Review: #22.14 Wrecking Ball
Wie zu erwarten, dreht sich ein Schwerpunkt der Episode um die letzten Momente von Katie Rogers, die sich für ihre Palliativpflege bei Simone Griffith zuhause aufhält. Man wusste schon, wie diese Geschichte enden wird, das hat die ganze Sache aber nicht weniger schmerzhaft gemacht. Im Zentrum des Ganzen stehen Katie und Lucas Adams. Zugegebenerweise hätte ich hier auch gut ohne eine Last-Minute-Liebeserklärung leben können, auch wenn das eine mitreißende Darstellung von Niko Terho war. Die beiden haben das Terrain der bloßen Arzt-Patient-Beziehung längst hinter sich gelassen, insofern war es nur eine Frage, wie genau man denn nun ihre neue Beziehung betiteln möchte. Man hat sich letztlich für Liebe entschieden – das bietet eben auch schlicht und ergreifend das bessere Material. Denn zunächst Lucas' Liebeserklärung, die praktisch aus ihm herausbricht und danach die beiden gemeinsam auf dem Bett, wie sie ihr alternatives Leben planen? Emotionen pur.
Nur leider verschwimmen mit der emotionalen Bindung eben auch automatisch die Grenzen. Es gibt seine Gründe, warum Ärzt*innen ihre Bekannten nicht behandeln dürfen und genau hier wird es knifflig. Denn genau genommen hat Lucas überhaupt nichts in Katies Behandlungsteam zu suchen. Gut möglich, dass Miranda Bailey, teils aus eigener Involviertheit in den Fall, teils auch aufgrund der Tatsache, dass Katie nicht mehr zu retten ist, hier etwas nachsichtiger war. Klar, hier gibt es keinen Spielraum für gefährliche Heldentaten. Und trotzdem – ein Glück, dass Simone da war und als Stimme der Vernunft die Kanister versteckt hat. Ich hoffe wirklich, dass Lucas das auch bald so sehen kann. Noch überwiegen bei ihm die Vorwürfe, dass er wegen ihr Katies letzte Momente nicht miterleben konnte. Ganz ehrlich – ich bin froh, dass das im Off passiert ist. Diese ganze Aktion von Lucas war sowieso undurchdacht, eben eine klassische Panikreaktion. Was hat er denn erwartet, wenn es Katie sowieso schon so schlecht geht und er sich erstmal auf den Weg ins Krankenhaus macht? Mal ganz abgesehen davon, dass er Dani Spencer wieder ausnutzt. Nein, an dieser Situation trägt keiner Schuld. Das wird die nächste Zeit aber trotzdem nicht leichter machen. Ich kann mir schon bildlich vorstellen, dass wir in den nächsten Episoden den stetigen Crashout von Lucas vor uns haben werden.
Auch Bailey war von Katies Tod stark mitgenommen. Nur hat die die Erfahrung und mit Ben Warren den Rückhalt, um die Sache angemessen zu verarbeiten. Bei ihr fällt mir eher auf, dass sie nun erneut über das kaputte medizinische System in den USA schimpft (wieder grandios von Chandra Wilson umgesetzt). Verständlich, keine Frage – aber ist das jetzt nur wieder die übliche aktuelle Gesellschaftskritik von "Grey's Anatomy", oder baut man hier eine neue Storyline auf?
Persönlicher Höhepunkt der Folge waren für mich eindeutig Jules Millin und Winston Ndugu. Diese beiden hat man jetzt über Staffeln hinweg als Slowburn aufgebaut und endlich, endlich scheint es sich tatsächlich auszuzahlen. In der letzten Episode meinte ich noch, dass Jules den Ball zu Winston gespielt hat und der nun reagieren müsse. Nun, das hat er definitiv getan. Von jeher ist ihr (bzw. sein) großes Hindernis, dass sie beruflich nicht gleichgestellt sind und er ihr Vorgesetzter ist. Nicht, dass das jemals jemanden in dieser Serie abgehalten hätte. Aber trotzdem ein nachvollziehbares Problem. Nur ändert das eben nichts an ihrer Anziehung zueinander. Letztlich stellt sich die Frage, ob es das wert ist. Winston bekommt das durch seinen Fall vor Augen geführt und dabei auch die Augen geöffnet. Denn egal, wie lange er sich nun schon weigert, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, egal, ob er es mit anderen Dates probiert – irgendwie landet er eben doch immer wieder bei Jules. In der letzten Folge hatten wir (eine Art) Liebesgeständnis von Jules auf dem Parkplatz. Dieses wird nun von Winston am Straßenrand gespiegelt. Er lässt seine Vorsicht los und wagt den Schritt – und die beiden küssen sich endlich. Echt ein toller Aufbau!
