Bewertung

Review: #6.08 Abschiedsschmerz

Foto: Torrey DeVitto, Chicago Med - Copyright: Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; 2020 NBCUniversal Media LLC. All Rights Reserved.; Elizabeth Sisson/NBC
Torrey DeVitto, Chicago Med
© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.; 2020 NBCUniversal Media LLC. All Rights Reserved.; Elizabeth Sisson/NBC

Immer wieder wird gesagt, dass es wichtig ist, Abschied zu nehmen. Tut man das nicht, wird man das bereuen und vor allem kann man die Sachen nicht verarbeiten, wenn man keinen Abschied hatte. "Chicago Med" hat auch diesmal einige Beispiele dafür und diese sind ziemlich emotional. Zudem lernen wir endlich mal ein Familienmitglied von Natalie Manning kennen und auch von Maggie Lockwood erfahren wir etwas sehr Familiäres, was sich sicherlich noch über die Staffel ziehen wird.

Seit Beginn der Staffel wissen wir, dass Natalie ihre Mutter Carol Conte zu Besuch hat, die Owen gehütet hat, als Lockdown während der Pandemie herrschte. Allerdings hatte wir bisher kein Gesicht zu ihr, weshalb ich mich sehr gefreut habe, als bekannt wurde, dass für die Rolle Margaret Colin gecastet wurde. Colin mochte ich schon in "Gossip Girl" sehr gerne (was ich vielleicht mal wieder schauen sollte). Dort hat sie auch eine Mutter gespielt, die aber nicht so warmherzig erschien, wie es hier der Fall ist. Ich hätte mir aber durchaus ein Kennenlernen unter besseren Voraussetzungen gewünscht, da Carol herzkrank ist bzw. vielleicht sogar ein neues Herz braucht und das könnte bedeuten, dass sie sogar sterben könnte und ich glaube nicht, dass Natalie das verkraften würde, hat sie doch schon ihren Mann verloren.

Mit Carols Gesundheit bringt man aber auch die Rivalität von Will Halstead und Crockett Marcel auf den Plan oder hat es zumindest versucht. Dass Natalie in einer emotionalen Zwickmühle steckt, steht außer Frage. Als Ärztin ohne wirkliche persönliche und emotionale Bindung hätte sie Carol ohne Wenn und Aber sofort zum Kunstherz geraten, aber da es um ihre Mutter geht, mit der sie noch lange eine Zukunft will, ist sie auch von Wills Studie nicht abgeneigt, was ich durchaus verstehen kann. Ich hatte aber auch ein bisschen das Gefühl, dass Will seine Studie unbedingt bekannter machen will, auch wenn er nur das Beste für Natalie und Carol will, weil er sie eben schon so lange kennt. Marcel ist in diesem Punkt eindeutig besser gewesen, weil er eben beide Faktoren benannt hat: Das Medizinische und das Emotionale. Ich bin mal gespannt, ob da nicht noch was nachkommt, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass Carol damit geheilt ist, auch wenn ich mir das für sie durchaus wünschen würde. Wo ich Marcel aber widersprechen muss, ist, dass alte Gefühle bei Will und Natalie wieder hochkommen. Ich kann seine Gedanken dahingehend echt verstehen genauso wie seine Angst. Auf mich wirken die beiden aber auch wie enge Freunde, die sich einfach wichtig sind und das unterstreicht ja auch Natalies Aussage gegenüber ihrer Mutter. Dennoch denke ich, dass die junge Liebe zwischen ihr und Marcel auf eine harte Probe gestellt wird und man wird wahrscheinlich erst in den kommenden Episoden sehen, wie sich das auswirken wird.

Die Auswirkungen, dass Ethan Choi überarbeitet ist, haben sich ja nun auch gezeigt und ich bin froh, dass Sharon Goodwin so schnell reagiert hat und prompt lernen wir auch Dean Archer kennen, der zusammen mit Ethan beim Militär gearbeitet hat. Man hat sofort die Verbindung der beiden gemerkt, allerdings kann ich Archer noch nicht richtig einschätzen. Einerseits wirkt es auf mich so, als wolle er Ethan fördern und das Beste aus ihm herausholen, was nicht gänzlich falsch ist. Anderseits wirkt es aber auch so, als habe oder würde er ein Problem damit haben, dass es nun praktisch ein Rollentausch gegeben hat, und Archer Ethan unterstellt ist. April Sexton hat dies ziemlich schnell durchschaut, aber ich vermute fast, dass sie sich nicht wird durchsetzen können. Dennoch habe ich hier schon Blut geleckt, weil es mit Sicherheit auch völlig andere und neue Seiten von Ethan zeigen wird und ich bin gespannt, wie Archer (und die anderen) reagieren wird (werden).

Sehr emotional fand ich auch den Fall von Daniel Charles und Maggie. Ein Kind zu verlieren ist schrecklich, aber sich nicht verabschieden zu können, aus welchen Gründen auch immer, das wünscht man echt keinem, aber genau das ist bei Tally nach einem Unfall vor über einem Jahr passiert und auf tragische Weise hat sie ihre erst drei Monat alte Tochter Sarah verloren. Alleine schon das macht deutlich, wie emotional dieser Fall eigentlich ist. Tally konnte sich nicht von ihrer Tochter verabschieden, weil sie selbst verletzt war und so hat ihr Mann Jim alle Entscheidungen getroffen. Dass Tally das alles nicht verarbeitet hat, erkennt man an der Puppe, die sie seitdem hat und das Ereignis immer wieder nachstellt. Sie hat also eine PTBS, die sie nicht verarbeitet hat und ich frage mich, wie oft sie vielleicht schon in Krankenhäusern vorstellig wurde und das Personal ähnlich wie James Lanik reagiert hat. Ich fand Daniels Vorgehensweise sehr behutsam und richtig, denn man braucht einen Abschied/Abschluss, damit man danach weiterleben und auch weitermachen kann. Überraschend kam daher auch das Geständnis von Maggie, dass sie eigentlich mit Auggie, dem man wünscht, dass er bei seinem Bruder aufwachsen kann, sogar ein zweites Kind verliert. Ich war dadurch doch etwas überrumpelt. Vermutlich liegt das auch daran, weil man Maggie selten von der privaten Seite erlebt. Dass sie mit 16 Jahren schwanger wurde und eine Tochter auf die Welt gebracht hat, erklärt wohl auch ihren kurzen Streit mit Ben Campbell. Ich gehe mal davon aus, dass wir ihre Tochter im Verlauf der Staffel noch kennenlernen werden. Passend fand ich dazu aber auch den Freundschaftsmoment zwischen Maggie und Sharon, die ihr genau das Richtige gesagt hat und was Maggie sicherlich auch hilft.

Hilfe braucht vielleicht auch Daniel, jetzt, wo Anna Charles (erst einmal) bei ihm wohnt. Ich finde es aber eine passende Gelegenheit, auch ihn mal von einer privateren Seite kennenzulernen, auch wenn ich glaube, dass er es nicht immer einfach haben wird. Ich denke aber auch, dass Daniel gerade die bessere Wahl für Anna als Susan Charles ist, die ich diesmal doch arrogant und zickig fand.

Fazit

"Chicago Med" hat in der bisherigen Staffel vieles richtig gemacht und vor allem schlägt man sehr familiäre Töne an. Das gefällt mir ziemlich gut, weil mir das in diesem Spin-Off immer ein bisschen zu kurz kommt. Aus diesem Grund hoffe ich auch, dass man diese Richtung beibehalten wird und so die Charaktere noch besser kennenlernen wird.

Daniela S. - myFanbase

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