Bewertung: 9

Review: #7.14 Tierisch traurig

Foto: Lauren Graham, Gilmore Girls - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Lauren Graham, Gilmore Girls
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Diese Episode war die bis dato Beste, die diese etwas schwächere siebte Staffel zu bieten hatte. Einfach alles hat gestimmt, es gab von allem nicht zu viel und nicht zu wenig, der Humor war da, der Charme war da und Drama war auch vorhanden. Wow, ich bin ehrlich überwältigt, was gute Schauspieler, eine gewaltige Story und viele kleine Details ergeben können.

Ich bin des Weiteren wirklich überrascht, denn die Übersetzer, die in der Regel nicht die Genialsten sind, haben mit dem Titel "Tierisch Traurig" genau das beschrieben, was die Hauptcharaktere im Grunde ja sind.

Es gibt wirklich nicht viel zu meckern, aber auch wenn Charaktere wie Zack, Lane oder Luke nur kurze Auftritte hatten (Luke ja vollkommen unterging), so ist das nicht schlimm, weil sie vorgekommen sind und nicht so in das Geschehen hineingedrückt wie in #7.13 Am offenen Herzen wirkten. Michels Trauer um den Hund war natürlich nebensächlich aufgebaut, aber trotzdem war für rührende Momente gesorgt.

Lorelai und Chris

Ich fand die beiden in dieser Episode wirklich sehr beeindruckend. Nicht nur Lorelai, die ich außer in #6.22 Ganz oder gar nicht noch nie in solch einer emotionalen Verfassung gesehen habe, sondern auch Chris, der (endlich) erkannt hat, dass es nicht so weiter gehen kann und die beiden nun einen Schlussstrich ziehen müssen. Auch wenn Chris sich gegen Anfang der Episode noch sehr reserviert verhält, zeigt er das erste Mal in der Serie – soweit ich weiß – Tränen, und das Gespräch zwischen Lorelai und ihm am Ende der Episode ist wohl ein Highlight, dass ich nicht vergessen werde. Wie es aussieht, werden sich Christopher und Lorelai trennen und ehrlich gesagt, hatte ich mir dies auch schon gedacht. Ich erwähnte in meinen Reviews einige Male, dass ich immer schon einer der wenigen Chris-Fans war, aber auf der anderen Seite war ich mir bewusst, dass Chris immer nur Rorys Vater bleiben würde, aber nie wirklich Lorelais Mann für's Leben.

Ich bedauere dies, aber es war doch ein mutiger Schritt, dass sich Lorelai und Chris endlich ausgesprochen haben und sich hoffentlich nun im Klaren sind, was sie fühlen. An Chris würde es nicht liegen – keine Frage, denn er liebt Lorelai -, aber Lorelai und Luke verband immer schon etwas besonderes. Die Gespräche zwischen Lorelai und Chris waren sehr aussagekräftig und nachdem wir nun endlich wissen, wie es um die Zukunft der beiden aussieht, kann man nur gespannt sein, wie es Emily auffassen wird.

Rory und Logan

Das Paar wird in dieser Folge vor eine Situationen gestellt, die vielleicht schon jedem Paar widerfahren ist: Rory fühlt sich zu einem anderen Mann hingezogen. Ich war keinesfalls schockiert, sondern eher interessiert, wie Rory dies aufnimmt, wenn sie bemerkt, dass sie sich zu einem Mann, der nicht Logan heißt, hingezogen fühlt. In erster Linie war es Rory eindeutig peinlich, sie war beschämt und ich denke auch ängstlich, da Logan in der Hinsicht auch wie Christopher/Luke hätte reagieren können (Schlägereien vor dem Pavillon und etc.). Aber Logan hat die Sache nun wirklich locker gesehen und ich bin ehrlich überrascht, empfinde aber auch, dass Logan sich hier wieder einmal als toller Freund herausstellt. Schon in der letzten Episode bewies er, dass er sich um Rory und ihre Familie sorgt und er alles aufs Spiel setzen würde, wenn es darum ginge, Rory zu helfen.

