Bewertung

Review: #8.08 Everyone's Fighting A Battle You Know Nothing About

Wir stehen kurz vor dem Midseason-Finale und bei dieser Episode wirkt es auch so, als hätte man einige Weichen gestellt, die für Spannung und Emotionalität sorgen werden. Bei manchen bin ich mir aber nicht sicher, ob sie wirklich einen guten Ausgang nehmen werden. Aber mal der Reihe nach.

Gerne möchte ich mit dem freudigsten Ereignis anfangen: Die Einladung zur Hochzeit von Ethan Choi und April Sexton, über die ich mich ganz ehrlich freue. Die beiden hatten es in den Staffeln, als Yaya DaCosta noch zum Hauptcast gehört hat, wirklich nicht einfach. Zum großen Teil lag das auch daran, weil Ethan eben so verbissen die Regeln befolgt hat, was nicht falsch ist, was aber auch manchmal nicht ganz human ausfiel. Aber durch seine Schusswunde und dem Tod seines Vaters hat Ethan definitiv eine Phase durchgemacht, bei der es auch möglich war und möglich ist, dass man uns nun andere Seiten von ihm zeigt. Es sind Seiten, die sich April schon länger an ihm 'gewünscht' hat und die Ethan verdammt gut stehen.

Da bereits bekannt ist, dass Brian Tee mit der nächsten Episode die Serie verlässt, konnte man in dieser Episode erkennen, wie sein Ausstieg aussehen wird. Zum einen haben wir da die Hochzeit von den beiden, auf die ich mich wirklich freue, auch wenn ich davon ausgehe, dass sie nicht ohne Zwischenfälle sein wird, dazu komme ich gleich noch genauer. Zum anderen wurde besonders zum Schluss dieser Episode deutlich, dass Ethan wohl gehen wird, weil ihm noch wichtiger geworden ist, den Menschen helfen zu können und zwar auf eine Art und Weise, die wirklich etwas bewirkt. Somit hat man hier mit Sharon Goodwin, Crockett Marcel und Jack Dayton einen verdammten Kontrast gesetzt und gezeigt. Durch seinen Patienten Buddy ist Ethan nochmal deutlicher geworden, dass es nicht nur hilft, den Patienten zu behandeln, sondern das Problem zu beheben, was im System liegt. Mit Buddy haben wir einen Obdachlosen, der zwar behandelt wurde von einem Arzt, aber nicht, wo es nötig war, weshalb er sterben wird. Wenn man sich das durch den Kopf gehen lässt, wird einem doch anders und man bzw. ich frage mich, ob es nur noch um den Profit geht. Dass Ethan nicht weiß, wie lange er sich das noch mit ansehen kann, unterstreicht einfach auch wieder seine Charakterzüge und ich bin wirklich gespannt, was uns in der letzten Episode mit Brian Tee geboten wird, immerhin wird den Fans versprochen, es wird etwas sein, dass wunderschön und passend sein wird und nach dieser Episode bin ich mir dessen auch ziemlich sicher und kann Ethan guten Gewissens gehen lassen.

Kein gutes Gefühl habe ich allerdings bei Dean Archer. In der letzten Review habe ich nicht mehr an eine Abhängigkeit geglaubt, doch vielleicht ist diese doch noch nicht vom Tisch. Nachdem er so zusammengeschlagen wurde, leidet er unter Schmerzen, die er natürlich nicht zeigt. Seine Verletzungen scheinen aber schlimmer zu sein, als es bisher den Anschein hatte und auf mich wirkte es diesmal so, als ob er auch ein Nierenproblem entwickeln würde, wovon wir die Auswirkungen im Midseason-Finale erleben werden. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass Archers Leben am seidenen Faden hängt, gehe aber davon aus, dass man hier eine Handlung aufbaut, die ihm zeigen wird, es ohne Hilfe womöglich nicht zu schaffen. Ein bisschen unglücklich bin auch über die Reaktion von Hannah Asher. Sie kennt Archer zwar noch nicht so lange, aber seine eigene Reaktion hat doch deutlich gezeigt, dass ihm die Aufnahmen wichtig sind, zu wichtig, als dass sie nur von einem Patienten stammen. Ich gebe mal davon aus, dass es nicht mehr lange dauern wird und er seinen Zustand nicht mehr verheimlichen kann. Hier hat man auf jeden Fall einen interessanten Strang angefangen, der Archer noch einmal von einer völlig neuen Seite zeigt.