So begeistert ich von dieser Entwicklung auch bin, ein bisschen frage ich mich doch schon auch, wie felsenfest Winstons Entscheidung ist. Gehen die beiden mit ihrer Beziehung an die Öffentlichkeit? Bleibt das Ganze eine Heimlichtuerei außerhalb des Krankenhauses und in den Bereitschaftsräumen? Was, wenn die ersten kritischen Stimmen laut werden und es vielleicht nicht nur gegen ihn (der ja eigentlich eine sichere Position hat), sondern auch gegen Jules (deren Karriere erst vor Kurzem in Gefahr war) geht?
Während Winston den romantischen Teil an der Affäre von Dave und Casey gesehen hat, ist es bei Owen Hunt genau umgekehrt. Auch er wurde mit der Frage konfrontiert, ob das, was auch immer da mit Teddy Altman läuft, es wert ist oder nicht. Nur war für ihn die Antwort eine andere. Meiner Meinung nach die einzig richtige. Denn in dieser Episode werden die Einstellungen der beiden klar dargestellt. Beide haben Spaß an ihren geheimen Treffen, soviel ist offensichtlich. Nur scheint es für Teddy mehr der Spaß an sich zu sein, während es für Owen der Spaß mit Teddy ist. Ein feiner Unterschied. Insofern bin ich froh, dass sie das geklärt haben, bevor die Grenzen weiter verschwimmen. Sie hatten die Entscheidung getroffen, sich scheiden zu lassen und bei der sollten sie jetzt auch bleiben. Nicht, dass ich auch nur für einen Moment denken würde, dass die Sache damit erledigt ist. Aber man darf ja träumen.
Bei Amelia Shepherd und Toni Wright geht es auch ein wenig vorwärts. Ich muss sagen, dass Toni in dieser Folge bei mir wieder ein paar Pluspunkte sammeln konnte. Amelias Komplexe, nicht gut genug zu sein, sind tief verwurzelt, egal, wie erfolgreich sie auch sein mag. Von dem her war es nicht verwunderlich, dass sie eifersüchtig bzw. beunruhigt auf die renommierte Exfrau von Toni reagiert. Als die dann auch noch meint, dass es sicher toll war, mit so einem erfolgreichen Bruder wie Derek Shepherd aufzuwachsen, da haben bei mir schon die Alarmglocken geschrillt, ist das doch praktisch ein rotes Tuch für Amelia. Aber siehe da, Toni bemerkt, was in Amelia vorgeht. Die Idee mit den Awards war echt süß. Es ist wichtig für Amelia, zu hören, dass sie es wert ist. Dass sie Beeindruckendes leistet und sich gleichzeitig nicht zu schade ist, auch einfache Eingriffe durchzunehmen. Vor allem von einer Person, die dahingehend kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie ist kein Trostpreis – sie ist der Hauptgewinn.
Randnotizen:
- Auch wenn es in der Liebeserklärung von Winston fast untergegangen wäre – es freut mich sehr, dass Jules und Benson 'Blue' Kwan ihre Differenzen hinter sich gelassen haben und wieder Freunde sind.
- Toll, dass man Jo Wilson langsam wieder in den Klinikalltag einbaut.
- Schade, dass Richard Webbers Vorsorgeaktion irgendwie im Sande verlaufen ist. Immerhin konnte er am Schluss zumindest einer Person helfen.
Fazit
In dieser Episode ist viel passiert. Man merkt, dass die Staffel sich langsam, aber sicher ihrem Ende neigt und dementsprechend bei allen Storylines nochmal deutlich Fahrt aufgenommen wird. Ich bin gespannt, wie lange Jules und Winston ihr Glück vergönnt ist und wie genau man mit Lucas' Trauer umgehen wird.
Denise D. - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Wrecking BallErstausstrahlung (US): 19.03.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Kevin McKidd
Drehbuch: Michelle Lirtzman
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