Bewertung: 7

Review: #1.11 Silvesterlaune

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Schön zu sehen, dass Barney, Ted, Robin, Lily und Marshall zunächst vor dem selben Problem stehen, wie viele von uns: Was machen wir nur an Silvester? Klar ist: es muss toll werden, Spaß machen, im Gedächtnis bleiben, würdig das neue Jahr einleiten… it has to be legendary!

"This year, we party together or not at all"

Um seine Freunde zu überraschen, hat Ted von seinem Weihnachtsbonus eine Limousine gemietet, mit der sie in der Silvesternacht fünf verschiedene Partys besuchen wollen, um dann auf der besten Party den Jahreswechsel zu feiern. Das ist schon einmal eine schöne Idee, denn wer feiert Silvester schon in einer Limousine und hat die Möglichkeit fünf tolle Partys in New York zu besuchen? Barney sorgt, wie so oft, für die richtige Stimmung indem er seinen get-psyched-mix in den CD-Spieler einlegt. Bon Jovis "You give love a bad name" schallt aus den Lautsprechern, versetzt alle in Partylaune und der Abend kann beginnen. Selbst mich hat das Lied direkt mitgerissen. Ich musste es sofort haben und zu meinem eigenen Party-Mix hinzufügen. Als Robin sich plötzlich verabschiedet, kippt Teds gute Stimmung für einen kurzen Moment. Verständlich, wenn die Frau, in die man verliebt ist, Silvester mit jemand anderem verbringt. "I hated that guy…", und das kann wohl jeder nachvollziehen.

Zwischen den Partys finden sowohl Barney als auch Ted Begleiterinnen für den Abend. Eigentlich sollte man sich für sie freuen. Doch man muss sagen, dass keine der beiden auch nur annähernd in der gleichen Liga spielt. Teds Date Marybeth hat die Angewohnheit gleich jeden zu umarmen, das ist doch unheimlich. Ein netter Händedruck hätte es fürs Erste auch getan. Zu Gute halten muss man ihr, dass sie erkennt, dass Ted noch in Robin verliebt ist und sich nicht dazwischen drängen will. Kurz vor Mitternacht verabschiedet sie sich und ist nicht einmal enttäuscht von ihm, obwohl er sie wegen Robin vernachlässigt hat. Barneys Begleitung ist wesentlich unangenehmer. Sie ist schon stark angetrunken und übermäßig geschminkt. Außerdem ist sie offensichtlich osteuropäischer Herkunft und macht irgendwie den Eindruck, aus dem horizontalen Gewerbe zu stammen. Sie bedient einfach zu viele Klischees. Die Dame passt überhaupt nicht in die Gruppe. Vermutlich soll sie auf lustige Art die Dynamik zerstören, gerade ihre unpassende Art soll wohl den Humor an dieser Stelle ausmachen. Mich hat sie aber einfach nur genervt und gestört. Ich war froh, als sie plötzlich verschwunden war.

Sehr gelungen in dieser Episode ist mal wieder die Darstellung von Marshall und Lilys Beziehung. Als sie nach Hause geht, um ihre Schuhe zu wechseln, schwören sich die beiden, Mitternacht gemeinsam zu verbringen. Irgendwann verlässt Marshall die Limousine, um Lily zu suchen. Diese stößt schon bald wieder zu den anderen, doch Marshall ist schon weg und unerreichbar. Es sieht also kaum so aus, als dass sie ihr Versprechen halten könnten. Völlig verzweifelt ruft Lily nach Marshall und er antwortet tatsächlich. Sich auf diesem Wege mitten in New York wieder zu finden, ist völlig abstrus, aber gerade deshalb auch so witzig. Das Glück, das sie empfinden, als sie sich noch pünktlich in die Arme schließen können, ist fast greifbar und sehr rührend.

