Bewertung: 7

Review: #4.06 Familiensache

Foto: Copyright: 2011 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
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Episode #4.06 Familiensache spiegelt sehr schön wieder, was so wichtig an einer Familie ist und wie viel einem eine solche bedeuten kann. Sehr schön ist dies bei Cooper und Charlotte zu erkennen, die eine unterschiedliche Meinung darüber haben und dennoch eine kleine Familie für sich sind. Auch bei Violet steht das Thema im Vordergrund, jedoch strengt ihre Storyline sehr an und auch Addison strapaziert die Nerven der Zuschauer sehr.

Die Fälle der Woche

Ich weiß gar nicht, mit welchem Fall ich eigentlich anfangen soll. Beide sind sehr intim und schaffen es zumindest bei mir, die Verhaltensweisen von allen Betroffenen nachzuvollziehen und verstehen zu können. Aber ich konzentriere mich erst einmal auf Jacob, Angela und Evan. An dem Fall hat mir besonders gefallen, dass Jacob Angela wirklich zu lieben scheint, auch wenn seine Tat bzw. sein Fremdgehen nicht zu entschuldigen ist. Dennoch hat man ihm angemerkt, wie leid es ihm doch tut, dass seine Frau ihm nicht das geben konnte, was Jacob gebraucht hat. Ich stelle mir das ziemlich schwierig für beide vor, da es Angela ja all die Jahre geahnt hat. Wobei ich mich natürlich auch frage, warum sie ihren Verdacht nie zur Sprache gebracht hat. Vielleicht wollte sie, dass Jacob von selbst auf sie zukommt. Vielleicht war es auch die Angst, was passieren wird, sollte sie mit ihrem Verdacht recht haben. Immerhin waren die beiden über 20 Jahre verheiratet und auch wenn die Liebe nicht erfüllend gewesen ist, so fällt es einem sicherlich schwer, sich von einander zu trennen.

Denn dass es Jacob schwer fiel, überhaupt zu seiner Homosexualität zu stehen, war deutlich zu erkennen. Dennoch fand ich es gut, dass er den Mut dazu hatte. Wie ich schon weiter oben schrieb, scheint er seine Frau wirklich zu lieben, es ist nur eine andere Art von Liebe. Zudem muss ich Angela hoch anrechnen, so verständnisvoll reagiert zu haben, wenn man bedenkt, dass sie mit ihm ein Kind zeugen wollte. Allerdings zeigte sich ihre Wut und Enttäuschung, als sie erfuhr, dass Jacob HIV-positiv ist. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was ihr da durch den Kopf geschossen ist. Vor allem frage ich mich, ob Jacob schon vor dem Unfall von seiner Erkrankung gewusst bzw. geahnt hatte. Durch diese neue Erkenntnis finde ich, kann man Angela keinerlei Vorwürfe machen, Jacob geschlagen zu haben. Wenn man bedenkt, dass sie kurz vorher erfahren hat, dass er homosexuell ist (was schon ein Schock ist) und dann auch noch, dass der Partner HIV-positiv ist, kann man ihr Handeln vollkommen verstehen. Auch wenn es im Moment noch nicht danach aussieht, so könnte ich mir dennoch vorstellen, dass Jacob und Angela Freunde bleiben werden.

Der zweite interessante Fall der Woche war Bob, der nach wie vor hofft, dass seine Frau aus dem Koma erwacht. Für mich ist das verständlich, da man auch öfters in den Medien hört, dass Patienten nach Jahren im Koma aufwachen und man die Hoffnung nicht aufgeben sollte und genau das hat Bob nie getan. Daran erkennt man auch, wie sehr er Georgie doch liebt.

Allerdings muss man auch sagen, dass Bobs Liebe fast krankhaft ist, zumindest war das mein Eindruck. Als ich die Episode geschaut habe und dann heraus kam, dass seine Frau nicht nur schwanger ist, sondern er es war, der sie geschwängert hat, fragte ich mich, was Bob sich dabei gedacht hat. Wollte er damit erreichen, dass seine Frau durch das Heranwachsen des Kindes im Bauch wieder aufwacht? Oder wollte er, dass seine Frau das Kind im Koma austrägt, damit Bob dann so eine Art "Erinnerung" an seine Frau hat? Wie man es auch dreht und wendet, in gewisser Weise bricht einem das Herz dabei, wenn man dem verzweifelten Bob zusieht und zuhört. Denn obwohl seine Frau das Kind verloren hat, gab er nicht auf, und wollte es erneut versuchen. Ab da war mein Herz endgültig gebrochen, da Bob zwar gegenüber Sheldon versichert hat, sich helfen zu lassen, doch nach dieser Szene war einem bewusst, dass er viel zu sehr an seiner Frau hängt, um sie gehen zu lassen. Daher denke ich auch, dass er ein Kind mit ihr (oder von ihr) haben wollte, damit der Verlust seiner Frau dann nicht mehr so schlimm für ihn ist, da sie ja in dem gemeinsamen Kind weiterleben würde. Ein Handlungsstrang, der zu Herzen geht.

Streitigkeiten

Besonders der Fall um Bob sorgte für einige Meinungsverschiedenheiten unter den Praxispartnern. Besonders schockierend fand ich Addisons Ansichten bzw. deren Darlegungen. Auf der einen Seite hat sie in meinen Augen vollkommen recht, dass es für Georgie eine Art sexuelle Misshandlung durch ihren Mann gewesen ist, zumal sie sich nicht einmal wehren konnte. Dennoch konnte ich ihre Beharrlichkeit auch außerhalb der Praxis nicht nachvollziehen. Natürlich ist es mehr als verständlich, dass sie dieser Fall nicht sofort loslässt. Aber warum beginnt sie denn mit Sam deswegen auch noch zu Hause Streitigkeiten? Ich verstehe es noch immer nicht. Vielleicht war es von ihm nicht klug, mit ihr schlafen zu wollen, doch darüber hätte man ja erst einmal in Ruhe und vor allem vernünftig reden können. Doch stattdessen zog sie auch noch Sams damalige Beziehung zu Naomi mit hinein und provozierte damit nur noch mehr Streit.

