Bewertung: 7
Chris Weitz

New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde

"I didn't have to look to know who it was: this was a voice I would know anywhere know - and respond to, whether I was awake or asleep - or even dead, I'd bet. The voice I'd walk through fire for or, less dramatically, slosh every day through the cold and endless rain for. Edward."

Foto: Copyright: Concorde Home Entertainment
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Inhalt

18 Jahre alt werden, für jeden ist dieser Tag ein großer, doch Bella (Kristen Stewart) würde am Liebsten komplett darauf verzichten. Denn mit dem Alter von 18 Jahren, ist sie auf dem Papier älter als der auf ewig 17 Jahre alte Vampir Edward (Robert Pattinson), in den die junge Bella unsterblich verliebt ist. Doch das alles hindert natürlich Edwards Vampirschwester Alice (Ashley Greene) nicht daran, eine kleine Party zu Ehren von Bellas Geburtstag zu schmeißen. Dumm nur, dass sich Bella ausgerechnet dort am Papier schneidet und der noch junge Vampir Jasper (Jackson Rathbone) sie beinahe anfällt. Edward aber kann das Verhindern, sieht sich aber als Schuldiger für das Geschehene und verlässt zu Bellas Wohl Forks und damit seine große Liebe. Die bleibt wie betäubt zurück und findet erst nach Monaten durch ihren alten Freund Jacob (Taylor Lautner) zu neuer Lebensfreude zurück. Doch auch der hegt ein großes Geheimnis.

Kritik

Nach zehn langen Monaten ist es endlich so weit. Bella und Edward, Jacob und all die anderen liebenswerten und nicht liebenswerten Charaktere rund um die Vampirgeschichte von Stephenie Meyer kommen zurück ins Kino. Und ganz ehrlich, unsere Erwartungen an den Film sind doch eher gering gewesen, nachdem der Vorgänger "Twilight Bis(s) zum Morgengrauen" zwar irgendwie etwas hatte, aber doch weit hinter unseren Wünschen nach der perfekten Verfilmung dieses ersten Buches zurückblieb. Aber wer hätte es gedacht - "New Moon" kann überzeugen und macht dazu noch herrlich Spaß.

Die Befürchtungen waren groß, dass es "New Moon" auch nach all der Vorfreude nicht schaffen können würde, zu überzeugen. "Twilight" war im Januar diesen Jahres höchstens ein mittelmäßiger Film gewesen, hatte Regisseurin Catherine Hardwicke es doch versäumt, die Gefühle hinter dem Buch perfekt in Szene zu setzen. Das fiel zum Glück nicht nur den kritischen Fans auf und Hardwicke wurde durch das Multitalent Chris Weitz ersetzt, der schon mehrere Buchverfilmungen dirigierte. Mit einer anderen Herangehensweise, viel mehr Gefühlen und dennoch ohne den wenigen Charme des ersten Filmes zu verlieren, ist dies wohl eines der Kunststücke des Regisseurs.

Dabei hält sich Weitz - wie schon Vorgängerin Hardwicke - fast komplett an dem Roman von Meyer und verändert nur bruchstückhaft etwas, was aber auch immer wieder zu einem Voranbringen des Films führt. "New Moon" bietet dabei ein komplett neues Umfeld, als es noch "Twilight" tat. Denn während der erste Band der Vorstellung der Charaktere, dem Beginn der Beziehung von Bella und Edward und der späteren Gefahr durch James und Victoria gewidmet ist, so bestimmt in Teil 2 die innere Zerrissenheit, das Leiden und die Sehnsucht den Alltag. Denn Edward verlässt Bella, die davon wie betäubt zurückbleibt und sich nach monatelanger Zurückgezogenheit in der Nähe von Jacob wieder finden kann. Und gerade hierbei lag die erste Herausforderung der Verfilmung. Wie konnte man es deutlich machen, wie sehr Bella leidet? Im Buch haben wir Bellas Gedanken gelesen, wir konnten ihren Schmerz lesen und mit ihr leiden. Im Film fällt dieses Element weg und so musste Regisseur Weitz ohne die Gedankenwelt von Bella diese Trauer deutlich machen. Zunächst sei gesagt, ihm gelingt dies perfekt. Mit den richtigen Einstellungen und den richtigen Bildern dazu können wir nachvollziehen, wie sich Bella fühlt.

Später kommt zu diesem Zweck einen kleiner Trick dazu, in dem Bella an Edwards Schwester Alice einige E-Mails schickt, die dem Publikum dann noch mehr ihrer Gefühle vermitteln. Das führt schließlich zu einer Verschärfung des Tempos und "New Moon" bewegt sich immer weiter vorwärts. Es gibt nur wenige Szenen im Film, die ohne jegliche weitere Bedeutung erzählt werden und so bleibt das Tempo konsequent angezogen, ohne dass der Zuschauer überfordert wird. Im Gegensatz zum Vorgänger wird "New Moon" dabei auch die wenigen Nicht-Leser der Reihe nicht vollkommen im Regen stehen lassen. Die Spannung des Films geht dabei auch niemals verloren und wird mit dem Wissen von Bella um Jacobs Geheimnis und dem Auftauchen der Volturi am Ende noch einmal erhöht.

Zu den Darstellern braucht man dabei weniger zu sagen. Während Robert Pattinson wohl etwas mehr drehfreie Zeit als seine Filmfreundin Kristen Stewart genießen konnte, überzeugen die beiden mit ihrer Leinwandchemie immer noch und auch ohne Pattinson ist Stewart nicht verloren und überzeugt in ihren Soloszenen ebenso wie mit dem groß geworden Taylor Lautner als Jacob Black. Mit einem gewaltigen Training hat es der tatsächlich geschafft, innerhalb der drehfreien Zeit zu einem Muskelprotz zu werden und sich so einer Neubesetzung zu entziehen. Gute Entscheidung kann man nur sagen, denn Taylor überzeugt. Neu dabei waren dann auch die übrigen Quileute, die allesamt überzeugend ihre Muskeln präsentierten, aber weniger schauspielern als oben ohne herumlaufen mussten. Das weibliche Publikum wird's danken. Schon etwas mehr schauspielern durften dann trotz relativ wenig Screentime - die Volturi, bei denen die junge Jane, dargestellt von Dakota Fanning, wohl der unangefochtene Star ist. Aber auch Michael Sheen als Aro war überzeugend böse und so darf man sich nur darauf freuen, sie bald wieder in der Welt von "Twilight" willkommen zu heißen.

Fazit

Es lohnt sich tatsächlich, dem zweiten Teil eine zweite Chance zu geben. "New Moon" ist deutlich besser als sein Vorgänger und schafft es glücklicherweise extrem gut, das vorhandene Material umzusetzen und die Zuschauer in den Kinosessel zu bringen. Teil 3 kann kommen.

Eva Klose - myFanbase
22.11.2009

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