Bewertung: 5

Review: #1.02 Vertrauen ist ein großes Wort

Erst in der letzten Woche brachte man uns den Neustart "Once Upon a Time in Wonderland" näher, der bei mir einen netten ersten Eindruck hinterließ. Doch die zweite Episode baut leider ein wenig ab und wirkt neben der Storyline um Alice und den Herzbuben etwas fad.

Die Bösewichte

Schon in #1.01 Down the Rabbit Hole konnten wir die beiden Antagonisten Jafar und die Rote Königin kennenlernen, die bisher nicht gänzlich überzeugen konnten. Und obwohl Jafar und die Königin in dieser Episode mehrmals aneinander geraten, kauft man ihnen die Bösewicht-Performance nur teilweise ab. Naveen Andrews konnte mich schon in der Pilotfolge nicht für sich gewinnen und auch mit dieser halbherzigen Inszenierung macht er den ersten Eindruck nicht wieder gut. Selbst als Jafar auf der Suche nach der Wunderlampe einen einfachen Mann tötet, hat er ein Lächeln in den Augen, das auf keine Weise verschmitzt oder hinterhältig wirkt und daher nicht das Gefühl aufbringt, dass man sich Alices Gegenspieler gegenüber sieht. Warum es Naveen Andrews nicht gelingt, in dieser Rolle zu überzeugen, ist mir ein Rätsel, da er in "Lost" alles andere als unglaubhaft wirkte.

Die Rote Königin hatte zwar in der vorangegangenen Episoden einen guten Moment, doch dieses Mal hinterlässt sie hauptsächlich einen sehr eitlen Eindruck. Dabei werfe ich Emma Rigby nicht vor, dass sie ein enormes Sexappeal verströmt, was wohl niemand leugnen kann, was ihrer Figur zwar einen netten Touch gibt, aber durch all den Lippenstift, etc., viel zu sehr in den Vordergrund gerückt wird. Als sie beim Besuch des Weißen Kaninchens weder rote Lippen hatte, noch ihre pompöse Krone trug, kam sie bei mir viel besser an, auch wenn der Einstieg in die Szene mit den Hornhaut abschrubbelnden (?) Dienern nun wirklich nicht nötig gewesen wäre.

Wie hängen die beiden Figuren denn nun zusammen? Was Jafar von der Königin will, ist offensichtlich: Wünsche. Doch ihr Geheimnis wird weiterhin bedeckt gehalten. Das ist ein kleiner Pluspunkt, da man uns nicht von Anfang an in alle Geschehnisse gänzlich einweiht und damit die Möglichkeit lässt, uns zu überraschen. In Bezug auf die Gegenspieler besteht also noch viel Platz nach oben, den man hoffentlich bald zu nutzen weiß.

Das Abenteuer von Alice und Will

Nachdem Sophie Lowe mich im Piloten vollkommen von sich überzeugen konnte, wirkt sie in dieser Episode leider nicht halb so gut. Sie wird sogar in jeder Szene, die sie mit Michael Socha teilt, in den Schatten gestellt, da jener so viel Charme, Witz und Ironie versprüht, dass neben ihm einfach niemand standhalten kann. Schon zuvor konnte Socha sich den Sympathien der Fans sicher sein, musste meiner Meinung nach aber neben der Liebesgeschichte um Alice und Cyrus den zweiten Platz einnehmen. Doch da diese Story nun zwar wieder aufgegriffen wird, aber weniger bietet als in der Pilotfolge, ist der Herzbube bei weitem der sehenswerteste Charakter dieser Episode.

Auch die Story mit der Fee ist lustig und lässt Will als Charmeur auffliegen, der bereits sein Herz an eine Frau verloren hat, doch anscheinend ist seine Liebesgeschichte ohne Happy End geblieben. Bereits im Piloten sagte Alice, dass sie einst half, das Herz des Herzbuben zu finden und so frage ich mich, ob sich diese Geschichte vor oder nach seinem Herzschmerz abgespielt hat. Da Alice nichts von Anastasia weiß, ist es möglich, dass sie die Geschichte weit vor dem Treffen der beiden ereignete oder auch erst stattfand, nachdem Alice das Wunderland nach Cyrus' Tod verlassen hat. Die beiden sind auf jeden Fall das Zugpferd, dass "Once Upon a Time in Wonderland" auch zukünftig am Leben halten wird.

Die Lovestory

Zuvor konnten wir die Begegnung von Alice und Cyrus sehen und nun erfahren wir, wie es auch in "Once Upon a Time" Tradition ist, was mit den beiden weiter geschah. Dabei ist die Geschichte zwar sehr nett, bietet aber keine Höhepunkte. Auch der erste Kuss der beiden ist schön mit anzusehen, wirkt aber leider nicht ergreifend, obwohl die Chemie zwischen Sophie Lowe und Peter Gadiot eigentlich nicht schlecht ist.

In diesem Zusammenhang fällt außerdem auf, dass Lowe es nicht schafft, einen großen Unterschied zwischen der Alice zu spielen, die ins Wunderland reiste und Cyrus kennenlernte, und der, die nun mit dem Herzbuben auf Rettungsmission ist.

Neben der nicht ganz so spannenden Lovestory erfahren wir allerdings einige wichtige Fakten für die Zukunft. Nämlich das Dschinis kein Silber mögen und Alice und Cyrus über lebendig gewordene Origami-Figuren kommunizieren können. Wie sich am Ende der Episode zeigt, erweist sich der zweite Hinweis als nützlich, da Alice ihrem Geliebten bereits eine Nachricht geschickt hat. Ob der kleine Vogel Cyrus auch erreichen kann oder von Jafar angefangen wird, bleibt abzuwarten.

Fazit

Der nette Eindruck der Pilotfolge wird leider geschmälert, da die Autoren es nicht schaffen, Spannung aufzubauen und Einfühlungsvermögen für die Charaktere zu vermitteln. Positiv bleibt jedoch die Story um Alice und den Herzbuben in Erinnerung, während hauptsächlich der Herzbube seinen Platz im Herz der Zuschauer manifestieren kann und nebenbei auch die Animationen, im Vergleich zum Piloten, verbessert wurden. Außerdem ergibt sich sie Frage, wie die Rote Königin an ihren Thron gekommen ist und ob Cora in diesem Zusammenhang auftauchen wird.

Marie Florschütz - myFanbase

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