Rory so verwirrt so sehen, erinnerte mich schon fast wieder an den Piloten der Serie, in dem Rory sich zu Dean hingezogen fühlte und sich oft verhaspelte. Sie führt sich wirklich wie ein Schulmädchen auf und ist recht verlegen. Ob wir den Mann, Tucker, in der nächsten Episode wieder zu Gesicht bekommen? Es wäre natürlich interessant, ob Tucker die Beziehung zwischen Rory und Logan ins Wanken bringen kann, falls er noch öfter auftauchen würde, denn in dieser "Friede-Freude-Eierkuchen"-Art kann es nicht (immer) weitergehen. Jedes Paar hat seine Differenzen und dann liegt es an den jeweiligen Partnern, wie sie diese Meinungsverschiedenheiten lösen.

Apropos Logan... Was ist denn überhaupt aus seiner Internetfirma geworden?

Michel in Trauer

Überraschenderweise soll Michels verstorbener Hund Chin Chin eine Trauerfeier von Lorelai und Sookie bekommen, die jedoch gar nicht wissen, wie denn so eine Hunde-Trauerfeier eigentlich zu organisieren ist. Ich gebe zu, dass es schwer wäre, eine solche Feier zu organisieren, aber irgendwie – und das haben Sookie und Lorelai bewiesen – wird es schon klappen. Ausgerechnet Chin Chin, der Bruder von Pau Pau, deren Namen sehr originell sind, ist gestorben und wenn sich mein Superhirn richtig erinnert, so gab es doch in der ersten oder zweiten Staffel eine Episode, in der Michel die beiden Hunde bei sich aufgenommen hatte. Ich kritisierte schon mehrmals, dass Rosenthal zu viele alte Geschichten wieder aufrollen würde und diese dadurch nicht mehr witzig sind, aber die Sache um die Hunde ist sehr gelungen. Keine Frage.

Sehr witzig fand ich Michels Spruch über seinen Hund Pau Pau, in dem er sagte, Pau Pau würde nach dem Tod von Chin Chin etwas neben sich stehen. Besonders lustig wurde die Szene dadurch, da die Kamera den Hund einblendete. Auch Michels Erzählung darüber, er habe aus Frust einen Hamburger bei Luke bestellt, diesen dann mitgenommen, aber weggeworfen, wurde sehr humorvoll gestaltet.

Sehr gut hat mir das Lied "My Heart Will Go On" von Celine Dion gefallen, welches auf der Trauerzeremonie gespielt wurde, während Lorelai ganz nachdenklich das Geschehen betrachtete. Auch wenn der Song natürlich nicht ganz so klang, wie von Celine Dion, so war es sehr schön und hat eindeutig gepasst, da auch eine traurige Stimmung im Raum lag.

Paris, Emily & Richard

Emily und Richard haben nur am Anfang der Episode Platz gefunden, aber damit war ich auch schon vollkommen zufrieden. Eben nicht zu viel und nicht zu wenig. Denn in dieser Episode geschieht recht viel und dadurch war es umso verständlicher, Richard erstmal aus dem Spiel zu lassen, da der Herzinfarkt nicht mehr von großer Bedeutung war und nun auch schon wieder an die Zukunft gedacht wird. Emily, Lorelai und Rory, die mit Richard Laufen übten, gaben sehr schöne Szenen ab, da sie sich eifrig über Richards Zimmernachbarin lustig machten, die anscheinend ein Verhältnis mit einem über dreißig Jahre jüngeren Mann hat.

Auch Paris wusste wieder einmal mit ihrem Charme zu spielen. Ihre eifrige Art ist in erster Linie einmal lobenswert, aber auch humorvoll. Erwähnen möchte ich noch Doyle, der in dieser Staffel gerade zwei Mal zu sehen war. Bitte, lasst ihn in den nächsten Episoden öfters vorkommen!

Fazit

Sehr gute, tiefgründige Episode. Ich bin gespannt, wie es weiter geht und wie Emily die Tatsache, dass Lorelai und Chris sich trennen, aufnimmt.

Niko Nikolussi - myFanbase

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