Bewertung

Review: #11.21 Heaven Help Us

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Chicago Med
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Wir haben es hier mit einem Staffelfinale zu tun, bei dem ich ehrlich gesagt nicht weiß, ob ich froh drüber oder eher enttäuscht sein sollte. Jedenfalls hat "Chicago Med" eine actionreichere Promo geboten, als es letztlich der Fall gewesen ist. Aber ob ich dadurch wirklich enttäuscht gewesen bin?

Irgendwie hatte ich in meiner gedanklichen Vorstellung ein Drehbuch geschrieben, welches spannender und brutaler war und bei dem ich erkennen musste, dass das, was mir präsentiert wurde, deutlich humaner gewesen ist. Ich habe mir auch Gedanken darum gemacht, warum es so gewesen ist, immerhin ging die Geiselnahme ziemlich gut und ohne großen Zwischenfälle aus. Wahrscheinlich liegt es daran, weil man in der realen Welt schon genügend schlimme Dinge erleben und hören muss, dass man in Serien eher auf die menschliche und verständnisvolle Seite hinweisen möchte. Ich muss allerdings zugeben, dass ich selbst über mich grinsen musste. Ich glaube, ich habe drei Staffeln hintereinander Sorgen gemacht, wir müssten uns von Steven Weber verabschieden, weil er als Dean Archer den Serientod sterben würde. Jetzt wurde er diesmal als Geisel genommen und ich bin mir sicher: Nein, ihm wird nichts passieren. Außerdem wäre es ein schwerer Schlag für Hannah Asher gewesen. Monatelang sorgt sie sich darüber, vielleicht ein mögliches Schicksal wie ihre Mutter zu erleiden, was auch in dieser finalen Episode noch einmal zur Sprache kommt und wunderbar von Vera Lovell getragen wird, sodass ich inständig hoffe, wir werden sie in der kommenden Staffel wiedersehen, nur um dann den Vater ihrer Tochter zu betrauern. Das wäre echt grausam gewesen, für Dramaserien allerdings auch gern genutztes Stilmittel, um die Emotionen noch weiter zu befeuern. Allerdings hatten die kurz nach der Geburt von Mabel ja in meinen Augen der Höhepunkt erreicht.

Aber bevor ich genauer darauf zu sprechen komme, muss ich die Geburt von Olivia Prices Sohn erwähnen. Ganz offensichtlich war bei mir der Wunsch des Gedankenvaters etwas größer, aber wahrscheinlich hatte ich es nur falsch in Erinnerung. Olivia war mit Zwillingen von unterschiedlichen Vätern schwanger, wenn ich mich richtig erinnere, das Mädchen hat es allerdings nicht geschafft. Zum Glück verlief die Geburt ohne große Komplikationen. Wie ich es vermutet habe, wurde Jacob Maede ebenfalls mit eingebunden, was eine kleine amüsante Szene hervorbrachte, bevor alle ihr Elternglück genießen können.

Apropos Glück. Ich hoffe ja wirklich, Dean und Hannah finden in der nächsten Staffel ihr Liebesglück, für mich hat man mit den finalen Szenen zwischen den beiden die Freundschaftszone eindeutig verlassen. Auch wenn ich mir über einen wirklichen langen Zeitraum gewünscht habe, die beiden mögen nur Freunde sein, fand ich das Liebesgeständnis von Dean wirklich goldig und quasi ist das auch eine Fortsetzung von seinem ersten Versuch am Fahrstuhl gewesen. Hannahs Reaktion konnte ich ebenso gut nachvollziehen. Die letzten Monate waren ja wirklich emotionaler Stress für sie, besonders weil ihre Angst vor der Zukunft mit ihrer Angst in der Vergangenheit zusammenhing und diese sich erst mit der Geburt der kleinen Mabel gelegt hat. Somit kann Hannahs Kuss in jede Richtung gedeutet werden. Ich hoffe zumindest, wir werden die beiden mal privat beim Elternsein erleben.

