Bewertung: 8

Review: #3.13 Babyalarm!

Die Fragen, wie Lorelais Schwangerschaft damals abgelaufen ist und wie die Reaktionen der Beteiligten waren, haben mich bereits seit Anfang dieser Serie interessiert. Mit der Episode #3.13 Babyalarm wurden sie schließlich beantwortet, und dies auch zufriedenstellend.

Diese Folge ist die erste Episode von "Gilmore Girls", in welcher mit Flashbacks gearbeitet wird. Auch wenn es zunächst ein wenig ungewöhnlich erscheint, passen die Rückblicke doch sehr gut in die Folge und man freut sich als Zuschauer zu erfahren, wie Lorelai es damals geschafft hat, ihr Leben als Teenager zu managen und gleichzeitig schwanger zu sein. Lorelais Erinnerungen werden durch die gegenwärtige Schwangerschaft von Sherry, Christophers Verlobter, hervorgerufen. Rory erhält eine Einladung zum Kaiserschnitt ihrer Halbschwester und nachdem keiner von Sherrys Freundinnen auftaucht und sie ganz alleine mit der nervösen Stiefmutter im Krankenhaus festsitzt, eilt ihr Lorelai natürlich zur Hilfe – sehr zum Missfallen von Emily.

Amüsant fand ich die Einladung zum Kaiserschnitt, denn nur eine knallharte Geschäftsfrau wie Sherry würde extra für die Geburt ihres Kindes einen Termin vereinbaren, der auch unbedingt und pünktlich eingehalten werden muss. So bleibt es an Lorelai hängen, sich um die aufgebrachte Sherry zu kümmern, was man ihr aufgrund der vergangenen Ereignisse hoch anrechnen muss. Hier beweist Lorelai wieder einmal, dass sie eine starke Frau und keineswegs nachtragend ist. Eine andere Person wäre bestimmt nicht so nett zu Sherry gewesen, auch wenn diese in den Wehen liegen würde, schließlich ist sie der Grund dafür, dass Lorelai und Christopher nicht zusammen sein können. Daher war auch Emilys Reaktion vollkommen nachvollziehbar, denn ich wäre auch entsetzt gewesen, hätte ich erfahren, dass meine Tochter ins Krankenhaus fährt, um ausgerechnet der Frau beizustehen, welche Schuld am gegenwärtigen Liebesdesaster ist. Und die Aufgeregtheit und Verblüfftheit von Emily und Richard waren natürlich auch berechtigt, als sie damals erfuhren, dass ihre Tochter mit nur sechzehn Jahren schwanger ist und ein Kind erwartet. Dennoch erschienen die Gilmores weitaus reifer und sympathischer als die Eltern von Christopher, welche sogleich eine Abtreibung in Erwägung zogen und einzig und alleine Lorelai die Schuld in die Schuhe schieben wollten. Zu einer Schwangerschaft gehören immer noch zwei Leute, so auch Lorelai und Christopher.

Während die Eltern also aufgebracht darüber diskutieren, was das Beste für beide ihrer Kinder ist, sprechen auch Lorelai und Christopher ehrlich miteinander und in dieser Szene kann man sehr gut erkennen, dass Lorelai bereits damals sehr erwachsen und reif war. Sie wusste schon immer, was sie erreichen will und wie sie dies bekommen kann, im Gegensatz zu Christopher, der den Plänen seiner Eltern stur und blind vertraut hätte. Daher erscheint Lorelais Entscheidung, Christopher nicht zu heiraten und Rory alleine großzuziehen auch einleuchtend, denn so konnte sie verhindern, dass sowohl sie als auch Christopher todunglücklich werden würden. Dies ist ein erneuter Beweis für Lorelais enorme Stärke, denn ich bin mir sicher, dass sie sich ihrer Entscheidung und deren Konsequenzen durchaus bewusst war, diesen Weg aber dennoch eingeschlagen hat. Eine dieser Konsequenzen ist schließlich auch, dass Lorelai ihre Eltern aus ihrem Leben ausschließt und sie somit auch nicht informiert, als sie in den Wehen liegt. Auch wenn es mir nicht ganz logisch erscheint, dass Emily und Richard gar nichts mitbekommen haben, als Lorelais Fruchtblase platzte und sie ins Krankenhaus fuhr, war es doch beeindruckend zu sehen, wie ein noch so junges Mädchen ihr Leben und das ihres Kindes managt.

Die beiden Szenen, welche für mich wohl die Emotionalsten der gesamten Folge waren, sind zum einen die Augenblicke, in welchen Lorelai und Christopher zunächst Rory und dann Gigi im Brutkasten beobachten, und zum anderen, als Emily den Brief von Lorelai findet, in welchem sie ihrer Mutter mitteilt, dass sie ausgezogen ist. Besonders die letzte Szene hat mich gleichzeitig gerührt, aber auch schockiert, denn selbst wenn ich bereits ahnte, dass Lorelais Verschwinden sehr plötzlich kam, hätte ich mir doch gewünscht, dass ihr Abschied etwas mehr als nur ein kurzer Brief gewesen wäre. Der Schmerz von Emily über das überstürzte Ausziehen ihrer Tochter war fast greifbar und so hat es mich besonders gefreut, dass Lorelai in der Gegenwart ihrer Mutter schließlich einen DVD-Recorder schenkt, damit diese all ihre Lieblingsfilme jederzeit ansehen kann. Es gibt eben viele unterschiedliche Wege seine Liebe und Zuneigung auszudrücken, und da es sowohl Emily als auch Lorelai immer schon schwer gefallen ist, ihre Gefühle zu zeigen, finde ich diese praktische Art und Weise umso schöner.

Fazit

Eine durchaus gelungene Folge, welche einen schönen Einblick in Lorelais Jugend und Schwangerschaft gibt und somit auch das Verhältnis zu ihren Eltern und ihre Entscheidung bezüglich Christopher verständlich macht.

Melanie E. - myFanbase

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