Bewertung: 2

Movie 43

"Do you know what it's like going to planned parenthood, by yourself, when you're Wonder Woman?"

Foto: Copyright: 2012 Constantin Film Verleih GmbH
© 2012 Constantin Film Verleih GmbH

Inhalt

Während sich die zwei Superhelden Robin (Justin Long) und Supergirl (Kristen Bell) im Restaurant zum Speed-Date treffen, bestreitet Beth (Kate Winslet) mit dem reichen Single Davis (Hugh Jackman) ein ganz spezielles Treffen. Derweil entpuppt sich Emilys (Halle Berry) und Donalds (Stephen Merchant) Blind Date als Herausforderung. Drei Teenager versuchen an den verbotenen Film namens "Movie 43" heranzukommen und geraten in die Fänge von virtuellen Kriminellen. Dem Teenager Kevin (Jeremy Allen White) plagen inzwischen andere Probleme des Erwachsenwerdens und zwischen der Beziehung von Amy (Elizabeth Banks) und Anson (Josh Duhamel) steht ein Cartoonkater.

Kritik

Wenn ganze 13 Regisseure und 18 Drehbuchautoren mitwirken, die Dreharbeiten für den Film vier Jahre betrugen und auf einen Blick zu erkennen ist, dass die Darstellerriege halb Hollywood vereint, wie können dabei nur zwei Punkte herausspringen? "Movie 43" ist der beste Beweis dafür, dass ein hochkarätiges Schauspiel-Ensemble nicht automatisch den Erfolg eines Films bestimmt und man sich ausnahmsweise von den schlechten Kritiken abschrecken lassen sollte. Die Leidtragenden sind nicht nur die Zuschauer, die sich knappe 94 Minuten lang den größten Müll ansehen müssen, sondern die Schauspieler selbst, die sich mit ihren lächerlichen Kurzauftritten keinen Gefallen getan haben.

Die Devise für den Film ist ganz simpel. Man nehme eine Ansammlung von so vielen Stars wie möglich und kreiere so viele sinnfreie Dialoge und abstoßende Witze wie nur möglich. Und das in 12 unabhängig voneinander laufenden Episodengeschichten, die nur eines gemeinsam haben: ein Armutszeugnis nach dem nächsten zu sein.

Die größte Geschmacksverirrung kommt gleich zu Beginn. Hugh Jackman spielt einen Charakter, der einen Hodensack am Hals baumeln hat und Kate Winslet diesen ins Gesicht klatscht. Der Witz bleibt unergründlich, ebenso wie die Tatsache, wie zwei Sterne am Hollywoodhimmel für so eine Rolle unterschreiben konnten. Nicht minder fragwürdig sind die Szenen, in denen Seann William Scott einen Kobold alias Gerard Butler im Keller gefangen hält und diese aufeinander einprügeln, bis das Blut in alle Richtungen spritzt. Weder vor Diskriminierung noch vor Rassismus, wie in der Basketballgeschichte um eine schwarze Mannschaft, die nur aufgrund ihrer Hautfarbe gewinnt, macht dieser Film halt. Mit einer politischen Satire mit kritischen Tönen hat "Movie 43" nichts mehr zu tun. Mit der Holzhammermethode staffelt der Film einen Tiefpunkt nach dem nächsten, welcher in einer Szene mit Anna Faris und Chris Pratt endgültig die Grenze des Abscheulichen überschreitet.

Nur Liev Schreiber und Naomi Watts haben mit ihrem Handlungsstrang als hemmungslos übertriebene Eltern, die ihren Sohn zu Hause erziehen, einen Ansatz an sozialer Kritik bezüglich der Umgangsformen an der amerikanischen High School ausgeübt. Den zweiten Punkt bekommen Emma Stone und Kieran Culkin für ihr Wortduell, das sie trotz des mangelhaften Drehbuchs unterhaltsam rüberbringen. Doch das ist schon die einzige Story, die halbwegs zu überzeugen weiß. Der Rest bleibt genauso wie die unoriginelle Geschichte, auf der der Filmtitel basiert, eine einzige Katastrophe und der Humor des Film ist unergründlich. Wer mit gutem Gewissen über die Sketche lachen und diese als harmlose Parodien bezeichnen kann, der sollte aufs dringlichste seinen eigenen Sinn für Humor hinterfragen. Somit ging das Regiedebüt von Schauspielerin Elizabeth Banks mächtig in die Hose.

Fazit

Letztlich stellt sich nur eine einzige Frage: Wie konnte die Elite unter den Hollywoodstars für so einen geschmacklosen und sinnfreien Film wie "Movie 43" bestochen werden?

Tanya Sarikaya - myFanbase
03.05.2013

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