Eben habe ich den emotionalen Stress angesprochen, von dem auch Kip Lenox betroffen war. Wie ich schon in meiner letzten Review geschrieben habe, halte ich ihn für nicht so schwach, wie von Caitlin Lenox dargestellt. Ich konnte aber auch bei ihm seinen emotionalen Ausbruch verstehen, als seine Schwester ihm die Wahrheit über ihre Krankheit offenbart hat. Immerhin laufen da mehrere Dinge gleichzeitig ab. Vielmehr macht mir Caitlin Sorge, nachdem sie mit Mitch Ripley geschlafen hat. Ob sie ein schlechtes Gewissen hat und sich doch für eine Weile vom Acker macht, um für sich selbst erst einmal klarzukommen, immerhin scheint es zwischen ihr und Mitch ja wirklich ernst zu sein und das könnte sie überfordern. Zudem hätte man eine logische Erklärung für Sarah Ramos' Schwangerschaft. Warten wir mal ab.

Bevor ich auf Sharon Goodwin und Daniel Charles zu sprechen komme, haben wir noch einen emotionalen Teil zu John Frost. Es war nicht überraschend, dass es mit seinem Vater James Frost kein gutes Ende nehmen wird. Für mich war aber auch nicht überraschend, dass John seinem Vater verzeihen wird. Immerhin relativiert sich bei einem bevorstehenden Tod so ziemlich alles. Ich denke auch, es war wichtig, dass John mit seinem Vater alleine war. Ebenso wichtig fand ich es, dass er sich mit seiner Mutter Celeste Frost versöhnt hat. Ich hoffe, wir bekommen sie in der nächsten Staffel wieder zu sehen.

Kommen wir zum Abschluss zu Daniel und Sharon, deren Handlungen irgendwie miteinander verbunden sind und natürlich darf man hierbei auch nicht Theo Rabari vergessen, den ich ja für tot erklärt habe, wäre der Lockdown anders gekommen, aber es ging ja alles gut aus, auch wenn ich diese Polizeiarbeit doch sehr dürftig fand. Letztlich bin ich aber froh, dass man mit Theo so verfahren ist, wie man es gesehen hat. Für mich hat sich da auch etwas zusammengefügt. In einer der letzten Episoden sagte er aus, er ist wegen Daniel ans Med gekommen, weil alle ihn für ein Genie halten. Und was soll ich sagen? Es stimmt. Damit ist weniger gemeint, dass er herausgefunden hat, dass Theo ein Soziopath ist, sondern dass er ihn menschlich behandelt und erkannt hat, dass Theo tatsächlich bemüht war, sich zu bessern. Clever war dabei auch, Gio in den Fall einzubauen. Ich hatte ja schon vor ein paar Wochen geschrieben, dass ich mir hierzu eine Auflösung wünsche und siehe da, es war nicht nötig, die Polizei dazu einzuschalten. Ich muss Daniel allerdings zustimmen: Ich habe mir Gio, oh, Verzeihung, ich habe mir Scott auch anders vorgestellt. Damit wird aber unterstrichen, wie die Gesellschaft heutzutage geworden ist, wenn man mal bedenkt, wie jung Scott ist und welche Gedanken ihn schon umtreiben. Bei dem face-to-face-Gespräch mit Daniel hat sich für mich auch noch einmal bestätigt, warum er seine Stelle nicht verlieren durfte, gleichzeitig wurde damit auch noch einmal unterstrichen, dass Daniel auch sehr loyal sich selbst gegenüber ist und Theo eben nicht an den Pranger gestellt hat, obwohl er damit verdammt leichtes Spiel gehabt hätte. Aber das hat auch für die Versöhnung mit Theo auf Augenhöhe gesorgt.

Anders als von mir erwartet bietet Sharons Rauswurf den Cliffhanger für die kommende Staffel. Ich überlege aber noch ernsthaft, was mich mehr schockt: Dass sie den Datenschutz missbraucht hat oder dass Miranda Lewis doch noch einen Grund gefunden hat, ihr Vorhaben durchzusetzen, um Sharon loszuwerden. Ich bin mir nicht sicher, ob man Miranda wirklich trauen kann. Ich bin mir auch nicht sicher, inwieweit diese Sache die Freundschaft zwischen Daniel und Sharon beeinflussen wird. Ich bin mir aber sicher, dass Sharon nicht kampflos ausgeben wird.

Fazit

Das Staffelfinale von "Chicago Med" ist anders verlaufen, als ich vermutet hatte, und war gar nicht so actionreich wie ich anfangs angenommen habe. Dennoch hat man interessante Weichen für die neue Staffel gestellt, auf die ich doch recht gespannt bin.

Daniela S. - myFanbase

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