Bewertung

Review: #7.10 Erleuchtung

Foto: And Just Like That... - Copyright: Craig Blankenhorn/HBO Max
And Just Like That...
© Craig Blankenhorn/HBO Max

Ein Jahr hat "And Just Like That…" seit dem Staffelauftakt nun hinter sich gebracht und nach zehn Episoden bin ich mit dem Revival von "Sex and the City" noch immer nicht warm geworden. Man versucht in diesem Staffelfinale die losen Fäden zu verbinden, was mehr schlecht als recht gelingt, doch fangen wir von vorne an.

Die Episode startet mit Carrie, die sich an der Seite von Che und Jackie bei dem Podcast langsam wohl fühlt und angekommen scheint. Während beruflich alles ganz gut in Carries Leben aussieht, weiß sie noch nicht recht, in welche Richtung sich ihr Liebesleben entwickeln wird. Das ist ein Teil der Episode, der zwar relativ seicht bleibt und für keine großen Emotionen sorgt, doch er ist gleichzeitig solide und gut nachvollziehbar, weshalb er mir tatsächlich der liebste am gesamtem Staffelfinale war. Das nächste Date mit Peter bringt Carries Gefühle nämlich nicht sonderlich in Wallungen und so muss sie selbst erkennen, dass der erste Mann, den sie nach Big küsst, keinen großen Eindruck hinterlässt. Man kann hier gut mit Carrie mitfühlen, die ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes langsam bereit ist, dieses Kapitel abzuschließen. In diesem Zusammenhang nimmt Carrie auch wieder – per SMS – Kontakt zu Samantha auf. Egal wie man es dreht und wendet, der Part an der Geschichte hinkt und ich kann mich nicht damit abfinden, dass man Samantha off-screen weiterhin mit einbindet. Es ist nicht davon auszugehen, dass Kim Cattrall irgendwann in die Rolle zurückkehren wird und so sollte man die Figur – meiner Meinung nach – lieber zu den Akten legen, als eine Freundschaft am Leben zu halten, die der Zuschauer nie wieder zu Gesicht bekommt. Schön fand ich dagegen den Kontrast zwischen den beiden Küssen, die Carrie bekommen hat. Wo Peter zu zurückhaltend war und keine romantische Stimmung aufkam, war ich positiv überrascht davon, wie feurig es plötzlich zwischen Carrie und Franklyn zuging. Bei den beiden liegt definitiv etwas mehr in der Luft und ich hoffe, dass man in einer zweiten Staffel an den Moment der beiden anknüpfen wird.

Während die Handlung rund um Carrie relativ ruhig vor sich hin plätscherte, bringt Charlotte etwas Schwung in die Episode. Ich habe mich bei den Szenen mit ihr gut unterhalten gefühlt und ihr Gespräch mit Lisa hat mir aufgrund der tiefen Ehrlichkeit auch sehr gut gefallen. Was ich allerdings vollkommen unnötig fand, war das Verhalten von Rock. Keine They Mizwa haben zu wollen ist ja in Ordnung, doch kann man das seinen Eltern nicht etwas früher sagen als am Tag der Feier? Ich finde, dass Rock sich hier sehr verzogen und egoistisch benommen hat, was einfach unnötig war.

Am unnötigsten an der gesamten Episode war allerdings mal wieder Miranda. Es tut mir leid, ich habe es wirklich versucht, aber ich kann mit den neuen Facetten der Figur einfach nichts anfangen. Sie ist überhaupt nicht mehr der Mensch, den wir in "Sex and the City" kennen und lieben gelernt haben und die Entwicklung, die sie hingelegt hat, ist nicht nachvollziehbar. Zudem finde ich es sehr plump, wie die Autoren sich in dieser Episode für die Entscheidungen, die sie bezüglich Mirandas Wandel getroffen haben, rechtfertigen, indem sie diese im Streit mit Carrie diskutieren. Es macht einfach keinen Sinn, was aus Miranda geworden ist und dass sie, nachdem sie ihre Ehe mit Füßen getreten hat, nun das gleiche mit ihrer Karriere macht, um Che im Publikum applaudieren zu können. Sich für die Liebe ein wenig aus dem Fenster zu lehnen ist eine Sache, doch das, was man sich ein Leben lang aufgebaut hat, rücksichtslos zu zerstören ist etwas anderes. Ich kann Miranda auf diesem Pfad nicht folgen. Zudem war ich sehr enttäuscht darüber, dass auch Brady weiterhin nur eine blasse Figur am Rande bleibt und kein Ton zum Eheaus seiner Eltern oder zu Mirandas Reise nach Kalifornien sagt – das Einzige, was er anspricht, sind ihre Haare und die sind mittlerweile nun das geringste Problem an der Figur.

Fazit

Eine sehr durchwachsene erste Staffel von "And Just Like That..." ist zu Ende und das Staffelfinale macht das beste aus einer ernüchternden Ausgangslage. Während man sich bei Carrie und Charlotte hier und da noch an die guten alten Zeiten erinnern kann, verblassen sie im Angesicht von Mirandas Entscheidungen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir eine weitere Staffel des Revivals ansehen werde.

Marie Müller - myFanbase

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