Bewertung: 7

Review: #13.22 Exodus

Foto: Jared Padalecki, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jared Padalecki, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Wir machen genau da weiter, wo #13.21 Beat the Devil aufgehört hat. Während der Schock über Luzifers plötzliches Auftauchen tief sitzt, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als das Beste aus der Situation zu machen. Somit beschäftigt sich #13.22 Exodus hauptsächlich damit, wie die einzelnen Charaktere auf Luzifer reagieren, während sie sich gleichzeitig darum kümmern müssen, ihre nächsten Schritte gegen Michael zu planen.

"I'm not gonna talk, I'm gonna listen."

Die interessanteste Begegnung war wohl die von Jack und Luzifer. Immerhin wurde jetzt schon fast die gesamte Staffel lang darauf hingearbeitet. Auf der einen Seite Luzifer, der alles versucht, um seinen Sohn zu treffen, auf der anderen Sam, Dean und Cas, die das auf jeden Fall verhindern wollen. Und Jack, naja, der steht irgendwo dazwischen. Natürlich ist er trotz allem, was er bis jetzt gehört hat, interessiert an Luzifer. Immerhin weiß Jack selbst nicht so genau, was er ist. Ist er gut, ist er böse, wie soll er all seine Macht kontrollieren? Gleichzeitig kann man auch Sam, Dean und Cas verstehen, die auf keinen Fall wollen, dass Luzifer Kontakt zu Jack aufnimmt. Denn auch wenn Jack ein wirklich lieber Kerl ist, Luzifer hat so ein Talent dafür, in die Köpfe der Menschen zu gelangen. Man konnte sich also wirklich nicht sicher sein, wie dieses Aufeinandertreffen ausgehen wird. Dabei hat sich Team Free Will aber auch alles andere als klug verhalten. Mary hat recht: Sie müssen Jack die Möglichkeit geben, sich seine eigene Meinung über Luzifer zu bilden. Nur ist das leichter gesagt als getan, wenn so viel auf dem Spiel steht, noch dazu, da Jack dazu neigt, ein bisschen gutgläubig zu sein.

Es kommt also schließlich zu einem ersten Gespräch zwischen den beiden. Jack ist herrlich direkt und fragt gleich mal, warum jeder Luzifer hasst. Dessen Antwort ist mal wieder typisch: Die Schuld auf andere abwälzen und sich selbst als Opfer darstellen, das er von Gott überhaupt erst in diese Lage gebracht worden ist. Richtig interessant wird es eigentlich erst, als Gabriel dazukommt. Denn schon damals war klar, dass die Brüder eine komplizierte Beziehung haben, umso spannender war es nun, dass die beiden endlich mal tatsächlich miteinander sprechen können. Amüsanterweise scheint Gabriel genauso genervt von Luzifers Allüren zu sein, wie die anderen. Und so ist ihr jetziges Gespräch gewissermaßen ein Spiegelbild von ihrem Aufeinandertreffen in dem Motel vor einigen Jahren. Wieder scheut Gabriel sich nicht, Luzifer knallhart die Wahrheit zu sagen und hinter seine Maskerade zu blicken. "I've known you since the stars were made", das war nicht nur ein sehr poetisches Zitat, es zeigt auch deutlich, wie viel Geschichte die beiden haben. Gabriel kennt Luzifer und ist sich sicher, dass der es nicht in sich hat, sich zu ändern und Gefühle zu entwickeln. Und wieder kommt die Sprache auf die Menschen, die gewissermaßen Luzifers Fall ausgelöst haben. Erneut schlägt sich Gabriel auf die Seite der Menschheit und sieht die Schuld komplett bei Luzifer. Es war schon ein harter Schlag gegen ihn, als Gabriel meint, dass Gott absolut richtig gehandelt hat, nachdem sich Luzifer doch immer als Opfer sieht.

"All I did on Earth was run. I'm not running anymore."

Da habe ich mich gerade gefreut, dass Gabriel endlich Teil des Teams ist und dann wird er noch in der Folge umgebracht. Wäre er mal besser bei Rowena geblieben. So schade ich es auch finde, dass wir uns von diesem Charakter verabschieden müssen, immerhin hat er ein gutes Ende bekommen. Man hat es geschafft, Gabriel in wenigen Folgen einen funktionierenden Redemption Arc zu kreieren. Durch die vergangenen Folgen haben wir erfahren, dass Gabriel praktisch sein ganzes Leben lang davongelaufen ist. Vor seiner Familie, vor den Göttern, vor seiner Verantwortung, ja selbst vor dem Tod. Jetzt ist damit Schluss. Er stellt sich Michael gegenüber, um den anderen die Zeit zu geben, zu fliehen. Wieder entscheidet er sich für die Seite der Menschheit und gegen seine Familie. Wieder stellt er sich für Sam und Dean einem seiner Brüder gegenüber. Wieder muss er durch dessen Hand sterben. Hey, vielleicht haben wir ja Glück und er hat seinen Tod wieder vorgetäuscht? Wobei die Chancen dafür meiner Meinung nach eher gering sind. Diese Geschichte war schon dieses Mal mehr als fadenscheinig und nochmal kann man das eigentlich echt nicht bringen. Nein, so traurig ich auch bin, diesen Charakter gehen zu lassen, es passt einfach zu gut, um das wieder aufzureißen.

"We never walk away."

