Review: #22.13 Love the Way You Lie

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Das war nach einigen Wochen des Mittelmaßes mal wieder eine richtig geniale Episode. #22.13 Love the Way You Lie zeigt die Schattenseiten der Medizin auf und wie die Menschen sich innerhalb ihrer Grenzen bewegen.
Die spannendste Storyline war die Anhörung von Jules Millin und Kavita Mohanty nach ihrem verpfuschten Eingriff. Hier hat Adelaide Kane echt alles gegeben und Jules' Emotionen mitreißend dargestellt. Die Chirurgie ist ein hartes Pflaster, das ist kein Geheimnis. Trotzdem ist es ein deutlicher Unterschied, ob ich meinen Kolleg*innen Eingriffe vor der Nase wegschnappe, oder mich für die angenehmere Schicht einschreibe – oder ob ich verheimliche, dass ich einen Eingriff falsch durchgeführt habe und damit einer Kollegin die Schuld zuschiebe. Das, kombiniert damit, dass Mohanty ja noch nicht einmal Reue gezeigt hat, sondern alles als Nebensächlichkeit abgetan hat, war schon brutal. Die arme Jules, die doch alles richtig gemacht hat, und jetzt trotzdem wie der Idiot vom Dienst dasteht. Erst die Demütigung vor versammelter Mannschaft und dann will sie die Sache vor Toni Wright klarstellen und bekommt von der auch nur eine Abfuhr. Überhaupt fand ich Wrights Verhalten hier mehr als kritisch. Schließlich jammert Jules nicht wegen Nichtigkeiten herum, sondern stellt einen Sachverhalt klar, der von ihrer direkten Vorgesetzten falsch dargestellt wurde. Also ich würde ja schon gerne wissen wollen, wem ich im OP vertrauen kann und wem nicht. Gerade an einem Ausbildungskrankenhaus sollte ihr mehr daran gelegen sein, sich mit ihren Auszubildenden zu beschäftigen, als nur perfekt funktionierende Ärzt*innen zu haben.
Im Gegensatz dazu war ich von Benson 'Blue' Kwan absolut positiv überrascht. Anfangs hat man noch deutlich gemerkt, dass er der ganzen Geschichte zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Klar, es gibt eine Anhörung und Jules und Mohanty haben damit zu tun, aber die näheren Details schienen ihn da nicht allzu sehr zu interessieren. Umso erfreulicher war es zu sehen, wie schnell er dann eben doch noch nachgehakt hat, als Jules ihm vorgeworfen hat, ein schlechter Freund zu sein. Hier wäre es einfach für ihn gewesen, die ganze Angelegenheit möglichst neutral zu fahren und sich seine angenehme Situationship mit Mohanty nicht zu verbauen. Aber von wegen. Er stellt sie zur Rede und noch überraschender – zieht knallharte Konsequenzen. Blue wählt seine Freundschaft mit Jules, beendet die Sache mit Mohanty, rät ihr, den Posten in Boston zu wählen und gibt ihr die Chance, die Angelegenheit selbst richtig zu stellen. Meine Güte was für eine Charakterentwicklung. Zu schade, dass wir nicht Jules' Reaktion darauf gesehen haben.
Aber die war ja anderweitig beschäftigt. Nachdem die Spannung zwischen ihr und Winston Ndugu in letzter Zeit ja wieder etwas in den Hintergrund gerückt ist, schnellt sie plötzlich wieder ganz nach vorne. Jules dachte sich wohl, dass jetzt eh schon alles völlig egal ist und ist nochmal mutig. Was folgt, ist so nah an einer Liebeserklärung wie man nur gehen kann, ohne die eigentlichen Worte zu sprechen. Sie beweist, wie gut sie ihn kennt, gesteht ihre Rolle beim Versicherungsbetrug mit seinem Patienten ein und macht deutlich, dass seine Meinung ihr wichtig ist. Ein Kuss wäre jetzt natürlich der krönende Abschluss gewesen (und weit waren sie ja nicht davon entfernt). Gleichzeitig war das ein derart aufreibender Tag für Jules, dass es sicherlich nicht verkehrt war, hier schnell die Weite zu suchen und den Ball bei Winston zu lassen. Jetzt ist er an der Reihe.
