Bewertung: 7

Review: #2.14 Vertrauen

Foto: Bob Morley, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Bob Morley, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nachdem bereits der Episodentitel von #1.10 I Am Become Death einem berühmten Zitat entliehen wurde, gilt dies ebenfalls für 2.14 Bodyguard of Lies. Durchaus passend, so versuchen doch auch die Charaktere in "The 100" das Kriegsgeschehen mit allen Mitteln zu ihren Gunsten zu wenden und greifen dabei auf Täuschungen und Lügen zurück.

"Don't tell me what we can't do. Tell me what else we have." - "Nothing. All we have is the doors."

Dabei geht der Plan von Cage und Emerson nicht auf, obwohl er durchaus vielversprechend begann. Entweder Lovejoys Abwesenheit hat Fragen aufgeworfen, oder Montys Änderungen im Kontrollcenter sind doch aufgefallen, denn Bellamy wurde enttarnt. Da er erst einen Bruchteil seiner Aufgaben erledigt hat, entwickelt sich dies schnell zum Problem, vor allem weil Bellamy nicht ahnt, dass sie seinen Funkverkehr mit Raven und Wick mithören. Dies führt beinahe dazu, dass die gesamte Armee der Allianz durch den giftigen Nebel getötet wird, doch eine weitere PH-Anzeige sorgt dafür, dass Bellamy den Trick durchschaut. Einem geschickt platzierten Bunsenbrenner ist es schließlich zu verdanken, dass der Nebel tatsächlich nicht mehr eingesetzt werden und Bellamy sich seiner nächsten Aufgabe widmen kann. Warum Bellamy keine Verbrennungen/Verätzungen davonträgt, nachdem er schließlich einen Haufen Chemikalien in die Luft jagt, was Raven zuvor eindeutig nicht für empfehlenswert hielt, bleibt wohl eine der Mysterien von Film und Fernsehen. Zumindest gab es schlussendlich doch noch einen Grund für Raven und Wick zu feiern. Auch wenn mir die humorvoll neckische Stimmung zwischen ihnen bereits bei ihrem letzten Zusammentreffen gefallen hat, war es meiner Ansicht nach nicht nötig jetzt ein schon einen Schritt weiter zu gehen. Zwar hat Raven durchaus recht, denn sie wissen nicht, was der Krieg mit sich bringt und was passiert, aber sie ist nach Finn einfach noch nicht bereit für etwas neues. Dies erkennt auch Wick nach dem Intermezzo schnell und macht deutlich, dass er keinen Wert auf irgendwelche Spielchen legt.

"I'm sorry. I... I'm not ready... to be with anyone. Not yet."

Dasselbe gilt für Clarke, welche dies eher als Raven einsieht und den Kuss mit Lexa beendet. Wäre diese Szene nicht bereits vor der Ausstrahlung an die Öffentlichkeit gelangt, hätte sie mich sicherlich eiskalt erwischt. Dabei waren die Zeichen durchaus vorhanden, da Lexa zuvor bereits von ihrer Geliebten Costia erzählt hatte und sie bei Clarke sehr nachsichtig war, sogar selbst bereit war Octavia zu verschonen. Als Paar kann ich mir die beiden trotz aller Ähnlichkeiten momentan nicht wirklich vorstellen, vielleicht auch, weil Clarke eher jemanden wie Finn braucht, der sie zum lachen bringt, da sie sowieso schon sehr ernst ist. Da sich die nächsten beiden Episoden voraussichtlich um die finale Schlacht gegen Mount Weather drehen, bleibt es wohl zunächst bei diesem einen Kuss. Mir persönlich wäre das durchaus recht, denn mit Lincoln und Octavia existiert bereits ein Pärchen aus beiden Kulturen. Da für Liebe bei "The 100" nie viel Zeit bleibt, wäre es wohl klüger, sich auf die bereits vorhandenen so konzentrieren, da gerade beim genannten durchaus noch viel Potential für zukünftige Storylines vorhanden ist. Besonders Octavia befindet sich momentan auf einem interessanten Pfad, der sie immer weiter weg von ihren Leuten führt. Dies wird sicherlich auch unterstützt davon, dass nun ihre Freundschaft zu Clarke beendet ist.

