Bewertung: 7

Review: #12.23 Das Ende ist der Anfang ist das Ende

Foto: Jared Padalecki & Jensen Ackles, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jared Padalecki & Jensen Ackles, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Das Finale der 12. Staffel schafft es mal eben so, die Charaktere der Serie beunruhigend zu dezimieren. Gleichzeitig stellt #12.23 All Along the Watchtower die Weichen für die nächste Staffel, indem mit Jack und seinen Fähigkeiten wieder eine übermächtige Komponente in "Supernatural" integriert wird.

"Bye, boys."

Beginnen wir doch gleich mal mit dem, was mich in dieser Folge am meisten überrascht hat: Crowleys Tod. Dass er die ursprüngliche Attacke von Luzifer in #12.21 There's Something About Mary überlebt hat, indem er in die Ratte geschlüpft ist, war eigentlich so offensichtlich, dass sie sich die clevere Rückblende hätten sparen können. Das einzig Überraschende daran ist, dass er auch tatsächlich seine Hülle wiederfindet. Natürlich schafft es Crowley, sich wieder irgendwie aus der brenzligen Situation herauszuwinden. Wie immer eben. Naja, oder eben bis jetzt. Denn im Gegensatz zu den bisherigen Malen scheint mir sein Tod diesmal endgültig zu sein.

Die ganze Geschichte wurde eigentlich gut angegangen. Crowley hat Luzifers Attacke überlebt und ist nun auf Rache aus. Das an sich ist nichts Neues, schließlich zieht sich das Kräftemessen der beiden nun schon lange. Nachdem der Teufel nun keinen Nutzen mehr für ihn hat, wendet sich Crowley mal wieder an die Winchesters. Das kam mir nur recht, denn ihre Zusammenarbeit gefällt mir immer gut. Dabei erfahren wir auch gleich, dass Crowley die Hölle mit all der Bürokratie, die man im Laufe der Staffeln in kurzen Szenen gesehen hat, satt hat. Also wird es Zeit für einen neuen Deal: Luzifer wird weggesperrt und dafür verschließt Crowley die Höllentore ein für alle Mal. Die Idee ist nicht neu, immerhin war das das große Ziel in Staffel 8. Wirklich überraschend war, dass sich Crowley letzten Endes opfert, um Sam und Dean eine Chance gegen Luzifer zu verschaffen. Mal für Mal konnten wir mit ansehen, wie Crowley immer seine eigene Haut rettet, auch wenn hin und wieder angedeutet wurde, dass da eben doch noch mehr in ihm steckt. Genau das darf nun in Crowleys letzter Szene glänzen, als er sich Luzifer entgegenstellt. Ein letzter selbstbewusster Auftritt, in dem er noch einmal beweisen konnte, dass Crowley am Ende eben doch gewinnt – auch wenn er dafür sein Leben geben muss.

Alles in allem hat Crowley einen bedeutungsvollen Tod bekommen, der vielen anderen Charakteren nicht vergönnt war. Trotzdem finde ich es schade, dass der Serie damit ein so integraler Charakter verloren geht. Crowley hat nun schon so lange mitgemacht, mal auf der Seite der Guten, häufiger auf der Seite der Bösen, und ist im Laufe der Zeit zu so einer Art Frenemy der Winchesters geworden. Ich werde den König der Hölle und Mark Sheppard, der ihn immer so toll gespielt hat, wirklich vermissen.

"I kinda always wanted to punch the devil in the face."

Ich muss gestehen, ich bin nicht traurig, dass die Storyline rund um Castiel und Kellys Flucht nun ihr Ende gefunden hat. Auch wenn Kelly ganz nett war, letztlich hat man einfach an allen Ecken und Enden gemerkt, dass sie nun mal ein Mittel zum Zweck ist. Abgesehen davon waren ihre Szenen mit Castiel merkwürdig. Es ist zwar echt schön, Cas mal mit jemand anderem als den Winchesters interagieren zu sehen, aber irgendwie hat diese ganze Idylle einfach nicht zur Serie gepasst. Daher war ich froh, als Cas diesen mysteriösen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum erforscht hat.

Luzifer in die Parallelwelt zu sperren hat einen hohen Preis gefordert: Crowley, Castiel und Mary. Da Mary ebenfalls dort gelandet ist, ist die Chance natürlich groß, dass die Welt nicht für immer geschlossen bleibt. Denn irgendwie werden die Winchesters sicher versuchen, ihre Mutter zu retten (oder wir erleben ein Adam 2.0). Auch bei Castiel bin ich mir sicher, dass es ein Wiedersehen gibt. Nur wohl nicht so schnell, wie Dean sich das erhofft hat, als er erwartungsvoll in den Himmel blickt. Doch Chuck ist weg. Was Dean wohl auch bewusst wurde, der am Ende so verzweifelt dastand wie damals in #5.22 Schwanenlied. Mary und Castiel auf einmal zu verlieren wird sicher eine Erfahrung sein, die in der nächsten Staffel thematisiert werden wird.