Die zweite große Storyline ist nach wie vor Katie Rogers. Nachdem es schon in der letzten Folge alles andere als gut für sie aussah, kommt es nun zu Multiorganversagen. Langsam, aber sicher nähern wir uns nun also dem Punkt, an dem sie wohl nur noch ein Wunder retten kann. Eine unglaublich tragische Geschichte, bei der einem jeder einzelne Beteiligte einfach nur leidtun kann. Jeder von ihnen hat getan, was er konnte, und obwohl es eine Lösung gegeben hätte, ist die ihnen nicht zugänglich. Es hat wehgetan, wie Miranda Bailey von Katies Mutter beschuldigt wird, nicht alles für ihre Tochter getan zu haben, auch wenn man der Mutter keine Vorwürfe machen kann. Sie sieht nur, wie sich die Vergangenheit wiederholt. Immerhin hat Lucas Adams es Bailey nicht krummgenommen, dass sie ihn bei diesem Fall auf die Seitenlinie verfrachtet hat und ist nun für sie da. Eigentlich weiß sie ja, dass sie alles richtig gemacht hat, trotzdem hilft es natürlich, das noch einmal von jemand anderem zu hören. Noch dazu von Lucas, der ihr das ja auch schon an den Kopf geworfen hat. Es war echt großes Kino, wie Bailey da auf der Parkbank ihrer ganzen Frustration und Ernüchterung Luft macht. Lucas erschien mir in dieser Folge sehr ruhig und gefasst. Seine Idee, dass Katie ihre letzten Tage doch in Meredith Greys altem Haus bei ihm, Simone Griffith und den anderen Assistenzärzt*innen verbringen könnte, war sehr schön. Nicht, dass das daran etwas ändert, dass diese paar Tage echt schonungslos anzuschauen werden. "Grey's Anatomy" verbiegt zwar gerne mal die Grenzen des Möglichen, aber hier sehe ich keine Wunderheilung in Sicht. Dementsprechend können wir dann Katie beim Sterben zusehen – und was das mit Lucas, Simone, Bailey und Ca. anstellen wird.
Im Gegensatz dazu steht Richard Webbers erste Operation nach seiner Erkrankung an – der Mann ist aber auch einfach nicht aus dem OP-Saal zu bekommen. Die Storyline ist dann aber doch nicht so happy und leicht, wie sie erst den Anschein hat. Zusammen mit Ben Warren und dem Anfänger der Woche scheint es ein unterhaltsamer, cooler Fall zu werden. Und doch merkt man, dass sich bei Richard etwas verändert hat. Vielleicht ist es seine eigene Geschichte, vielleicht auch das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Zimmergenossen – irgendwie tut er sich schwer, den Patienten nur als interessanten Fall zu sehen. Zu nah sind die Erinnerungen, als er selber auf diesem Tisch lag. Von dem her war seine doch überraschend harte Reaktion auf Ben und Harrison, die sich über die große Milz begeistern, zuerst zwar etwas merkwürdig, letztlich aber dann doch passend.
Atticus 'Link' Lincoln darf in dieser Episode mal wieder an einem Fall arbeiten. So ganz lässt ihn das Private dann aber doch nicht los. Anfangs der Folge kam es mir noch ein wenig so vor, als müsste Jo Wilson alles managen, während er zwar helfen möchte, aber irgendwie dann doch nicht zu Potte kommt. So ähnlich lief es ja bereits in der letzten Episode mit seiner geheimen "Mancave". Umso schöner fand ich es, dass man sich heute noch mehr Zeit genommen hat, seine Gründe dahinter zu beleuchten. Seine nicht ganz verheilte Schulterverletzung ist etwas in Vergessenheit geraten. Von dem her war es gut, dass hier noch einmal deutlich gemacht wurde, wie sehr es Link belastet, nicht ganz fit zu sein. Es war wichtig, dass er mit John einen Patienten hatte, dem er auch so helfen konnte. Ein dringend nötiger Erfolg. Ebenso essenziell war das Gespräch mit Amelia Shepherd, der er sich leichter anvertrauen kann als seiner Frau. Den perfekten Abschluss bildet dann, dass er auch Jo die Wahrheit sagt – und die das (natürlich) gelassen aufnimmt. Ihre Entscheidung, das Loft für sein kleines Haus zu verlassen, ist die einzig richtige. Denn seien wir ehrlich – so eine Wohnung ist vielleicht schick und perfekt für Erwachsene, aber doch absolut ungeeignet für Kinder. Ein Wunder, dass da bisher nichts passiert ist.
Fazit
In dieser Episode ging es darum, Mut zu zeigen und das Beste aus dem zu machen, was das Schicksal für einen bereit hält. Sei das nun Jules, die nach ihrer desaströsen Anhörung und dem Betrug durch Mohanty den Kopf oben behält und einen Schritt auf Winston zugeht oder Lucas, der sich bereit erklärt, den letzten Weg zusammen mit Katie zu gehen. Es war eine höchst emotional-geladene Folge, die sich nicht scheut, auch die unschönen Seiten im Krankenhausalltag zu zeigen.
Denise D. - myFanbase
Die Serie "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" ansehen:
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Love the Way You LieErstausstrahlung (US): 12.03.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Allison-Liddi Brown
Drehbuch: Sophia Arnao
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