Bewertung: 8

Review: #5.01 Das Tier im Mann

Nach dem spannenden Cliffhanger vom Finale der vierten Staffel von "Chicago Fire", geht es nun endlich in die fünfte Runde. In #5.01 The Hose or the Animal erleben wir eine weitere Auseinandersetzung zwischen Jimmy Borrelli und Chief Wallace Boden, deren Aus- und vor allem auch Nachwirkungen noch für einigen Stoff sorgen wird. Währenddessen zeigen sich Sylvie Brett und Randall 'Mouch' McHolland von einer völlig anderen Seite, Gabriela Dawson zieht es wieder zu ihren Wurzeln zurück und Kelly Severide könnte bald mit dem Gesetz in Konflikt kommen.

Lastet auf ihm bald ein Menschenleben?

Fangen wir doch gleich mal mit der Storyline an, die nicht nur für das Staffel-4-Finale einen spannenden Cliffhanger bot, sondern auch gleich noch für den Staffel-5-Auftakt: Grant Smith! Ehrlich gesagt war ich anfangs ja ein bisschen enttäuscht, dass man den Cliffhanger nicht sofort aufgelöst hat. Ich weiß zwar nicht, wie es mir persönlich gehen würde, doch irgendwann wäre mir doch aufgefallen, dass noch jemand in der Wohnung ist, der eigentlich keinen Zutritt hat. Zudem würde ich Grant nicht unbedingt als jemanden einschätzen, der sich über mehrere Stunden geräuschlos in einer Wohnung aufhalten kann, ohne dass ihn jemand bemerkt. Zudem kann man davon ausgehen, dass Grant erst dann die Wohnung verlassen hat, nachdem er sich sicher war, dass sich auch Severide nicht mehr in der Nähe von Stella Kidd aufhält.

Umso erschreckender fand ich es, wie leichtsinnig sie sich in der gesamten Situation verhalten hat. Sicherlich kann ich verstehen, dass sie noch immer der Ansicht ist, Grant zu kennen. Aber schon im Staffelfinale hat sich ja gezeigt, wie ungehalten er momentan auf ihre bloße Anwesenheit reagiert und das Ganze hat in meinen Augen schon damals nichts mehr mit einem Junkie und Möchtegern-Musiker zu tun gehabt, wie Stella Grants Verhalten schildert. In dem Punkt stehe ich vollkommen auf der Seite von Severide. Denn auch wenn er Grant nicht so gut kennt, hatte er doch den richtigen Riecher und ich bin auch sehr froh, dass er Stella eindringlich klar gemacht hat, auf welch gefährlich dünnen Eis sie sich befindet, wenn sie Grants Verschwinden aus dem Krankenhaus und sein Auftauchen in ihrer Wohnung noch immer auf die leichte Schulter nimmt. Leider hielt ihre Vorsicht diesbezüglich nur kurze Zeit an, nachdem sie eine SMS bekam, in der ihr versichert wurde, dass Grant durch seinen Freund Einsicht zeigt. In meinen Augen war er schon seit einiger Zeit als Psychopath anzusehen, bei dem man sehr vorsichtig sein muss. Hier wurde ich doch etwas von Stella enttäuscht, war sie doch in Staffel 4 doch noch recht tough, wenn es um ihren Ex ging und nun erleben wir eine junge Frau, die vollkommen blind für das zu sein scheint, was sich wirklich vor ihren Augen abspielt.

Eigentlich hätte ihr klar sein müssen, dass Grant sie mit der SMS nur in Sicherheit wiegen wollte, damit ihm Severide nicht in die Quere kommt. Natürlich habe ich nie wirklich bezweifelt, dass Stella tatsächlich ernsthaft durch das Messer (was wohl immer noch das aus ihrer Küche ist) verletzt werden würde. Allerdings hätte ich auch nie geglaubt, dass es Severide sein würde, der Grant so schwer verletzt. Ich hoffe mal nicht, dass er durch diese Verletzung sterben wird, die alles andere als harmlos aussah. Sollte es dennoch zu Grants Tod kommen, stünden Severide keine rosigen Zeiten bevor und damit meine ich nicht nur die Tatsache, dass er damit (wenn auch unabsichtlich) ein Menschenleben auf dem Gewissen hätte, sondern auch seine Beziehung (?) zu Stella würde sich wohl eher in eine negative Richtung entwickeln. Ich fürchte, dass es zu schrecklichen Streitigkeiten zwischen den beiden kommen wird und sie dabei alles andere als fair bleiben wird. Dennoch: Spannend ist es in jedem Fall.