"It's a tear in space and time."

Klingt wie "Doctor Who", ist aber tatsächlich immer noch "Supernatural". Da war ich gerade noch so froh, dass man Amara und Co. hinter sich gelassen hat und jetzt kommen sie einem mit Parallelwelten an. Das hatten wir zwar schon in #6.15 Über uns nur der Himmel, aber da war es eben nur eine einmalige Sache, wie auch die Ausflüge der Winchesters in Vergangenheit und Zukunft. Doch diese Parallelwelt ist wohl um einiges realer. Jetzt stellt sich nur die Frage, ob der Hauptzweck von ihr war, doch noch eine Möglichkeit zu finden, Luzifer loszuwerden, oder ob wir uns auf mehr gefasst machen können. Immerhin bietet dieses Universum die praktische Möglichkeit, Charaktere zurückzubringen, auch wenn es bei Bobby mehr Fanservice als eine wirklich nützliche Begegnung war. Das Ganze läuft damit natürlich wieder Gefahr zur deus ex machina zu werden, besonders, nachdem man bei Supernatural eh schon lange aufgehört hat, die Tode der meisten Charaktere ernst zu nehmen. Ganz interessant fände ich hingegen, wenn man den Gedanken hinter dieser Welt etwas erforscht. Schließlich ist es wohl kaum ein Zufall, dass dieses Universum ausgerechnet eine Welt darstellt, die nicht von den Winchesters gerettet wurde. Dafür hat man in dieser Staffel einfach viel zu viel Energie darauf verwendet, die Bedeutung der beiden herauszustellen. Von dem her hätte ich nichts gegen einen kleinen Ausflug à la #5.04 Endspiel einzuwenden.

Das nächste große Mysterium ist natürlich Jack. Den hat man ja praktischerweise gleich altern lassen, damit Sam und Dean nicht als Babysitter herhalten müssen. Denn nachdem Kelly und Cas tot sind, liegt es wohl an den beiden, sich um Jack zu kümmern. Ich bin ja mal gespannt, wie er so drauf ist. Dass Jack unglaublich mächtig ist, hat er bereits zu Genüge bewiesen. Doch wie ist seine Persönlichkeit? Hat der positive Einfluss von Kelly und Cas geholfen, oder kommt Jack doch mehr nach Luzifer? Wenn man daran denkt, was für ein Händchen Cas immer hat, genau den falschen Leuten zu vertrauen, ist das doch leicht beunruhigend.

Randnotizen:

  • Hat sich bei der Parallelwelt noch jemand an die Welt erinnert gefühlt, die Frodo in "Der Herr der Ringe immer betritt, wenn er den Ring ansteckt?
  • Rowena hatte es nicht verdient, im Off von Luzifer gegrillt zu werden. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit, sie irgendwie für den Spin-Off wiederzubeleben?
  • Irgendwie grausame Ironie des Schicksals, dass Kellys so mühevoll gebaute Krippe jetzt doch unnütz ist.
  • Bilde ich mir das ein, oder sind in dieser Staffel überdurchschnittlich viele Charaktere gestorben – selbst für SPN-Verhältnisse?

Fazit

Trotz der vielen Tode hat mir diese Folge gut gefallen. In dieser Staffel wurde der Wert der Familie und das Vermächtnis, das man in der Welt hinterlässt, thematisiert und das findet hier im Finale einen guten Abschluss. Nachdem Mary im letzten Staffelfinale herbeigezaubert wird, wird sie den Brüdern ebenso plötzlich wieder weggenommen. Die britischen Men of Letters wurden zugunsten der traditionellen amerikanischen Jägern vertrieben und Luzifer wurde (zumindest vorerst) weggesperrt. Dem Cliffhanger nach zu urteilen, wird das große Thema der nächsten Staffel wohl Jack sein und die Frage, ob er nun gut oder böse ist (oder etwas dazwischen). Hoffen wir mal, dass er das ganze Aufhebens wert ist, das um ihn gemacht wurde! Außerdem dürfte es spannend werden, ob die Parallelwelt weiter erforscht wird, oder ob sie nur als ein neues Gefängnis für Luzifer herhalten soll. Und natürlich – wie soll es anders sein – sind die Winchesters mal wieder mittendrin.

Denise D. - myFanbase

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