Bewertung: 9

Review: #4.07 Was mit Charlotte King geschah

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In dieser Folge konnte vor allem KaDee Strickland unter Beweis stellen, was schauspieltechnisch alles in ihr steckt. Sie zeigte nicht nur eine verletzliche, sondern auch eine starke Charlotte, die sich weiter entwickelt.

Der verletzliche Cooper

Dass Cooper seine Charlotte liebt, konnte man schon in den letzten Folgen mehr oder weniger deutlich erkennen. Ebenso, dass er alles für diese tun würde, fällt positiv an ihm auf. Jedoch die Tatsache, wie stark seine Liebe ist, macht ihn in meinen Augen verletzlich und kindisch, weil er alles daran setzen will, den Täter zu finden und natürlich sich zu rächen. Dass dies nicht so leicht werden würde, kann man sich schon denken. Immerhin verschweigt Charlotte gegenüber Cooper, dass sie vergewaltigt wurde. Normalerweise finde ich solch eine "Lüge" nicht unbedingt ratsam. Doch wenn man Cooper kennt, und das macht Charlotte, kann man ihr diese Handlungsweise nicht verübeln. Wie bereits erwähnt, ist seine Liebe so stark zu ihr, dass ihm das Wissen über ihre Vergewaltigung nur noch mehr zugesetzt hätte. Dennoch denke ich, dass er es irgendwann erfahren wird und vielleicht besser damit umgehen kann. Aber zum jetzigen Zeitpunkt braucht Cooper Halt und jemanden, der ihm sagt, dass alles wieder gut wird. Genau dies wurde wunderbar in Szene gesetzt. Ich hätte mir niemand Besseren vorstellen können, als Charlotte selbst. Auch denke ich, dass Cooper niemanden sonst an sich heran gelassen hätte und Charlotte scheint ziemlich genau zu wissen, wie man den Kinderarzt beruhigen kann.

Trotz dessen dass Cooper so verletzlich ist, beweist auch er Stärke. Zwar kann ich Violet verstehen und dass sie ihren Freund aufhalten wollte, damit er den Tatort nicht zu Gesicht bekommt, doch ich glaube, er musste sich einfach vergewissern, dass Charlotte nicht den angeblichen Überfall ohne Widerstand über sich ergangen ließ. Daher war es auch sehr passend, als er zu Violet sagte, Charlotte habe wie eine Löwin gekämpft.

Charlotte's Vertraute

Im Gegensatz zu Cooper, spielt Charlotte immer die Starke. So ist es wohl auch nicht überraschend, als sie sich selbst verarzten will. Schön ist hier die Szene mit Pete, der sie als Erster findet und sie behandelt. Dabei wird auch aufgegriffen, dass Charlotte keine Medikamente haben möchte. Ich finde es immer gut, wenn die Autoren so ein kleines, aber durchaus wichtiges Detail, nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Wie wir ja bereits in #1.06 Charlotte kann nicht schlafen erfahren haben, hatte Charlotte mal ein Tablettenproblem. Mir hat es wirklich gut gefallen, dass man darauf nicht nur nochmals eingegangen ist, sondern auch Amelia mit ins Boot holte, die beim MRT Charlotte anfangs indirekt gestand, sie habe beziehungsweise hatte mal ein Alkoholproblem. Ich denke man kann davon ausgehen, dass es in der nächsten Zeit mehrere Szenen zwischen den beiden geben wird. Zumindest würde ich mir dieses wünschen.

Überrascht war ich, als nachdem Charlotte eine Telefonnummer wählte, Addison diejenige ist, die angerufen wurde. So wirklich verstehe ich diesen Handlungsbogen noch immer nicht. Zumal, wie Addison schon sagte, die beiden nie wirklich Freundinnen gewesen sind und wie wir nun auch schon mehrmals mit ansehen durften, ist Addison nicht die geborene Schweigsame. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass Violet in diesem Punkt auch nicht hätte lange schweigen können, da sie die beste Freundin von Cooper ist. Demnach war die Wahl auf Addison wohl schon besser.

