt erwischt hat und der sicherlich nicht nur bei mir die Tränen kullern ließ. Die gutmütige, vielleicht etwas zu aufdringliche Matchmakerin hat mit ihrem Charme und ihren guten Taten so manch ein Herz im Krankenhaus erobern können und so sitzen der Schock und die Trauer tief bei den Ärzten und Ärztinnen. Gerade Helms Tränenausbruch und Merediths zärtliche Abschiedsworte bewegen zutiefst. Schon lange hat eine Patientin in "Grey's Anatomy" nicht mehr einen solchen Eindruck hinterlassen und ein Happy End hätten wir ihr alle gewünscht.

"I was in crisis[…] I needed to be somewhere where I couldn't do any harm."

Ich weiß einfach nicht, was ich zurzeit von Bailey halten soll. Ihr selbstauferlegtes Sabbat-Jahr im Bezug auf ihren Job und ihre Ehe lassen sie momentan in einem etwas schwierigen Licht erscheinen und auch in dieser Folge finde ich ihre Art mit Helm oder Alex umzugehen wenig professionell. Kommunikation ist das Schlüsselwort und ich glaube, hier hakt es ganz schön gewaltig bei Bailey: Sie kann Helm als deren Chef nicht unterstützen, weil sie nicht von ihren Problemen spricht, sie überschreitet Alex' Grenzen und entzieht ihm seine Autorität, weil sie völlig neben der Spur steht, sie kommuniziert ihre Sorgen Ben gegenüber als Vorwürfe und arbeitet nicht effektiv an ihren eigenen Unsicherheiten und Ängsten. Klar, Bailey ist psychisch krank und es ist gut, dass sie Alex gegenüber schlussendlich doch ihre Schwächen zugibt, doch Bailey muss so langsam einen Weg aus ihrer Krise finden. So erzeugt ihre Storyline nur noch Irritation und Genervtheit.

Alex kann mich in zwei Szenen hingegen von sich als Chief überzeugen. Die unglaublich niedlichen Lovebirds Nico und Levi erwischt er im Krankenwagen, hält ihnen jedoch keine scheinheilige Strafpredigt, sondern gibt ihnen, dank seiner langen Erfahrung, Tipps, wo sie ungestört Schäferstündchen halten können. Nicht nur, dass wir Glasses und Nico so herrlich unsicher zusammen erleben dürfen, Alex präsentiert sich dabei als toleranter, aber kollegialer Chef. Großartig.

Komplizierte Familien

Mit dem ärztlichen Schweigegelübde hat es Maggie nicht so, oder? In dieser Staffel hat sie es ganze drei (!) Mal gebrochen. Sie kann von Glück reden, dass sie das nur bei Familienmitgliedern oder ihrem Freund macht, sonst hätte sie wohl schon längst ihre Zulassung verloren. Okay, Spaß beiseite, nachdem mich die Storyline um Maggie und Jackson zuletzt sehr irritiert hat, scheint sie nun, durch den veränderten Fokus, doch an Potenzial zu gewinnen. Zwar befinden sich die beiden immer noch an einem schwierigen Punkt in ihrer Beziehung, doch nun muss Maggie, wie Jackson einst für sie, für ihn wegen seiner Mutter da sein, etwas, was sie sicherlich verbinden und enger zusammenbringen wird. Aber nicht nur die beiden, auch der komplette Webber-Avery-Clan scheint bereits jetzt enger zusammenzurücken, was die gemeinsame Szene mit Webber beweist: Wie Jackson Richard bei der Schulter nimmt und Maggie still Richards Hand nimmt, stimmt hoffnungsvoll, dass diese Familie auch Catherines Krebs gemeinsam durchstehen wird.

Wer tut einem in dieser Storyline eigentlich am meisten leid? Owen, der endlich seinen Kinderwunsch erfüllt bekommt, doch gleichzeitig wieder zwischen zwei Frauen steht? Teddy, die ihr Kind mit dem Mann, den sie liebt, großziehen wird, aber wohlmöglich nicht mit ihm zusammen sein? Oder Amelia, die gerade ihr Leben unter Kontrolle bekommen hat, und nun ihr harmonisches Familienleben von einem Tag auf den anderen zu verlieren scheint? Kompliziert ist und bleibt eine Untertreibung in den Verhältnissen zwischen Owen, Teddy und Amelia. Schön ist hingegen, dass trotz anfänglicher und immer wieder kehrender Zickereien zwischen Teddy und Amelia, die drei jedoch versuchen wollen, das Beste aus dieser Situation zu machen. Gerade Amelia präsentiert sich weiterhin von ihrer ungewohnten Reife und lässt Owen, trotz offensichtlicher Ängste, die Optionen offen und zeigt deutlich, dass sie für Owen nur sein Bestes im Sinn hat. Das Love Triangle ist zwar präsent, schimmert aber bis jetzt nur etwas durch, wenn Teddy und Owen sich beispielsweise nach ihrer Umarmung beinahe zu küssen scheinen. Hier kann tatsächlich so gut wie alles passieren – diese Storyline könnte ziemlich viel falsch machen und ein zähes Chaos präsentieren. Die letzte Szene von Owen mit Leo gibt mir allerdings zumindest das Gefühl, dass das Wohl der Kinder im Fokus stehen wird und nicht das der Erwachsenen.

Gutes Stichwort, denn Bettys Abwärtsspirale ist noch lange nicht vorbei. Zwar zerstört es etwas die herzerwärmende Szene von Betty und Amelia aus der letzten Folge, doch es wäre zu viel erwartet gewesen, wenn Betty tatsächlich einsichtig geworden wäre und Amelias Hilfe angenommen hätte. Webber konnte sich hier wunderbar präsentieren – zwar eher grimmig und mürrisch anstatt mit dem üblichen väterlichen Beistand, aber Webber ist und bleibt die gute Seele des Krankenhauses.

Fazit

Die erste Staffelhälfte war bis jetzt wahrlich durchmischt, doch der Wind hat tatsächlich einiges aufgewirbelt und stimmt mich wieder vorfreudiger für die nächsten Episoden. Gerade mit Merediths Liebesdreieck (Team Deluca!), Alex' Chiefqualitäten und der Annäherung zwischen den Webber-Averys kann man punkten und ich bin gespannt, was da noch so auf uns zugeweht kommt.

Lux H. - myFanbase

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