Von einer neuen Seite wurde uns auch irgendwie Maggie Lockwood gezeigt. Ich bin ja davon ausgegangen, dass mit dem Weggang von Vanessa Taylor auch die Sache mit Grant Young vorbei ist. Dass dem nicht so zu sein scheint, hat man uns ja schon präsentiert. Offenbar hat man davon noch nicht genug gehabt und hat jetzt noch einen oben drauf gesetzt. Ich kann verstehen, dass die beiden noch einiges verbindet, weil sie vielleicht auch keinen Abschluss hatten. Jedoch hätte der Autounfall in meinen Augen nicht sein müssen, zumal ich davon ausgehe, dass Ben Campbell es, unter welchen Umständen auch immer, erfahren wird und eigentlich habe ich keinerlei Lust auf Streit, Ehekrise oder was sonst noch sein wird. Ben und Maggie haben in der Vergangenheit genug durchgemacht, so dass ich es lieber sehen würde, dass man ihnen nicht schon wieder so einen Brocken hinschmeißen würde. Viel interessanter fand ich daher den Fall von Will Halstead, der eben auch Marcel zum Grübeln angeregt hat. Ich finde dieses legale Tauschverfahren von Organen ziemlich interessant, auch wenn ich erst einmal verwundert war, dass es legal ist, wobei wir hier von Amerika sprechen. Ich konnte auch verstehen, dass Roberta Zweifel hatte, da es ja nicht selbstverständlich ist und sie erst einmal darüber aufgeklärt werden wollte, da man so Zweifel beseitigt hat Ebenfalls konnte ich gut Marcels Zweifel verstehen. Auf den ersten Blick wirkte es tatsächlich so, als wolle man ihn nur als eine Art Druckmittel benutzen – zumindest wenn es nach Peter Kalmick gegangen wäre, aber das ist eben auch einer der Gründe, weshalb der Gute mir unsympathisch ist. Ich bin gespannt, inwieweit Jack noch involviert wird oder ob er nicht doch mit einem Wunsch einer Gegenleistung um die Ecke kommen wird. Noch ist mir das zu schön, um wahr zu sein, ähnlich, wie auch Sharon das in der letzten Episode angemerkt hat.

Zuletzt möchte ich auf den Fall von Hannah und Nellie Cuevas kommen. Es ist wahrlich nicht das erste Mal, dass in "Chicago Med" Vergewaltigungsopfer als Patientinnen auftauchen, doch der Fall rund um Gloria hat mir doch einen eiskalten Schauer über den Rücken gejagt, denn sie wurde vergewaltigt, aber war dabei nicht bei Bewusstsein. So oder so ist eine Vergewaltigung schrecklich, aber in Glorias Fall ist das nochmal anders, nicht nur weil sie illegal im Land ist, sondern weil Hannah etwas von sich preisgegeben hat, was man ebenfalls nur schlecht (alleine) verarbeiten kann. Mich hat es sehr berührt, dass sowohl Hannah als auch Nellie mit ihrer Patientin wie mit einer Freundin gesprochen haben. Ich denke, das ist enorm wichtig, weil es ein Vertrauensverhältnis schafft und es von der Emotionalität her nochmals anders aufgefangen werden kann. Und das war es wahrscheinlich auch das, was sowohl Hannah als auch Nellie zum Reden gebracht hat, da Gloria bei beiden etwas ausgelöst hat und wir beide Ärztinnen noch einmal besser kennengelernt haben. Ich schätze auch mal, dass durch Nellies Geständnis nochmal was nachkommen wird und dann werden wir sehen, ob wir uns auch von diesem Charakter verabschieden müssen, was ich schade fände, da sie sich Daniel Charles' Worte zu Herzen genommen und auf ihr Bauchgefühl gehört hat.

Fazit

"Chicago Med" hat in dieser Staffel einen verdammt guten und vor allem stabilen Lauf, bei dem auch schon wunderbare Weichen für das bevorstehende Midseason-Finale gestellt wurden, welches hoffentlich mehr Fragen beantworten anstatt aufwerfen wird.

Daniela S. - myFanbase

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