Bewertung: 8

Review: #15.15 We Didn't Start the Fire

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In den letzten Jahren scheinen sich die Jubiläen bei "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" nur so zu überschlagen: Nach der 300. Folge in der letzten Staffel, wird nun mit dieser Folge gefeiert, dass "Grey's Anatomy" jetzt offiziell die am längsten laufende Krankenhausserie im US-amerikanischen Fernsehen ist. Mit 332 Episoden hat man den Rekord von "Emergency Room - Die Notaufnahme" gebrochen und so dient die Folge zur allgemeinen Zelebration dieses Rekordes. Dieser Umstand wird sicherlich nicht von vielen so gut geheißen, was Kommentare wie "Was, das gibt's immer noch?" oder "Hört denn der Sch*** niemals auf?", die sich häufig in sozialen Netzwerken wiederfinden, verdeutlichen. Allzu viel sollte man sich mit solchen Kommentaren nicht befassen, aber ich möchte mit Baileys Worten darauf antworten, die ziemlich gut zusammenfassen, was dieser Rekord für die Serie an sich bedeutet: "Just right now, we're alive. We are still here, and people love us, so that's cause to celebrate."

Gleichzeitig wird nicht nur ordentlich gefeiert, sondern es werden auch alte Geschichten fortgesetzt und neue kündigen sich an. So dürfen sich Catherine und Maggie beide erneut mit ihren Dämonen auseinandersetzen, Catherine mit dem Damoklesschwert ihres Krebs, der ständig über ihr zu hängen scheint und Maggie mit ihrer ehemaligen Kommilitonin und Patientin Kiki, die Maggies bahnbrechende Operation als ihre herzzerbrechende Selbstfindungsgeschichte ausschlachtet. Dabei wirkt gerade Maggies Geschichte redundant, war der Fall um Kiki vor wenigen Wochen doch noch so versöhnlich aufgebaut, womit mir dieser erneute unterschwellige Zickenkrieg etwas zu viel war. Beiden wird von Webber und Bailey eingebläut, sich nicht in ihren negativen Gefühlen zu verlieren, sondern sich an ihren Taten und ihrem Leben zu erfreuen – und im Falle von Maggie, das Feuer starten zu lassen.

Ich muss sagen, dass ich diese ganzen Feuer-Metaphern sowie die dargestellten Möglichkeiten, wie das Feuer schlussendlich ausbrechen konnte, ziemlich lustig fand und bei jeder dieser Szenarien herzlich lachen musste. Schlussendlich waren Meredith und Andrew schuld, die ein Plastiktablett in den Ofen geschoben haben - nachdem Webber sie kurz zuvor beim Rummachen erwischt hat. Andrew und Meredith gefallen mir erneut sehr gut in dieser Episode und es macht einfach Spaß den beiden beim Flirten und sich Näherkommen zuzusehen. Meredith wirkte schon lange nicht mehr so ausgelassen und fröhlich wie neben Andrew, was durch das extrem witzige Gespräch mit Alex nochmal hervorgehoben wurde, was eine meiner liebsten Szenen der Folge war. Doch auch hier scheinen so langsam dunkle Wolken am Himmel aufzutauchen – buchstäblich, denn Carina ist zurückgekehrt, mit Andrews entfremdetem Vater im Gepäck. Es scheint, als würde eine erste Bewährungsprobe für das frische Glück auftauchen und ich bin gespannt, wie sich die beiden schlagen werden.

Irgendwas scheint in Seattle im Wasser zu sein, denn auch Alex' Mutter Helen steht plötzlich im Krankenhaus und gerät auf Umwege mit Jo auf Jacksons Party. Die Szenen, in denen Jo und Alex Helen auf der Party suchen, haben mich zum Lachen gebracht, dennoch ist die Sorge verständlich: Hat Helen einen Rückfall erlitten? Im Augenblick lässt sich diese Frage mit einem klaren "Nein" beantworten, immerhin stellen sich sämtliche kleine Verdachtsmomente als logisch oder unwichtig heraus. Wie immer lässt sich an dieser Stelle sagen, wie wunderbar harmonisch Jo und Alex hier agieren und dass sie wirklich ein Team sind, das zusammenarbeitet und füreinander in jedem Moment da ist (wovon sich andere Paare eine Scheibe abschneiden können, doch dazu später mehr). Dennoch bleibe ich hier auf der Hut und bin gespannt, was Helens Anwesenheit weiterhin für Alex bedeuten wird. Eine weitere meiner Lieblingsszenen war übrigens, als Alex Meredith und Helen einander vorstellt und so die drei wichtigsten Frauen, seine Ehefrau, seine Mutter und seine beste Freundin mit ihm an einem Ort waren - eine kleine, aber unglaublich bedeutungsvolle Szene.

