Bewertung: 9

Review: #3.06 Faule Eier

Wir lernen etwas sehr wichtiges und bedeutsames in dieser Episode: "Grün ist das neue Pink!" Nicht zu fassen, dass mir das bislang noch keiner gesagt hat! Na gut, ich trage in der Regel weder grüne noch pinke Sachen, aber woher weiß ich, dass Gelb nicht inzwischen das neue Blau ist? Oder Grau das neue Rot? Man kann sich übel blamieren, wenn man so etwas nicht weiß. Keine Frage, der Satz "Grün ist das neue Pink!" ist absolut Absurd, ein Oxymoron, wie wir besserwisserischen Germanistikstudenten sagen. Oder anders ausgedrückt: es ist "Gilmore Girls" pur. Die ganze Episode bietet beste Gilmore-Unterhaltung, verfeinert durch eine Prise Drama.

Sherrys Babyparty ist für den Zuschauer mindestens so unterhaltsam, wie sie für Lorelai unangenehm ist. Wir sehen bescheuerte Partyspiele, einen großen grünen Kuchen, bei dem ich mich immer frage, wie der wohl schmeckt, und eine Sherry, die nicht bemerkt, dass sie Lorelai permanent verbale Messer in den Rücken rammt. Wir bekommen interessante Einblicke in Lorelais Gefühlswelt. Sie reißt sich Rory zuliebe zusammen, aber sie leidet darunter, dass Sherry den Mann bekommen hat, denn sie selbst auch ganz gerne gehabt hätte. Sherry hat das, was Lorelai nie hatte: einen Vater für ihr Kind. Das dies für Lorelai nicht einfach ist, kann man gut nachvollziehen, zumal Sherry nicht erkennt, was in Lorelai vorgeht und ahnungslos Salz in die Wunde streut. Man kann Sherry nicht mal einen Vorwurf machen, aber leiden kann man sie trotzdem nicht. Glücklicherweise kennt Rory das richtige Rezept zum Abreagieren: Vandalismus.

So muss also Jess' Auto dran glauben und wird mit gefüllten Eiern beworfen. Einen solchen respektlosen Umgang mit dem Eigentum anderer Menschen und wertvollen Lebensmitteln, für die unschuldige Eier sterben mussten, darf man natürlich nicht gut heißen, aber witzig ist es trotzdem. Gut finde ich auch, dass Luke in dieser Episode die Gelegenheit hat, Jess kräftig wegen dessen Arbeit im Kaufhaus und dem Eierauto aufzuziehen, denn schließlich musste sich Luke schon einige Frechheiten von seinem Neffen gefallen lassen. Rache ist süss – und manchmal stinkt sie auch nach verfaulten Eiern.

Neben der Geschichte um die Babyparty gefällt mir auch die kleine Zusatzstory um den Einsiedler, der eine Protestaktion startet, welche ihm missglückt, sehr gut. Besonders die Szene, in der sich der Pfarrer und der Rabbi von Stars Hollow in Luke's Dinner treffen, miteinander scherzen und Taylor necken, hat eine sehr positive Message, schließlich sind religiöse Konflikte bis hin zu Kriegen aus religiösen Gründen in dieser unserer Welt keine Seltenheit. Dies beweist, dass hinter vielen Gags, die in der Serie "Gilmore Girls" präsentiert werden, durchaus die Absicht steckt, ein bisschen zum Nachdenken zu bewegen.

Maret Hosemann – myFanbase

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