"We need a boat, and a boat appears. This is our destiny. The City of Light is out there and we are gonna find it. Now, get in the boat." - "You heard the man."

Bei der Suche nach der Stadt des Lichts hält mich vor allem Murphy bei der Stange, der mit seinen gewohnt frechen und sarkastischen Worten ein wenig Humor einbringt. Während er selbst in #2.11 Coup de Grâce noch dafür war, Emoris Rat zu folgen und nach Norden zu wandern, steht er der Reise nach Außen hin wieder skeptisch gegenüber. Der Tod zweier Mitstreiter durch Minen wird nicht weiter thematisiert, das kann aber auch daran liegen, dass einfach die Screenzeit dafür fehlt und der Tod ein ständiger Begleiter ist. Die erhoffte Stadt des Lichts stellt sich als riesiger Solarpark heraus, der nur noch teilweise intakt ist und das Licht widerspiegelt. Anstatt es dabei zu belassen, zaubern die Autoren etwas neues aus ihrem Hut: eine funktionierende Drohe. Wer diese lenkt und ob sie tatsächlich etwas mit der Stadt des Lichts zu tun hat, sind leider Fragen, die vorerst verschoben werden. Jaha ist nach seinen Erlebnissen zumindest weiterhin davon überzeugt, dass er all die Strapazen überstanden hat, um die Stadt zu finden und nach der Wüste gilt es nun einen See/Ozean zu überqueren. Weiterhin ohne Vorräte und nur aufgrund einer Hoffnung. Seine nunmehr nur noch drei Begleiter folgen ihm, eine große Wahl besteht ja für sie auch nicht.

Randbemerkungen und Notizen

  • Wie Winston Churchill sagte: "In wartime, truth is so precious that she should always be attended by a bodyguard of lies." (In Kriegszeiten ist die Wahrheit so kostbar, dass sie stets von einer Leibwache aus Lügen begleitet werden sollte.)
  • Es war nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Witze kursieren, schade also, dass wir von "An Arker, a Grounder, and a Mountain Man walk into a bar. Arker says, 'I'll take some moonshine.' Grounder says, 'I'll take some, too.' The Mountain Man, he says..." die Pointe leider nicht mehr erfahren. Scheint, als wäre Scherzbolden allgemein in "The 100" kein gutes Schicksal vorherbestimmt.
  • Findet es noch jemand süß, wenn Murphy Leuten mit dem Tod droht? Scheint langsam eine Angewohnheit zu werden, obwohl er während der zweiten Staffel zumindest keine Versuche gestartet hat, diese Drohungen auch wahr zu machen.
  • Nach Eliza Taylor, die nicht wusste, was es mit dem Shippen auf sich hat, bevor sie von 'Bellarke' hörte, war auch Alycia Debnam-Carey ein Neuling auf dem Gebiet, wie sie vor kurzem in einem Interview verriet. 'Clexa', wie das Pairing liebevoll genannt wird, erscheint sich bereits einiger Beliebtheit zu erfreuen, besonders was YouTube-Videos angeht.
  • Eine kleine Überraschung war, dass Indra ebenfalls weiß, dass Clarke und Lexa die Rakete einschlagen ließen. Ihre Reaktion macht umso deutlicher, dass es Clarke mehr als Lexa schaden würde, wenn die Wahrheit doch öffentlich wird. Lexa scheint Octavia also vermutlich wirklich für Clarke am Leben zu lassen.

Fazit

Die Episode wartet mit der einen oder anderen Überraschung auf, dient aber schlussendlich größtenteils dafür die finale Schlacht einzuleiten und Jahas Reise ein Stück voranzubringen. Raven und Clarke werden in eine ähnliche Situation gebracht und obwohl sie jeweils anderes reagieren, bleibt es scheinbar zunächst beim Status quo.

Charleen Winter - myFanbase

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