Aaron Paul in "Veronica Mars"
#1.11 Das Schweigen des Sheriff Lamb

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Keith Mars (Enrico Colantoni) war der Sheriff von Neptune, dem Ort, an dem sich in "Veronica Mars" alles abspielt. Nachdem die Tochter der reichen Kane-Familie ermordet wurde und Keith Mars die Kanes verdächtigte, mit dem Mord zu tun zu haben, wurde er abgesetzt und durch den jungen Emporkömmling Don Lamb (Michael Muhney) ersetzt. Sheriff Lamb verachtet seinen Vorgänger, kann aber selbst auch nicht die überzeugendsten Erfolge vorweisen, daher kommt es dazu, dass Keith Mars in einem Mordfall, bei dem weitere junge Mädchen aufgefunden werden, dem Sheriff bei seinen Ermittlungen behilflich sein soll. Zur ausführlichen Beschreibung von #1.11 Das Schweigen des Sheriff Lamb.

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Ein kleiner Vorgeschmack

Foto: https://www.myfanbase.de/veronica-mars/spoiler/ - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
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© Warner Bros. Entertainment Inc.

Die jungen Mädchen wurden erstickt und mit einer Gitarrensaite um den Hals aufgefunden. Erste Ermittlungen in einem Gitarrenladen aber laufen ins Leere. In einer Bar, in der eines der Mädchen zu Gast war, bekommen sie den Tipp, einen gewissen "Worm" unter die Lupe zu nehmen, der mit selbstgedrehten Pornofilmen handelt. Sie suchen "Worm" alias Eddie Laroche (Aaron Paul) auf und finden einen jungen, fahrigen Mann vor, der wirkt, als stehe er unter Drogeneinfluss. Eddie gibt allerdings vor, nichts über die Mädchen zu wissen und fertigt Keith und Lamb an der Tür ab. Durch den Spalt können die beiden Ermittler allerdings diverse Videokassetten und auch eine Gitarre sehen. Als sich herausstellt, dass zwei der Mädchen tatsächlich in Eddies Filmen zu sehen sind, holen sie ihn zum Verhör. Lamb setzt den nervösen jungen Kerl ziemlich unter Druck, aber Keith glaubt nicht, dass es sich bei ihm um den Mörder handelt. Als Lamb Eddie zwingen will, ein schriftliches Geständnis abzulegen, schreibt dieser nur seine Forderung nach einem Anwalt auf.

Der Auftritt Aaron Pauls in dieser "Veronica Mars"-Episode umfasst zwei Szenen, die insgesamt kaum eine Minute dauern, bildet aber rückblickend ein wunderbares Beispiel dafür, dass Talent in Hollywood noch lange keinen Erfolg garantiert. Es gehört vielmehr ungeheures Glück beim Casting dazu, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, die passende Chemie mit dem Gegenüber zu haben und sowohl dem Serienmacher als auch dem Publikum so gut zu gefallen, dass man nicht nur den Raum bekommt, sich zu beweisen, sondern auch eine so gut ausgearbeitete Rolle, in der man sein Talent frei entfalten kann.

Foto: Aaron Paul, Breaking Bad - Copyright: 2009 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.
Aaron Paul, Breaking Bad
© 2009 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.

Für seine Glanzrolle des Jesse Pinkman im AMC-Drama "Breaking Bad" wurde Aaron Paul 2010 und 2012 mit dem Emmy ausgezeichnet und das absolut verdient. Den haltlosen Junkie, den eifrigen Schüler, den enttäuschten Sohn, den von schlechtem Gewissen zerfressenen Killer und den begeisterungsfähigen Jugendlichen verkörpert er gleichermaßen mit einer Leidenschaft und Natürlichkeit, dass man als Zuschauer ohne Einschränkung geneigt ist zu glauben, dass Aaron Paul wirklich so ist wie seine Rolle. Er ist in der Lage, eine ganze Achterbahnfahrt an Gefühlen durch seine Mimik, Stimme und Körperhaltung auszudrücken und besonders seine Augen haben ein gewisses Strahlen, das ihn aus der Masse hervorhebt. Wenn ihm denn der Rahmen dafür geboten wird.

Kennt man Aaron Paul aus "Breaking Bad", dann meint man eben genau Jesse Pinkman in "Veronica Mars" vor sich zu sehen, einen nervösen, schlaksigen Junkie mit ausdrucksstarken Augen. Aus diesem Blickwinkel bietet sein Gastauftritt also nichts Neues. Aber dieser Auftritt stammt aus 2005, lange vor "Breaking Bad", insofern muss man es also so sehen, dass Aarons Talent schon immer da war, er aber erstmal jahrelang das Feld mit unzähligen Gastauftritten beackern musste, bis die Rolle des Jesse Pinkman erschaffen wurde. Dass Aaron für eine solch herausfordernde Rolle schon lange wie geschaffen war, beweist der kleine Vorgeschmack aus "Veronica Mars".

Fazit

Aaron Paul zeigt in seinem leider viel zu kurzen Gastauftritt in "Veronica Mars", dass Jesse Pinkman bereits geraume Zeit in ihm schlummerte. Es lohnt sich nicht, die Episode nur seinetwegen anzuschauen, aber Serienfans, die sowohl "Veronica Mars" als auch "Breaking Bad" mögen, werden Spaß daran haben, noch einmal zurückzublicken und einem damals vielleicht eher unbeachteten Gastauftritt heute mehr Beachtung zu schenken.

Nicole Oebel - myFanbase

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