Bewertung: 5
Catherine Hardwicke

Twilight Bis(s) zum Morgengrauen

I'm only afraid of losing you.

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Inhalt

Damit ihre Mutter mehr Zeit mit ihrem neuen Ehemann verbringen kann, zieht Bella Swan (Kristen Stewart) vom sonnigen Phoenix zu ihrem Vater ins regnerische Forks. An der dortigen Schule zieht sie als Neue unbeabsichtigt sofort alle Aufmerksamkeit auf sich, doch viel mehr als die neuen Mitschüler interessiert sie ein geheimnisvoller Junge: Edward Cullen (Robert Pattinson). Bella ist so fasziniert von dem nahezu unwirklich schönen Edward, dass sie bald nur noch an ihn denken muss und sein merkwürdiges Verhalten macht es ihr nicht unbedingt leichter, ihn zu ignorieren.

Als Edward Bella jedoch eines Tages vor dem Tod rettet, ändert sich ihr Leben für immer: Wie konnte Edward ein Auto mit seiner bloßen Hand aufhalten? Wie konnte er so schnell bei ihr sein, um sie zu schützen? Je mehr Bella der Sache auf den Grund geht, desto klarer wird ihr, dass Edward kein gewöhnlicher Mensch ist...

Kritik

Hand aufs Herz: Wer hat sich hier gerade die Inhaltsangabe durchgelesen? Eigentlich weiß doch eh jeder, um was es in "Twilight" geht. Und wer Stephenie Meyers Bestseller, auf dem dieser Film basiert, nicht kennt, der hat die letzten drei Jahre entweder fernab jeglicher Zivilisation gelebt oder ist schlicht und ergreifend ein Mann. Für die meisten Damen allerdings dürfte "Twilight Bis(s) zum Morgengrauen" wohl einer der am sehnlichsten erwarteten Filme des Jahres 2009 sein, ist aber leider einer der enttäuschendsten.

Zugegeben, Regisseurin Catherine Hardwicke hat sich mit der Verfilmung dieses Romans keine leichte Aufgabe gestellt. Der Hype um die Liebesgeschichte von Bella und Edward hat in letzter Zeit nahezu Potter-ähnliche Ausmaße angenommen und selten wurde so viel über die Besetzung eines Films spekuliert, wie bei "Twilight". Millionen von Fans galt es also zufrieden zu stellen und genau hier liegt der Knackpunkt: Hardwicke scheint so damit beschäftigt gewesen zu sein, einen Film zu kreieren, der die größtmögliche Zufriedenheit der Fangemeinde erreichen würde, dass sie dabei den Kern der Geschichte völlig aus dem Blick verloren hat.

"Twilight" kommt einem vor wie die Aneinanderreihung verschiedener Szenen ohne wirklichen Zusammenhang. Diejenigen Elemente, die den Roman auszeichnen, vermag der Film auf weiten Strecken nicht einzufangen: Bellas Leidenschaft für Edward, die im Buch fast schon zur Obsession ausartet, springt genauso wenig auf den Zuschauer über wie die enigmatische Aura der Vampire oder die unmittelbare Bedrohung durch die zweite Vampirsippe. Stattdessen greift man hier und da Szenen aus dem Buch heraus, streut Zitate ein, die eingefleischte Fans aus dem Kopf mitzitieren werden, die aber meist völlig fehl am Platz sind. Bedenkt man, dass rund drei Viertel des Films darauf verwendet werden, dass Bella und Edward zueinander finden, ist es schade, dass man am Ende nüchtern feststellen muss, dass Hardwickes Inszenierung genau dies nicht schafft. Sie stolpert eher überfordert über Meyers Material, das sie unbeholfen und mit wenig Feingefühl zu einem bewegenden Drama zusammenzusetzen versucht und dabei scheitert.

Zur Hilfe kommen ihr dabei allerdings die beiden Hauptdarsteller, Kristen Stewart und Robert Pattinson, die dank einer recht soliden Leistung das Beste aus ihren Szenen machen. Sie sind imstande, Meyers Dialogzeilen, die auf Papier zwar romantisch klingen, aber auf der Leinwand doch sehr schnell in Kitsch abdriften können, mit der nötigen Sensibilität abzuliefern und profitieren dabei davon, dass sie als Paar eine tolle Chemie haben. Überzeugen kann auch Billy Burke als Bellas Vater, der mit Kristen Stewart wunderbar zusammen agiert und für einige Lacher gut ist. Kritischer wird es da schon mit Edwards Vampirfamilie, den Cullens, die zwar alle wunderhübsch sind, durch ihre übertriebene Aufmachung allerdings eher lächerlich wirken. Der Versuch, die Figuren möglichst getreu der Buchvorlage aussehen zu lassen, endet leider darin, dass sie komplett unnatürlich aussehen und manchmal für unfreiwillig komische Szenen sorgen.

Man muss schließlich feststellen, das Hardwicke der Herausforderung anscheinend nicht gewachsen war: sie liefert einen sehr durchschnittlichen Film ab, der das großartige Potential des Romans nicht auszuschöpfen vermag und die einzelnen Kapitel eher hastig durcherzählt, anstatt sich mit der Materie zu beschäftigen und den Charakteren Leben einzuhauchen.

Fazit

Robert Pattinson dürfte sich nach diesem Streifen endgültig von seiner Privatsphäre verabschieden. Ansonsten ist "Twilight" nicht weltbewegend. Hardwicke vergibt die Chance, einen großartigen Film zu machen und reduziert die Story auf ein mittelmäßiges Teeniedrama, um das diejenigen, die das Buch nicht kennen, einen großen Bogen machen sollten.

Maria Gruber - myFanbase
02.12.2008

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