Oscars 2017 - Die weiblichen Nominees

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Wer nimmt die Trophäe unter den Frauen mit nach Hause? Gönnen würde man es wohl jeder der nominierten Schauspielerinnen, haben sie in ihren Rollen schließlich alle ihr Bestes gegeben.

Beste Hauptdarstellerin

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Ohne Frage steht bei den besten Hauptdarstellerinnen wohl Emma Stone im Fokus, da sie mit ihrer Performance in "La La Land" bereits eine ganze Reihe von Preisen mit nach Hause nehmen konnte, auch mit dem Golden Globe wurde sie ausgezeichnet. In der Regel sind es immer die großen Dramen des Jahres, an die die Preise vergeben werden, doch "La La Land" passt nicht ganz in diese Kategorie, da dieser Film die pure Lebensfreude verkörpert, die Emma Stone auch wirklich fantastisch über die Bühne gebracht hat. Egal ob Gesang, Tanz, Herzschmerz oder Trauer, in diesem Film konnte Emma Stone viele Facetten von sich zeigen. Dies ist allerdings nicht Stones erste Nominierung, 2015 stand sie als beste Nebendarstellerin in "Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)" ebenfalls zur Wahl, ging damals allerdings leer aus. In diesem Jahr würde man ihr den Sieg dadurch nicht nur gönnen, sie hat es sich auch schauspielerisch verdient und die bereits zahlreichen weiteren Auszeichnungen lassen sie als wahrscheinlichste Kandidatin für den Sieg ins diesjährige Oscar-Rennen gehen.

Die Konkurrenz ist dennoch nicht zu vernachlässigen. Als alter Hase im Filmgeschäft wurde auch Meryl Streep in diesem Jahr für die Rolle der Florence Foster Jenkins im gleichnamigen Film nominiert. Es steht außer Frage, dass Streep eine großartige Schauspielerin ist, was sie auch in diesem Jahr wieder zeigte. Da "Florence Foster Jenkins" jedoch ebenfalls in der Musik-Szene spielt und Emma Stone frischen Wind ins Business bringt, würde ich vermuten, dass Streep den Oscar dieses Jahr nicht mit nach Hause nimmt.

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Des weiteren ist Ruth Negga für "Loving" nominiert. Da der Film bei uns leider erst in zwei Wochen anläuft, lassen sich noch keine konkreten Aussagen darüber treffen, ob Negga ihren Kolleginnen ernsthaft Konkurrenz machen kann. "Loving" wurde allerdings in keiner weiteren Kategorie für den Oscar nominiert und dies ist Neggas erste so erfolgreiche Rolle, weshalb ihr Sieg recht unwahrscheinlich wäre.

Ganz anders sieht es da schon wieder bei Natalie Portman aus, die in ihrer Rolle als First Lady in "Jackie - Die First Lady" wirklich Gas gegeben und die mittlerweile verstorbene Jaqueline Kennedy auf den Punkt getroffen hat. Für Portman ist dies bereits die dritte Nominierung. 2005 war sie für "Closer" nominiert und 2011 ging die Schauspielerin mit der Trophäe für ihre Performance in "Black Swan" nach Hause. Sie stellt daher in meinen Augen die größte Kokurrenz für Emma Stone dar.

Die fünfte im Bunde ist die französische Schauspielerin Isabelle Huppert für ihre Darstellung in "Elle". Auch auf diesen Film müssen wir uns hier in Deutschland noch ein wenig gedulden, doch die französische Produktion hat in ihrem Heimatland bereits großen Anklang gefunden. Huppert kann fast auf ein halbes Jahrhundert an Schauspielerfahrung zurückschauen und erhielt für ihre Darstellung ähnlich viele Nominierungen und Preise wie Emma Stone. Es könnte daher gut sein, dass Huppert mit "Elle" als französischer Geheimtipp gute Chancen hat.

Beste Nebendarstellerin

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In dieser Kategorie wird es äußerst spannend, denn sowohl die bereits erfahrenen Schauspielerinnen als auch dem Neuling räume ich gute Chancen ein. Beginnen wir mit Viola Davis, auf die ich persönlich nicht durch ihr Karriere in der Filmindustrie sondern durch ihre Rolle in der ABC-Serie "How to Get Away with Murder" aufmerksam geworden bin. Diese Frau versteht es, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen und ich verschlinge seit zwei Jahren gierig ihre neuen und alten Filme. Für "Fences" ging sie bereits mit dem Golden Globe nach Hause und ich schätze ihre Chancen auf den Academy Award nicht weniger gut ein. Außerdem erwähnen sollte man, dass Davis die erste Afroamerikanerin ist, die zum dritten Mal für einen Oscar nominiert wurde. Ihre Leistungen dürfen daher für meinen Geschmack sehr gern mit dem höchsten aller Filmpreise gewürdigt werden.

