Bewertung

Review: #7.01 Offene Baustellen

Foto: Jason Winston George & Jaina Lee Ortiz, Seattle Firefighters - Die jungen Helden - Copyright: 2024 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.; Disney/James Clark
Jason Winston George & Jaina Lee Ortiz, Seattle Firefighters - Die jungen Helden
© 2024 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.; Disney/James Clark

Nach fast zehn Monaten mal wieder eine Review für "Seattle Firefighters - Die jungen Helden" schreiben zu können, sollte eigentlich ein Freudenfest sein, ist aber mit großer Wehmut verbunden. Seit Ende letzten Jahres steht fest, dass das siebte gemeinsame Jahr das letzte sein wird. Auch wenn vonseiten von ABC suggeriert wurde, die Serie habe ihren guten Lauf gehabt, so brauchen wir nur auf "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" in der beeindruckenden 20. Staffel zu blicken. Sehr ähnliche Strukturen, aber angeblich sind die Feuerwehrleute auserzählt. Müssen wir wohl so hinnehmen. Da nehmen wir lieber, was wir noch bekommen. Daher auf eine letzte Staffel voller Emotionen, Spannung und Mitfiebern!

Die Review ordne ich mal von sehr schlecht nach sehr gut. Da ganz unten an der Skala ist wenig überraschend für mich das Comeback von Travis Montgomery und Emmett Dixon. Auch wenn ich die beiden mal mochte, aber die gemeinsame Geschichte wurde nicht besser und all die Dinge, die Travis insgesamt über Emmett geäußert hat, da hätte ich immer zu ihm gesagt, lauf, Junge, lauf. Nun ist Emmett angesichts der Beerdigung seines Vaters zurück. Aber warum Travis ihn da gleich mal wieder vernaschen muss, während er doch gerade erst Eli Stern hinterher gehechelt ist, damit sie sich versöhnen, das ist nicht verständlich. Auch wenn sie erst am Anfang einer Beziehung stehen, aber Travis, ernsthaft? Kein guter Start für ihn in die finale Staffel. Darin anknüpfend haben wir auch gleich Robel Osman, der eigentlich noch gar nicht ins dunkle Licht gerückt wurde, die Vibes waren aber dennoch schon entsprechend. Das Gespräch zwischen ihm und Natasha Ross wurde sicherlich nicht umsonst nicht gezeigt. Auch wenn sie ihren Job behalten darf, aber das scheint an Bedingungen geknüpft zu sein. Alleine wie Osman ihr über den Mund gefahren ist. Ich finde es etwas schade. Zwar war Osman sicherlich nicht wie Travis im Wahlkampf, aber er wirkte doch gemäßigt. Aber da züchtet man offenbar einen neuen Gegner heran, typisch Politiker eben, die halten immer als Antagonisten her.

Nun werden wir schon deutlich besser. Da möchte ich dann zuerst Robert Sullivan erwähnen, der einen guten Start in die Staffel hat. Vielleicht hat sich bei ihm wirklich ein Schalter umgelegt, aber er war diesmal ein sehr guter Partner, sowohl im Krankenhaus als liebevoller Pfleger als auch später als Natasha von dem Erhalt ihres Jobs weiß und er dennoch positiv wirkte. Ich könnte mir wirklich gut vorstellen, dass er und sie im Serienfinale uns eine Hochzeit anbieten können. Mal sehen, wie es weitergeht. Bei Sullivan muss ich dann unweigerlich auch an Theo Ruiz denken, der am Ende von Staffel 6 auch in eine Richtung geschoben wurde, die mir nicht gefiel. Dementsprechend war ich nach der Trennung von Victoria 'Vic' Hughes nun bang, was da wohl kommt. Aber auch hier wurde es angenehm ausbalanciert. Man hätte schließlich vermuten können, dass das gemeinsame Eingeteilt Sein beim Krisenprogramm zu einem riesigen Problem werden könnte, aber es war angemessen und ich hatte vor allem auch den Eindruck, dass Vic und Theo beide einen Anteil hatten. Sie hat am Anfang deutlich gemacht, wir sind Erwachsene, also verhalten wir uns auch so und er hat sich im Einsatz nicht aufgespielt, sondern er hat Vic die Führung überlassen und seinen Teil dann ebenfalls pflichtschuldig erfüllt. Im Abschluss passte es dann so gut, dass Theo sowohl Andy Herrera als Captain als auch Vic für den Fall Respekt gezollt hat. Er hat gerade eine herbe Niederlage erlebt und dennoch arbeitet er fürs Team. Seine Ehrlichkeit wegen Kate Powell weiß ich auch zu schätzen. Auch wenn Vic recht hatte, dass es keine Rolle gespielt hat, aber ihm war es wichtig, dass sie es von ihm erfährt, Respekt dafür.