Das Liebesdreieck hat sich hingegen zum Liebesviereck entwickelt, oder wie es Amelia[/url] nennt zu einem waschechten Kreis und sie entscheidet sich nun, aus diesem auszutreten. Verdenken kann man es ihr wirklich nicht: Immerhin hat sich Owen in den vergangenen Wochen weder um sie gekümmert noch irgendwie Verständnis für Betty und deren Drogenabhängigkeit aufbringen können und hat diese als "piss poor life choices" abgetan. Eine Benennung, die komplett rücksichtslos und arrogant von ihm ist und im Umkehrschluss auch Amelia verletzt hat. Wo ich in den letzten Folgen noch Owens Verhalten mit dem Verlust seines Sohnes entschuldigen konnte, ist sein Verhalten in dieser Episode bezeichnend, warum dieser Charakter über die Jahre hinweg bei mir an Sympathiepunkte verlieren musste: Im Gespräch mit Amelia geht er kaum auf ihre Aussagen ein und macht ihr ständig Vorwürfe (wie oft er "I hate" gesagt hat!). Ich würde Amelias Unsicherheit aber weiterhin als Unsicherheit und nicht, wie sie, als Weisheit bezeichnen. Schließlich ist es absolut verständlich, dass sie sich nach dem Verlust von Betty und Leo, die das waren, was sie und Owen wieder zusammengebracht hat, nicht mehr an Owens Seite aufgehoben und sicher fühlt. Und so folgt die gefühlt hundertste Trennung von Owen und Amelia, die ich nach der wirklich anrührenden und überzeugenden Familienstoryline der beiden befürchtet habe. Wie oft sollen wir diese beiden Menschen noch dabei zusehen, wie sie es einfach nicht hinbekommen, sich glücklich zu machen? Überraschenderweise bringen die Dickinsons ja Leo wieder zu ihnen zurück, wodurch ihre komplizierte Beziehung noch ein Kind involviert, für das sie nun Entscheidungen treffen müssen. Momentan sehe ich nicht wirklich, wie Owen und Amelia ihre Probleme wieder lösen können, vor allem weil sich Owen einfach nur komplett daneben verhalten hat.

Ganz kurz möchte ich aber noch auf Amelia und Betty eingehen, Betty hat schließlich Amelias Leben nun eine lange Zeit bestimmt. Betty wurde mir zum Ende hin immer unsympathischer und ihre Geschichte drehte sich immer mehr im Kreis, doch diesen Abschied hat Amelia nach all dem, was sie durchstehen musste, einfach verdient. Ich hoffe inständig, dass in ihr Leben wieder mehr Stabilität und Sicherheit eingekehrt – der Spruch mit dem Drink deutete für mich kurzzeitig an, dass wir uns jetzt auch um Amelia diesbezüglich Sorgen machen müssten; eine Storyline, die ich wirklich nicht sehen möchte.

Owen hat sich natürlich insbesondere Teddy und Koracick gegenüber schlecht verhalten, die für mich offiziell die Gewinner in diesem ganzen Kuddelmuddel sind. Die beiden sind mir mit jeder Folge mehr ans Herz gewachsen und verströmen eine Aura von Glückseligkeit und purer Fröhlichkeit, dass sie mittlerweile auch jeweils einzeln zu meinen momentanen Lieblingsfiguren gehören. Owens anmaßendes und komplett unpassendes Verhalten resultiert für mich aber auch aus der schlechten Meinung, die die anderen männlichen Ärzte gegenüber Tom haben. Jacksons und Webbers Vorwürfe sind ja wohl dermaßen aus der Luft gegriffen, dass ich instinktiv Schutzinstinkte gegenüber Tom entwickelt habe. Tom hat April in ihrer Krise beigestanden und konnte sogar kurzzeitig zu ihr durchdringen und hat sich nicht an ihr vergangen! Koracick hat mit Catherine geflirtet und hat nicht um sie geworben! Da sind Owens Vorwürfe, dass Koracick ein schlechter Umgang für Teddy wäre und vor allem ein schlechter Ersatzvater für seine Tochter, einfach noch der Gipfel! Gerade in Anbetracht der Tatsache, wie sehr Tom immer noch unter dem Verlust seines Sohnes leidet. Und somit finde ich es großartig, wie Teddy Tom verteidigt und so Owen einen Denkzettel verpasst und den Kinnhaken von Tom hat Owen einfach mal so richtig verdient. Teddy und Tom bleiben somit weiterhin ein Highlight in Staffel 15 und ich hoffe inständig, dass dieses Paar noch lange Zeit bestehen bleibt.

Kurze Eindrücke

  • Ich liebe die Tatsache, wie man den heimlichen Star der Serie, Bookhe, zurzeit immer wieder mit in die Serie einbaut und sie beispielsweise in dieser Folge Gefühle für Meredith auf Koreanisch kommentiert oder wir ihren Ehemann kennenlernen dürfen. Eine Folge aus ihrer Sicht wäre sicherlich ein kleiner Fantraum, der erfüllt werden würde.
  • Bailey und Ben werden erstmals wieder komplett glücklich gezeigt, was ein kleiner, feiner Moment war. Was machen eigentlich die anderen Feuerwehrmänner und –frauen zurzeit? Die Pause von "Station 19" lässt die gemeinsame Serienwelt im Moment etwas willkürlich erscheinen
  • Hat noch jemand außer mir Link, Nico und Levi vermisst? Die drei habe ich mittlerweile echt ins Herz geschlossen


Fazit

Eine Rekordfolge mit vielen Highlights, doch auch mit einigen Macken und gerade Owen hat sich von seiner unsympathischsten und unausstehlichsten Seite präsentieren können. Allerdings verschafft mir diese Folge einige meiner Lieblingsszenen dieser Staffel, insbesondere zwischen Meredith und Alex, deren Freundschaft für mich zurzeit etwas zu kurz kommt. Und jetzt auf die nächsten 332? Vermutlich eher nicht, aber "Grey’s Anatomy" ist ja immer zu einer Überraschung gut.

Lux H. - myFanbase

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