Ihre Schauspielkollegin Nicole Kidman steht ebenfalls seit langer Zeit im Rampenlicht und ist nun zum vierten Mal nominiert, wobei sie den Titel der besten Schauspielerin 2002 für "The Hours" schon einmal mit nach Hause nehmen durfte. Ohne Kidman in eine Schublade stecken zu wollen, muss ich eingestehen, dass ich in den letzten Jahren kein allzu großer Fan ihrer Leistungen war. Dies liegt besonders daran, dass sie zu viel auf Schönheit gesetzt und ihre Mimik durch Botox verunstaltet hat. Von dem Gebrauch von Botox machte die Schauspielerin allerdings keinen Hehl und sie sah scheinbar selbst ein, dass dies ihrer Karriere nicht sonderlich gut tut, weshalb es wirklich schön war, Kidman in "Lion: Der lange Weg nach Hause" endlich wieder Botox-frei zu sehen. Sie lieferte somit eine wunderbare und wortwörtlich bewegende Performance ab.

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Auch Octavia Spencer zählt zu den alten Eisen Hollywoods, ist anders als Kidman jedoch nicht dem Beautywahn erlegen, weshalb sie auf mich einen wesentlich sympathischeren Eindruck macht. Dies ist ihre zweite Nominierung, wobei man ihr zur ersten Nominierung samt Sieg in "The Help" wirklich gratulieren kann. In "Hidden Figures Unerkannte Heldinnen" stand Spencer ganz wunderbar ihre Frau und der Film ging mir sehr ans Herz, aber ich muss sagen, dass ich sie im Vergleich zu Davis und Kidman eher für eine schwächere Kandidatin halte.

Das Gleiche gilt für Michelle Williams. Ihre Rolle in "Manchester by the Sea" hat sie unumstritten emotional über die Bühne gebracht und dem wahrhaftigen Drama damit nur allzu gut aus der Seele gesprochen. Doch wenn man die wenigen Szenen mit ihr mit dem Auftritt von Kidman vergleicht, hat mich deren Schauspiel mehr ergriffen und zu Tränen gerührt.

Als Fünfte geht Newcomerin Naomie Harris ins Rennen, die für ihre Leistung in "Moonlight" nominiert wurde. Die Schauspielerin steht bereits seit vielen Jahren vor der Kamera und konnte mit ihrer Rolle in den "Fluch der Karibik"-Filmen bereits auf sich aufmerksam machen, doch in aller Mund ist ihr Name erst jetzt. Da "Moonlight" neben "La La Land" und "Arrival" als einer der heißesten Oscar-Favoriten gilt, stehen Harris' Chancen, den Award mit nach Hause zu nehmen, überraschend gut. Dennoch wäre es sicherlich eine Überraschung, da sie sich bisher in keiner der großen Preisverleihungen behaupten konnte.

Der Autorentipp

Wie in jedem Jahr hat es natürlich jede der Nominees verdient, mit dem Oscar nach Hause zu gehen, denn alle Schauspielerinnen haben in den Filmen des letzten Jahres Großes vollbracht und wunderbare Geschichten erzählt. Hält man die Eine für würdiger als die Andere ist es daher eine persönliche Vorliebe und eine sehr subjektive Einschätzung.

Wer die beste Hauptdarstellerin ist, mögen manche wie aus der Pistole geschossen beantworten können, doch für mich haben sowohl Emma Stone als auch Natalie Portman den Preis mehr als verdient. Stone für die Lebenslust, die sie in einem geweckt hat und Portman für ihre verblüffend authentische Interpretation der Jackie Kennedy. Dennoch glaube ich, dass Emma Stone den Award niemand streitig machen kann. Als Nebendarstellerin wünsche ich eindeutig Viola Davis den Sieg.

Marie Florschütz - myFanbase

Wer hat den Oscar verdient? Stimmt ab!

Wer ist die beste Hauptdarstellerin?

Emma Stone ("La La Land")
Natalie Portman ("Jackie - Die First Lady")
Meryl Streep ("Florence Foster Jenkins")
Isabelle Huppert ("Elle")
Ruth Negga ("Loving")

Wer ist die beste Nebendarstellerin?

Viola Davis ("Fences")
Michelle Williams ("Manchester by the Sea")
Octavia Spencer ("Hidden Figures Unerkannte Heldinnen")
Nicole Kidman ("Lion: Der lange Weg nach Hause")
Naomie Harris ("Moonlight")
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