Zwischenzeitlich ist Robin wieder aufgetaucht, weil Derek, ihr Freund, sie versetzt hat. Ted muss extra zurück fahren, um sie abzuholen. Ihre Hungerattacke ist auch irgendwie mal wieder typisch und nervt. Nur weil sie jetzt Hunger hat, müssen alle anderen zu einem Imbiss fahren. Natürlich freut sich Marshall auf einen Hotdog, aber nur wegen dieser egoistischen Aktion müssen er und Lily sich überhaupt trennen.

"Not-Moby took my get-psyched-mix"

Die Storyline mit Moby ist einfach nur spitze. Einerseits ist es sehr amüsant, dass alle erst gar nicht merken, beziehungsweise es nicht wahr haben wollen, dass dieser Moby nicht der echte Moby ist. Andererseits ist seine beängstigende Psycho-Nummer klasse gespielt und so verrückt, dass man nur lachen kann. Das Nicht-Moby plötzlich eine Waffe zieht, sorgt erst recht für den das-hat-er-jetzt-nicht-gemacht-Moment . Die Aufregung, als Barney merkt, dass sein get-psyched-mix verschwunden ist, kann ich total nachvollziehen. Nur gute Musik kann die Stimmung so richtig anheizen. Deshalb finde ich auch die Freude in seinen Augen so süß, als er seine CD wieder bekommt. An dieser Stelle sieht man auch den Limousinenfahrer – Ranjid – den uns allen bekannte indische Taxifahrer. Er scheint im Laufe der Serie ein Running Gag zu sein.

"Well, a deal is a deal"

Über das Ende der Nacht für Lily und Marshall war ich sehr erfreut. Doch die restliche Entwicklung der Story begründet auch die hier vergebene Bewertung. Barneys seltsame Freundin taucht wieder auf und was noch seltsamer ist: er freut sich darüber. Ted und Robin haben die Abmachung, sich um Mitternacht zu küssen, wenn der jeweils andere niemanden hat. Diese Vereinbarung finde ich an für sich nachvollziehbar. Doch Robin ist noch in einer Beziehung, als sie das Versprechen gegeben hat und das kann ich nicht gut heißen. Als Derek zurück kommt, scheint sich Robin zunächst auch zu freuen. Noch fieser finde ich daher, dass sie Ted um Mitternacht erst alleine auf der Straße stehen lässt, um in der Limousine mit Derek und ihren Freunden zu feiern. Anschließend geht sie raus zu Ted und küsst ihn. Es scheint irgendwie, als müsste sich immer alles nach ihren Wünschen richten. Dass sie Ted küsst, lässt ihn aber schließlich zufrieden in das Jahr 2006 starten. Somit endet die Episode wenigstens so, dass man selbst eine Art Genugtuung verspürt, obwohl sich ihre Wege nach dem Kuss schon wieder trennen und die Situation mit Derek nicht aufgelöst wird. Robin scheint wirklich nur zu ihrem Vergnügen zu handeln und wirkt somit in der gesamten Folge sehr egoistisch. Schon jetzt finde ich persönlich die Storyline zwischen Ted und Robin anstrengend und nervig. Bleibt abzuwarten, wie sich das in den kommenden Folgen noch entwickelt.

Fazit

Insgesamt beinhaltet diese Episode eine gute Mischung aus Unterhaltung, Witz und Emotionen. Das Ende hat eine schöne Moral: Man kann lange der besten Party hinterher hetzen, doch am wichtigsten ist, bei Freunden und geliebten Menschen zu sein. Natürlich kommen aber auch die unterhaltsamen Kommentare von Barney, sowie Marshalls lustige Naivität nicht zu kurz. Nun, wofür der Punktabzug. Nach einer Weile wird die Jagd nach Unterhaltung auch für den Zuschauer anstrengend, ebenso wie die Verwechslungsgeschichte mit Moby und das ständige Finden und Verlieren der Partner. Außerdem spielt die gesamte Folge fast ausschließlich in der Limousine, die auf Dauer eine eher langweilige Kulisse bietet und gute bzw. abwechslungsreiche Kameraeinstellungen erschwert.

Janina Funk - myFanbase

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