Daher fand ich es auch nicht optimal, die Streitigkeiten zwischen den beiden auch in der Praxis austragen zu müssen. Wer nun recht und unrecht hat, ist in meinen Augen egal. Da es ja die verschiedenen Ansichten und Meinungen verschiedener Ärzte auf unterschiedlichen Fachgebieten gewesen waren. Sehr gut fand ich daher auch die Argumentationen von Sheldon und Amelia, die beide andere Fälle mit diesem verglichen haben. Weiter missfiel mir dann auch Addisons Handeln, als sie erfuhr, dass Bob seine Frau noch einmal schwängern wollte. Ich verstehe sie momentan einfach nicht. Meiner Ansicht nach wäre es auch viel wichtiger gewesen, dass Bob über seinen Verlust und seine Angst mit jemanden spricht. Doch dies wird ihm durch Addisons Handeln nun verwehrt, da er im Gefängnis mit Sicherheit keine Gelegenheit dazu bekommen wird. Das hätte ich wirklich nicht von der sonst so verständnisvollen Addison erwartet.

Auch zwischen Pete und Charlotte gab es bezüglich Jacob, Angela und Evan eine Meinungsverschiedenheit, die man gut nachvollziehen konnte. Hier fand ich aber den Umgang mit der Situation sehr viel besser umgesetzt. Auch hat man gesehen, wie gut sich Charlotte eigentlich mit Pete versteht. Ich glaube nämlich nicht, dass sie einem anderen Kollegen erlaubt hätte, erst einmal unter vier Augen mit Jacob zu reden, weswegen mir die Szene zwischen den beiden noch mehr gefallen hat.

Familienzusammenführung?

Wenn es nach Violet gehen würde, wäre dies schon längst in die Wege geleitet worden. Wie gut, dass Cooper sie in diesem Punkt zurückhalten konnte. Ich finde es schön, etwas mehr von Petes Familie zu erfahren und ich fand seine Erzählungen dahingehend auch sehr emotional, doch viel besser hätte es mir gefallen, wenn er es ganz von sich aus erzählte hätte. Jedoch wirkte es in meinen Augen so, als habe Violet ihm die Pistole auf die Brust gesetzt, weil sie selbst etwas wissen wollte, da sie sonst nicht zurechtgekommen wäre.

Doch schon bei dem Gespräch über Adam, dass sie ihn gefunden hat, machte deutlich, wie sehr es Violet missfällt, nichts über Petes Familie zu wissen. Zumal es eher so wie eine Therapiestunde, statt einem Gespräch unter Eheleuten aussah und Pete dahingehend auch genervt wirkte. Dabei finde ich eigentlich nicht, dass sich Petes Vergangenheit auf seine Beziehung zu Lucas auswirkt. Vielmehr scheint es so zu sein, als wolle Violet mit ihrem Gerede nur dafür sorgen, damit sie ihren Mann dazu drängt, wieder Kontakt zu seiner Familie aufzunehmen. Jedoch scheint ihn die Vergangenheit und die Taten von seiner Mutter und seinem Bruder so weh zu tun, dass er nicht in der Lage ist, einen Schritt auf sie zuzugehen und das ist für mich vollkommen verständlich. Man kann eigentlich nur hoffen, dass Violet sich nun mit ihrem neuen Wissen über Pete zufrieden gibt und mit ihrer Besessenheit, seine Familie wieder zusammenzuführen, keinen Ehestreit heraufbeschwört.

Versöhnung und Überfall

Cooper und Charlotte machen einfach Spaß als Paar, da sie so unterschiedlich sind und dennoch ihre Liebe so stark ist. Ganz anders als Sam und Addison haben mich die beiden noch nie genervt. Vielleicht liegt das einfach auch daran, dass die Streitigkeiten zwischen Cooper und Charlotte anfangs ernst gemeint sind, jene dann doch immer sehr süß beigelegt werden - wie auch dieses Mal.

Dabei war es diesmal besonders amüsant, wie schnell Charlotte dahinter kam, was Cooper eigentlich vorhatte. Ehrlich gesagt fällt es auch ziemlich schwer, sich die Krankenhausleiterin mit einem Baby vorzustellen. Nichtsdestotrotz führte diese kleine Unstimmigkeit zu einer sehr süßen Entschuldigung und man merkte sehr deutlich, wie stark die Liebe zwischen den beiden ist. Nicht allein auch deswegen, weil Charlotte schon Coopers Entschuldigung angenommen hatte, nachdem er ihr den kleinen Kuchen in die Hand drückte.

Doch nach diesem atemberaubenden Cliffhanger stellt sich natürlich die Frage, was mit Charlotte passiert und ob Cooper ihr rechtzeitig zu Hilfe kommen wird. Vor allem ist es spannend, zu erfahren, wer dieses Verbrechen auf Charlotte begangen hat.

Fazit

Diese Folge warf einige spannende und auch fragwürdige Aspekte in den Fällen auf, die sehr interessant zu verfolgen waren. Sehr schön war auch mit anzusehen, dass alle Charaktere in diese involviert waren und man das Thema Familie voll und ganz in den Mittelpunkte stellte. Doch aufgrund der Ansichten und der Handlungen von Addison und Violet konnte diese Folge, trotz des grandiosen Endes, nicht vollkommen überzeugen.

Daniela S. - myFanbase

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