Borrelli vs. Chief Boden

Nachdem Danny Borrelli in Episode #4.22 The Collapse Started bei einem Einsatz sein Leben verlor und als Held starb, war klar, dass dieser Verlust nicht spurlos an Jimmy vorbei gehen würde. Wenig später bekamen wir auch zu sehen, wie schwer der Tod seines Bruders auf seinen Schultern lastet und er Boden dafür verantwortlich macht. Im Finale sah es aber für mich so aus, als habe Jimmy akzeptiert, dass Boden keinerlei Schuld an Dannys Tod hat. Umso bestürzter war ich, als ich nun mit ansehen musste, dass seine Wut noch lange nicht verflogen ist und seine Ansprache gegenüber Stacy wahrscheinlich nur dazu gedient hat, um seiner Schwägerin den Verlust ihres Mannes zu erleichtern. Aber Jimmy selbst scheint keinen Millimeter von seiner Ansicht, Boden sei der Schuldige, abzurücken und geht sogar soweit, Boden vom Dienst zu entheben, nur weil er seinen Willen nicht bekommt.

Ich muss ja gestehen, dass ich für die ersten Minuten frustriert gewesen bin, dass es dem Chief schon wieder an den Kragen gehen soll. In Staffel 2 ist es Gail McLeod gewesen, in Staffel 4 Chief Ray Riddle, die Boden vom Chefsessel weg haben wollten und jetzt hat Jimmy das Gleiche vor. Ja, im ersten Moment erscheint es so, als wolle den Autoren nichts anderes einfallen, um die Rolle von Eamonn Walker interessanter zu machen und dennoch zog mich der Handlungsstrang in seinen Bann. Das lag nicht nur daran, weil Boden wieder seine Wache hinter sich hat, sondern vielmehr liegt es daran, dass Jimmy a) für seinen Wunsch, wieder als Feuerwehrmann arbeiten zu können, sogar eine Beschwerde einreicht und b) Boden sich nun den Anweisungen von Chief Walker beugen muss. Ich glaube zwar nicht, dass Chief Walker ihm misstraut, sondern vielmehr glaube ich, dass Jimmy hier alle Register gezogen hat und den Chief förmlich angefleht hat, damit er wieder als Feuerwehrmann arbeiten kann, um so seinen toten, heldenhaften Bruder ehren zu können. An sich zeigt es ja, wie sehr Jimmy seinen Bruder verehrt hat und er möchte durch die Arbeit als Feuerwehrmann beweisen, dass er genauso talentiert wie sein Bruder ist. Ich glaube aber, dass die momentane Situation zwischen ihm und Boden eher eskalieren wird und Jimmy damit auch keinen leichten Stand bei seinen Kollegen haben wird.

Ich weiß, wo ich hingehöre!

Ich war ja sehr froh, als Dawson den kleinen Louie zu sich nehmen durfte und auch Matthew Casey gemerkt hat, wo sein eigentlicher Platz ist: Bei der Feuerwehr und Dawson. Ich glaube, genau deswegen geben die drei so ein tolles Familienbild ab, weil jeder weiß, wo er hingehört und das gilt auch ganz besonders für Dawson. Ich kann vollkommen nachvollziehen, warum sie zurück auf den Rettungswagen wollte: Um Louie zumindest soviel Sicherheit zu geben, dass zumindest ihr Leben bei diesem Beruf möglichst gesichert ist. Ich habe hier bewusst die Bezeichnung Beruf gewählt, da darin das Wort 'Berufung' steckt, denn nichts anderes ist für Dawson die Arbeit als Sanitäterin. Als Sanitäterin haben wir sie in der ersten Episode der Serie kennen gelernt und ehrlich gesagt, habe ich mir in der letzten Zeit immer öfter gewünscht, sie möge wieder als Sanitäterin arbeiten, denn das macht sie einfach aus. Und wer weiß, vielleicht studiert sie irgendwann wirklich Medizin, das Angebot hat sie sicherlich nicht vergessen.