Es ist mit Sicherheit sehr schwer, seine eigenen Gefühle in so einer Situation zurückzustellen. Addison ist nicht unbedingt jemand, der gern über seine Gefühle spricht. Vielleicht war ihr Tränenausbruch, als Charlotte ihr darüber berichtet, wie grausam eine Vergewaltigung wirklich ist, auch nur, weil es auch sie hätte treffen können. Trotzdem rechtfertigt das wohl noch lange nicht, Charlotte zu sagen, dass sie ihren Peiniger anzeigen solle, auch wenn es aller Wahrscheinlichkeit nach richtig wäre. Doch ich kann Charlotte sehr gut verstehen, dass sie nicht das Mitleid der anderen haben will und Addison deutlich macht, dass sie sich zusammenreißen soll.

Charlotte das Opfer?

Schwäche zu zeigen ist für Charlotte etwas, was sie bei anderen nicht sonderlich mag und bei sich selbst schon mal gar nicht. Das macht sie auch Cooper deutlich klar, als er ihr sagt, sie bräuchte keine Mail zu schreiben, da sie das Opfer ist. Ich denke, im Grunde weiß sie selbst, dass sie das Opfer ist, jedoch will sie dies (noch) nicht zugeben, was verständlich ist. Ebenso verständlich ist es, dass sie nicht im Krankenhaus bleiben will. Dass sie dort mit Erinnerungen konfrontiert wird, ist ihr anscheinend bewusst, was wohl auch der Grund dafür ist, schnell nach Hause zu kommen. Emotional bei diesen Szenen sind vor allem die Rückblenden auf den Tathergang, den Charlotte nochmals erlebt, als sie mit Cooper das Krankenhaus verlässt.

Sam scheint ein weiteres Opfer zu sein. Er glaubt nämlich, dass Addison mit ihm Schluss machen möchte. So ganz verstehe ich seine Haltung dahingehend nicht. Addison machte auf mich nicht den Anschein, dass sie die Beziehung beendet will, auch wenn ich das persönlich besser finden würde. Eigentlich ist es sogar sehr schade, dass Sam nicht so weit denkt, und ihm klar ist, warum Addison so einen Gefühlsausbruch hatte, nachdem die er Frage gestellt hat, ob es in Ordnung wäre, wenn er zu Bett geht. Die Frage hat auch bei mir für Verstimmung gesorgt. Zwar kann ich es verstehen, dass er ausgeschlafen sein möchte, dennoch finde ich seine Reaktion schon etwas dreist, einfach gehen zu wollen.

Sheldon und der Täter

Was mir besonders gut an der Folge gefiel, ist die Verknüpfung der Handlungen. Den Täter hat man in der letzten Folge nur von hinten gesehen, doch bei der Gegenüberstellung von Lee McHenry und Sheldon, konnte man ihn wunderbar als Vergewaltiger von Charlotte identifizieren. Nicholas Brendon war mir zu diesem Zeitpunkt kein Begriff. Seine Darstellung als verwirrten Lee hat mir sehr gut gefallen. Auf der einen Seite hätte ich Lee gerne für seine Tat den Hals umgedreht. Aber er erschien mir in vielen Szenen als jemand, der eine gespaltene Persönlichkeit hat und sich seiner Tat nicht richtig bewusst ist. Sheldon hat in dieser Folge das größte Los gezogen. Er muss den vermeintlichen Vergewaltiger befragen und weiß noch nicht einmal, dass Charlotte das Opfer ist. Gespannt bin ich daher auf Sheldons Reaktion, wenn ihm die anderen erzählen, was passiert ist.

Fazit

Diese Folge verdient meinen vollen Respekt, sowohl handlungstechnisch wie darstellerisch. Die Charaktere haben sich alle weiterentwickelt und neue Seiten an sich gezeigt, so dass es genug Spekulationen über den weiteren Verlauf gibt und gestellte Fragen geklärt werden.

Daniela S. - myFanbase

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