Für Vic war es aber auch ein wunderbarer Einsatz. Nicht wegen des Ausgangs, denn da verstehe ich ihre Enttäuschung gut, aber das sind einfach Handlungen, die ihr als Figur unfassbar gut stehen. Von den Frauen ist sie mein Liebling und ich blicke hoffnungsvoll auf diese letzte Staffel für sie, wenn es schon so gut startet. Dennoch muss ich sie auch nochmal etwas wachrütteln. Ich verstehe, dass sie sich das Krisenprogramm als Schnittstelle vorstellt, solche Ausraster wie von Phyllis vorher zu finden, aber man kann lernen und simulieren, wir Menschen sind letztlich individuelle Wesen und wir agieren nicht ständig nach Handbuch. Phyllis hat sich selbst nicht recht verstanden, wie sollte es da Vic in allen Nuancen können? Von einer starken Frau zur nächsten und da haben wir Andy, die ich erst nicht so recht einschätzen konnte. Sie hatte auf dem Feuerwehrball einen großartigen Moment, denn gerade erst zum Captain ernannt, gleich so ein brenzliger Einsatz, wo einiges von ihr abverlangt wurde. Eine Feuertaufe, die man erstmal überstehen muss. Nun ist es wirklich ihr erster Tag in Uniform und mit neuem Rang und es sollte ein Freudenfest sein, doch nichts von zu spüren. Seit dem Ball ist so vieles schief gegangen, kein Wunder, dass sie sich also selbst bemitleidet und sehr an sich gezweifelt hat. Jack Gibson als innere Stimme, ich weiß nicht. Das hat mich nicht 100% überzeugt, vielleicht wäre hier ein Gastauftritt von Miguel Sandoval das I-Tüpfelchen gewesen. Dennoch war es berührend mitanzusehen, wie sie sich durch alle Zweifel durchgearbeitet hat und sich dann selbst gesagt hat, ich werde die besten Captain, die diese Wache je gesehen hat. Das ist die Einstellung, die es braucht und sie wird das schaffen, sie ist schließlich Andy.

Jetzt die weitere Entwicklung rund um Jack auf der positiven Seite zu haben, das hat mich selbst am meisten überrascht. Auch wenn ich etwas gemeckert habe, dass es schon das zweite Staffelfinale hintereinander war, das sich mit ihm beschäftigt hat als Cliffhanger und man auch generell sagen muss, viel mehr Schlimmes als Jack kann man fast nicht erleben, bin ich gespannt, was sich uns nun ergibt. Natürlich könnte man Jack in Ruhe lassen und sagen, er hat sich seinen unaufgeregten Lebensabend jetzt mal verdient, aber es war bei Pruitt Herrera schon wichtig, dass gezeigt wurde, was das Feuerwehrleben aus einem machen kann. Jetzt zeigen wir es an Jack und wir sind drei Staffeln weiter. Da hat die Produktion das volle Recht. Natürlich würde ich Jack gerne mit den anderen wieder auf Einsätzen sehen, aber die Storyline ist zu stark, als dass man sie jetzt einfach liegen lassen kann. Ich bin auch gespannt, wie Grey Damon das schauspielerisch händelt. Er kann das, da bin ich mir sicher. Auch wenn er im komödiantischen Timing das größere Talent hat, aber schon nach der Enthüllung rund um seine biologische Familie war ersichtlich, da ist was. Warum als Damon diese Spielwiese jetzt nicht geben? Ich fand es auch sehr süß, dass Marsha eingebunden wurde. Sie ist wirklich seine Familie und umgekehrt. Auch wenn ich mir angesichts der biologischen Familie rund um Brooke und den Rest noch etwas erwarte, aber Marsha in der eigenen Ecke zu wissen, ein großes Geschenk.

Zuletzt nun noch die Storyline, wo es gar nichts dran zu rütteln gab, dass sie einfach nur schön und konsequent war. Mit dem Staffelfinale und der Entbindung des Babys von Kellnerin Nanette war bereits zu erahnen, dass das was für Carina DeLuca und Maya Bishop werden könnte und zack, zugeschlagen. Ich fand Chef Wolf ehrlich gesagt auch etwas unheimlich, da war gleich klar, das wird nichts geben. Aber Carina war eh schockverliebt und dass Maya dann die Erste ist, die den Wunsch der Adoption ausspricht, clever vom Drehbuch. Denn sie ist die Haderin und Zweiflerin. Wenn Maya also all-in geht, dann wird das auch Carina beruhigen. Ich fand es aber auch schön, dass gleich betont wurde, dass der Wunsch einer Schwangerschaft für Carina damit nicht aufgehoben sein muss. Für die beiden ist alles möglich und ich hoffe nach den ganzen dunklen Wolken, dass sie unser Zuckerwatten-Pärchen für den Abschluss sind!

Fazit

"Seattle Firefighters" startet endlich mal wieder ohne Zeitsprung in eine neue Staffel und es wird gleich klar, das hat dem Auftakt gut getan. Ich habe zwar auch gleich bedenkliche Punkte gesehen, aber der Hauptteil war positiv und hoffnungsstimmend. Den Abschied läutet man schließlich gerne positiv ein.

Lena Donth – myFanbase

Die Serie "Seattle Firefighters - Die jungen Helden" ansehen:


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