Bewertung: 3

Review: #5.02 Forty (2)

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Der erste Teil des Staffelauftaktes wusste nicht zu überzeugen. Hier und da gelingt es der zweiten Episode von Staffel 5, den Zuschauer etwas besser in seinen Bann zu ziehen, doch alles, was dieser Episode positiv anzurechnen ist, wird in den letzten Sekunden vollkommen zunichte gemacht. Ich möchte jedoch nicht zu sehr vorgreifen, daher fange ich lieber ganz vorne an.

Ein positiver Aspekt der Episode ist die Wiedervereinigung der Big Three, was anlässlich ihres 40. Geburtstags auch überfällig war. Es war nicht zu erwarten, dass die Geburtstagsfeier sonderlich ausgelassen ausfallen würde, betrachtet man den noch immer schwelenden Streit von Randall und Kevin sowie das Verschwinden Rebeccas. Während Letzteres zu einem glimpflichen Ende gebracht werden kann und man es vorerst so aussehen lässt, als wäre ihre Demenz nur auf eine Medikamenteninteraktion zurückzuführen, scheint es so, als würden wir die Anspannung zwischen Randall und Kevin noch eine ganze Weile ertragen müssen. Das ist nicht unbedingt nur schlecht, auch wenn es für den Moment durchaus etwas nervig wirkt. Doch schauspielerisch gesehen bietet der Zwist zwischen beiden die Gelegenheit, einen Streit und dessen Konsequenzen in Echtzeit zu erleben, während wir bei den früheren Meinungsverschiedenheiten der beiden immer nur vor vollendete Tatsachen gestellt wurden und uns eben gesagt wurde, dass sich die Brüder nicht gut verstehen. Nun erleben wir dies noch einmal aus erster Hand und können – hoffentlich – dabei zusehen, wie Randall und Kevin langsam wieder aufeinander zusteuern. Dass dies ein eher langwieriger Prozess sein wird, war dabei abzusehen, da es der Geschichte an Glaubwürdigkeit fehlen würde, sollte man so böse Worte, wie sie in #4.18 Strangers (2) gewechselt wurden, einfach mit einem Lächeln hinter sich lassen können. Ich hoffe sehr, dass wir von beiden Seiten zu sehen bekommen, wie sehr sie ihre Worte bereuen, dass sie sich gern vertragen würden, wurde anhand der SMS in #5.01 Forty (1) ja bereits angekündigt.

Es gefällt mir gut, dass Kate versucht, sich dabei nicht auf eine Seite zu schlagen. In der Regel ordnet man sie Team Kevin zu, weshalb ich es umso schöner finde, dass sie nun außenvor gelassen werden möchte. Sie wird indes eingesetzt, um Randalls zweites Problem zu thematisieren, nämlich seine Hautfarbe und die Identifikationsprobleme, die er bereits seit seiner Kindheit mit sich herumschleppt. Wie bereits beim Staffelauftakt angesprochen, finde ich es etwas zu heftig, mit wieviel Drama man gleich zu Beginn der Staffel konfrontiert wird. Nun versucht man jedoch, dem ganzen die Intensität zu nehmen und Randalls "Lasten" gleichmäßig zu verteilen. Es sieht daher so aus, als würde man sowohl Kevin als auch Kate nutzen, um diese Themen zu bearbeiten, wodurch Randall in Zukunft hoffentlich etwas mehr Leichtigkeit mit sich bringen wird.

Von extrem großer Bedeutung werden in dieser Episode die Flashbacks zum Tag der Geburt der Big Three. Zuletzt war ich enttäuscht von den wenig innovativen Momenten, da einem das alles bereits bekannt vorkam. Dieses Mal setzt man jedoch Jack und William gekonnt ein, um die Tragweite der Flashbacks zu unterstreichen. Die beiden Figuren sind die Diamanten von "This Is Us", weshalb es überhaupt keine Überraschung ist, dass die Szenen mit ihnen und besonders die in der Krankenhaus-Kapelle gesprochenen Worte zu Tränen rühren können. Hier ist es wieder, das vertraute Gefühl, das "This Is Us" zu vermitteln weiß.

Am Ende dieser Episode ist man soweit zu sagen, dass es zwar kein fantastischer Staffelauftakt war, aber man hat es schlussendlich doch geschafft, wieder auf die Stärken der Serie aufmerksam zu machen. Gefühlvoll, grundehrlich, bodenständig. So würde ich "This Is Us" beschreiben. Und just in diesem Moment beginnt die "Leiche" von Randalls biologischer Mutter Laurel wieder zu atmen.

….

Entschuldigung? Habe ich etwas verpasst? Ich war lange nicht so entsetzt von einer Szene. Und damit meine ich kein positives Entsetzen im Sinne von "oh toll, was für Möglichkeiten uns das bietet", sondern eher eines in der Richtung, wenn man sich vor lauter Unglauben die Hand ins Gesicht klatscht. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Randnotizen

  • Die Autoren waren viel zu beschäftigt damit, den ach so bahnbrechenden Moment um Laurel einzubauen, als dass sie Zeit gehabt hätten, die Adoption von Toby und Kate auch nur ansatzweise zu thematisieren. Das kam viel zu kurz und ist unendlich schade.
  • Wer außer mir glaubt noch, dass Randall auf der Suche nach einer neuen Therapeutin "zufällig" auf Laurel treffen wird?
  • Der Moment zwischen Toby und Miguel war wunderbar. Gern mehr davon.


Fazit

Es fällt mir unheimlich schwer, diese Episode zu bewerten. Ein Großteil davon war ganz in Ordnung, es gab ein paar Highlights, auch wenn die Folge insgesamt nichts Besonderes war. Doch manchmal reichen ein paar Sekunden aus, um den Gesamteindruck vollkommen zu zerstören. Für mich ist es ein Unding, dass man bei Laurel zu so einem billig wirkenden Mittel greift, um neues Dramapotential zu erschaffen. Was für ein Unsinn.

Marie Müller - myFanbase

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