Mary will also bei den Rebellen in der Parallelwelt bleiben. Wirklich überraschend ist das nicht. Eigentlich ist es sogar eine gute Möglichkeit, noch etwas aus ihrer Story zu machen, denn bis jetzt scheint sie irgendwie zwischen den Stühlen zu stehen. Zu ihrem alten Leben kann sie nicht mehr zurück und gleichzeitig kann sie kein komplett neues Leben beginnen. So hätte Mary wieder eine Aufgabe, könnte ihre Fähigkeiten nutzen und ihren eigenen Platz in der Welt finden. Nur bedeutet das leider auch einen weiteren Schlag gegen Sam und Dean, denn mal wieder entscheidet sich ihre Mutter gegen sie. Für Sam ist das alles einfacher, vermutlich weil er nie eine richtige Beziehung zu Mary aufbauen konnte und die Sache so neutraler betrachten kann. Aber für Dean tut es mir einfach schrecklich leid. Schließlich hat Marys Geschichte damit begonnen, dass sie von Amara zurückgebracht wurde, als das, was Dean sich am meisten wünscht. Und jetzt will Mary nicht nur ihre Söhne, sondern gleich die ganze Welt verlassen.

Nebenbei bekommen wir auch Charlie und Ketch mal wieder zu sehen. Die sind auf gemeinsamer Mission unterwegs und laufen natürlich genau in eine Falle. Das wirklich interessante daran war der Engel, der schließlich auftaucht: Castiel. Ich habe mich schon gewundert, ob und wann wir die Parallelversion von Cas zu sehen bekommen. Wie man sich schon denken konnte, ist diese Version knallhart und gnadenlos. Immerhin war Cas ein hoher Kommandeur der Engel, bevor er auf die Winchesters getroffen ist. So ganz ohne menschlichen Einfluss (oder besser Winchester-Einfluss) ist Castiel die kalte, gefühllose Version geblieben, die ganz am Anfang hin und wieder durchgeschienen hat. Später stehen sie sich dann auch gegenüber und Cas macht seiner anderen Version deutlich klar, wo er jetzt steht: Auf der Seite der Menschen. Es hat wohl einiges an Symbolgehalt, dass unser Castiel seine Parallelversion tötet. Gewissermaßen tötet er damit sein altes Ich, sein Ich, bevor die Winchesters in sein Leben gekommen sind. Eigentlich war es echt schade, dass diese Parallelwelt-Version von einem Hauptcharakter nur so eben mal am Rande auftaucht. Nachdem Dean und Sam in der andere Welt nicht existieren, hätte man ruhig mehr aus diesem Cas machen können. Aber dazu fehlte wohl die Zeit.

Anstatt dem Parallelwelt-Cas bekommen wir dafür gleich einen ganzen Haufen an Rebellen, die man mal eben mit in die eigene Welt nimmt. Grundsätzlich macht die Idee Sinn. So sind sie erst mal sicher vor Michaels Angriffen und können sich in Ruhe vorbereiten, bevor sie ihren großen Angriff starten. Alles schön und gut. Trotzdem ist es mehr als befremdlich, dass sich jetzt einige altbekannte Charaktere wieder in der eigentlichen Welt befinden. Und dann gibt es noch ein anderes kleines Problem: Nachdem Gabriel jetzt tot und Luzifer zurückgelassen ist, wer öffnet ihnen denn bitte das Portal zurück in die Parallelwelt? Immerhin wissen nur wir von dem Deal, den Luzifer gerade mit Michael ausgehandelt hat.

Randnotizen:

  • Der Kampf zwischen Gabriel und Michael wurde wirklich genial inszeniert. Man hat den Unterschied zwischen normalen Engeln und Erzengeln deutlich hervorgehoben, so dass man richtig gemerkt hat, wie viel Kraft hinter diesen Schlägen steckt. Zu schade, dass der Kampf nicht länger gedauert hat.
  • Nachdem mal wieder einer der Brüder gestorben ist, bekommen wir auch wieder eine typische Sam und Dean Umarmung. Immer wieder schön.
  • Was um Himmels Willen war das für ein Akzent, den die Parallelversion von Castiel hatte?
  • Es war pure Genugtuung, als Sam Luzifer in der Parallelwelt mit Michael zurückgelassen hat. Klar, diese Entscheidung wird ihn teuer zu stehen kommen: Einerseits durch den Deal, den Luzifer mit Michael macht, andererseits im Falle, dass Jack dahinter kommt. Trotzdem freut es mich einfach für Sam, dass er endlich, endlich mal die Oberhand hat.
  • Ebenso eine Genugtuung: Mary, die Luzifer schlägt, sobald sie ihn sieht.
  • Das "Boys" von Parallelwelt-Bobby lässt mich den echten Bobby unglaublich vermissen.
  • Jack ist fest entschlossen, sich Michael entgegenzustellen. Man kann seine Frustration wirklich verstehen, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass er bald etwas sehr Impulsives und Undurchdachtes tun wird.



Fazit

Kurz vor dem Finale wird immer klarer, worauf die Geschichte hinauslaufen wird: Einen großen Endkampf mit Michael. Nur dass sich dieser wohl in der echten Welt abspielen wird. Nachdem die Winchester-Seite nun sowohl Gabriel als auch Luzifer verloren hat, stellt sich nun natürlich die Frage, wie sie es mit Michael aufnehmen wollen. Ihre letzte Waffe scheint Jack zu sein, der darauf brennt, sich zu beweisen. Nur wird er alleine ausreichen?

Denise D. - myFanbase

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