Diesmal gefiel mir der Wechsel von der Drehleiter zurück auf den Rettungswagen sehr gut. Anders als bei ihrer Schwangerschaft und den daraus resultierten Wechsel zur Brandbekämpfung in der vergangenen Staffel, hat man diesmal einen sehr fließenden und zeitweise auch amüsanten Übergang geschaffen. Mich hat es dann doch zeitweise sehr amüsiert, wie leicht Dawson Boden um den Finger gewickelt hat, was wohl nur daran lag, weil er andere Dinge im Kopf hat.

Dass man auch die Herrmanns und Severide mit in die familiäre Situation von Dawson und Casey einbindet, gefällt mir auch sehr gut. Vor allem, dass Gespräch zwischen Dawson und Christopher Herrmann unterstreicht nur nochmal, dass er zu seinem Wort steht, immer für sie da zu sein. Obwohl auch Mouch und Boden Väter sind, hat sie doch zu Hermann nochmal eine ganz eigene und engere Bindung. Vielleicht liegt es daran, da auch Cindy Herrmann eine Fehlgeburt erlitten hat und die beiden dadurch noch viel besser verstehen können, wie es Dawson und Casey geht. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn wir noch einige Szenen dieser Art zu sehen bekommen würden.

Cyrus Mayberry schreibt...

Mouch ist doch immer wieder für eine Überraschung gut! Ich finde es einfach herrlich! Mouch beweist, dass Männer sehr wohl in der Lage sind, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und mehr als nur ein Standbein haben. Neben seinen Tätigkeiten als Feuerwehrmann und als Gewerkschafter arbeitet er nun auch noch als Autor. Hoffentlich beschwert sich nicht Trudy Platt eines Tages, sollte ihr Mann irgendwann keine Zeit mehr für sie haben oder vielleicht ist ja auch sie die heimliche Drahtzieherin, die Mouch zum Schreiben bewegt hat. Ich kann mir leider nicht wirklich vorstellen, dass er selbst auf so etwas kommt. Das soll in keinem Fall abwertend klingen, aber Mouch macht auf mich nicht gerade den Andruck, als würde er sich aus eigenem Antrieb hinsetzen und schreiben und vor allem nicht so etwas. Aber, wie ich schon sagte: Er ist eben immer für eine Überraschung gut.

Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, wie die Zusammenarbeit zwischen Mouch und Brett laufen wird. Sicherlich dürfen wir uns auf das ein oder andere amüsante Gespräch einstellen. Schließlich ist da noch immer der gestreute Verdacht von Brian 'Otis' Zvonecek, Joe Cruz und Herrrmann, dass Connie die Autorin der erotischen Lektüre ist. Ich könnte mich schon jetzt amüsieren, wenn ich über ihre Entrüstung und die anschließenden Dialoge nachdenke und wenn letztlich doch herauskommt, dass Mouch der Autor ist.

Randnotiz

  • Schade, dass die Erkrankung von Otis noch nicht weiter thematisiert worden ist. Auf mich wirkt es bisher eher so, als wollte man nur ein bisschen Drama verbreiten. Allerdings sind wir erst am Anfang der Staffel.
  • So wirklich weiß ich nicht, was ich zum Flirt von Brett und Antonio Dawson sagen soll. Irgendwie hoffe ich, dass es bei einer einmaligen Sache bleiben wird.
  • Da sich Casey erst einmal von seiner politischen Karriere zurückziehen will und Susan Weller auch ein Einsehen zu ihrem Verhalten hat, denke ich, dass wir sie zum letzten Mal gesehen haben.
  • Da bereits bekannt ist, dass Scott Elrod für einen größeren Handlungsbogen verpflichtet wurde, sehen wir Travis Brenner nun sicher öfter.
  • Mich freut es ungemein, dass Leslie Shay bei Dawson immer mal wieder Erwähnung findet. Das zeigt auch, wie wichtig Shay für sie gewesen ist und sie noch immer sehr traurig über den Tod ihrer Freundin ist.



Fazit

Der Staffelauftakt von "Chicago Fire" ist im Großen und Ganzen gelungen. Angefangene Handlungsstränge werden wunderbar fortgesetzt und vertieft und man bindet auch vergangene Entwicklungen mit ein. Mit dem interessanten Cliffhanger rund um Stella, Grant und Severide zieht man die Fans auch in Staffel 5 wieder in den Bann und die Sucht, unbedingt wieder einschalten zu müssen.

Daniela S. - myFanbase


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