Review: #2.07 Mütter, Väter, nur Verräter?
Nachdem wir in der letzten Folge durch das Auftauchen von Martha Kents Vater bereits ein wenig in die Vergangenheit eingetaucht sind, wird in dieser Folge ein weiterer Aspekt der Familiengeschichte in den Fokus gerückt, wodurch uns ein besseres Verständnis für das schwierige Verhältnis zu den Luthors vermittelt wird.
Bei den vielen "Freak of the Week"-Geschichten hätte es mich nicht gewundert, wenn wir diesmal eine Zeitreise präsentiert bekommen hätten, bei der wir eine ältere Version von Martha Kent kennenlernen. Durch das geheimnisvolle Auftauchen von Blair Brown, die sich wie selbstverständlich ins Haus der Kents bewegt, kommt man durchaus erstmal ins Spekulieren. Doch schnell wird aufgeklärt, dass es sich hierbei nicht um eine andere Version von Martha handelt, sondern eine Frau namens Rachel Dunleavy auf der Suche nach ihrem Sohn Lucas ist. Da dieser genau wie Clark Kent über die Adoptionsagentur Metropolis United Charity vermittelt wurde, kann sie stark davon ausgehen, in Clark den richtigen Jungen gefunden zu haben, schließlich wissen wir dank Chloe Sullivan, dass die Agentur nur eine einzige Adoption vermittelt hat, nämlich Clarks. Dass er aber nicht der Junge sein kann, nach dem sie sucht, können nur diejenigen wissen, die in sein Geheimnis eingeweiht sind – also weder Rachel noch Chloe. Dass Letztere trotz Clarks Bitte, die Vergangenheit ruhen zu lassen, weiterhin in seiner Adoptionsgeschichte rumgeschnüffelt hat, stellt für ihn verständlicherweise einen erheblichen Vertrauensbruch dar und ich kann verstehen, dass er wütend reagiert und dabei vielleicht auch Dinge sagt, die ihm später leid tun werden. Wenn man aber neutral betrachtet, dass er Chloe wegen seiner Herkunft ebenfalls tagtäglich belügt, kann man das auch ein wenig heuchlerisch finden. Aber darum wird es voraussichtlich an anderer Stelle in der Zukunft gehen. Hier kommt es also nun erstmal zum großen Knall, bei dem Clark aber durch eine Bemerkung Chloes auch erfährt, dass Lionel Luthor die Adoptionsagentur gegründet hat, die seine Vermittlung organisiert hat. Das löst in Clark noch mehr Fragen und Unsicherheiten aus. Er weiß zwar, dass die Frau nicht seine leibliche Mutter sein kann, außer sie ist ebenfalls eine Außerirdische oder hat irgendwas mit dem Raumschiff zu tun, aber ihm gefällt es auch nicht, dass seine Eltern so viele Geheimnisse vor ihm haben. Und das kann ich durchaus verstehen. Während sie ihn in seiner Kindheit vor allem beschützen wollten, ist es nun endlich an der Zeit, die Karten offen auf den Tisch zu legen. So langsam holt es die Familie ein, dass sie nie wirklich über den Moment gesprochen haben, als Clark auf der Erde gelandet ist.
Für uns Zuschauende sind so viele Konflikte ein willkommener Spannnungsbogen, zumal sie der Auslöser für einen Rückblick sind, den es so seit der Pilotfolge #1.01 Nicht von dieser Welt nicht mehr gegeben hat. Endlich blicken wir wieder auf die Anfänge von Clarks Geschichte auf der Erde und erhaschen so ganz nebenbei auch noch einen Blick auf Lex Luthor und sein Schicksal. Immerhin wird in dieser Episode kurzzeitig angenommen, Clark und Lex könnten Halbbrüder sein, von daher war es schön zu sehen, dass ihre erste kurze Interaktion lange vor dem schicksalhaften Autounfall stattfand. Ich hätte mir allerdings auch gewünscht, dass man zumindest in Ansätzen auch noch etwas von Lana Lang sieht. Dennoch ist es spannend, die einzelnen Puzzleteile zusammen zu setzen, um herauszufinden, was damals tatsächlich passiert ist. Denn auch wenn wir wissen, dass die Geschichte nicht stimmen kann, die Rachel Dunleavy sich zusammen gereimt hat, so sind doch genug wahre Kerne darin zu finden. Mit Spannung erwartet man daher, welche Geheimnisse mit diesen Rückblicksequenzen gelüftet werden. Zumindest das Misstrauen von Jonathan Kent gegenüber den Luthors erklärt sich. Immerhin hat Lionel Luthor seine gute Miene zum bösen Spiel gemacht und nicht lange gezögert, die Kents zu erpressen. Um Clarks Sicherheit nicht zu gefährden, musste Jonathan gute Freunde verraten, doch auch Jahre später macht er sich dafür noch große Vorwürfe. Es wird recht deutlich, dass es die Kent-Männer gemein haben, dass sie sich die Schuld für alles geben. Dabei ist es ihre Güte, die von skrupellosen Menschen wie Lionel ausgenutzt wird.
Dass Lionel in dieser ganzen Geschichte aber auch etwas zu verbergen hat, wird zumindest schnell klar – nur was genau? Durch das Geheimnis der Kents gerät es anfangs etwas in den Hintergrund, aber Lex erkennt schon bald, dass hier mehr dahinterstecken muss. Wieso denkt Rachel, dass ihr Sohn über die selbe Adoptionsagentur vermittelt wurde, wie Clark, wenn er doch angeblich der einzige Junge war? Wieso sagt Lionel, dass Lucas bereits in seinem ersten Lebensjahr verstorben ist, wenn es offensichtlich ein Foto gibt, auf dem er älter ist und auch noch Kontakt zu seinem leiblichen Vater hatte? Und wieso gibt Lionel alles, um seine damalige Affäre Rachel mundtot zu machen, indem er sie über Jahre und nun erneut in einer psychiatrischen Anstalt einsperrt? Die Antworten auf diese Fragen werden uns aber wohl erst in einer der nächsten Folgen präsentiert.
Während Clark Informationen über seine Vergangenheit sammelt, ist auch Lana weiterhin auf der Suche nach Antworten. Nachdem sie bereits Lex um Hilfe gebeten hat, den Mann auf dem Foto ausfindig zu machen, weiht sie nun auch Chloe ein, die nach dem Streit mit Clark über jede Ablenkung froh ist. Sie ist auf der Suche nach Henry Small, Nachfahre der Gründungsfamilie von Smallville, der möglicherweise ihr leiblicher Vater ist. Dank Chloes Rat ringt sie sich dazu durch, direkt Kontakt zu dem Mann aufzunehmen und ihn kurzerhand unangekündigt zu Hause zu besuchen. Nachdem sie in den letzten Wochen Zeit hatte, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ihr verstorbener Vater möglicherweise nicht ihr biologischer Vater war, erwischt sie Henry in einem wirklich ungünstigen Moment und wirft ihm ihre Erkenntnis quasi vor die Füße. Dass er wegen seines Telefonats angespannt war, generell ein sehr meinungsstarker Mensch ist und sich zudem durch die Anwesenheit seiner jetzigen Ehefrau unter Druck sah, hat sicherlich dazu beigetragen, dass er Lanas Offenbarung nicht sehr gut aufgenommen hat. Ich kann ihre Hilflosigkeit und Überforderung verstehen – wie sagt man jemandem auch, dass man glaubt, seine Tochter zu sein? – doch die ganze Situation war nun wirklich ein ungünstiger Zeitpunkt und diese Reaktion ein wenig erwartbar.
Obwohl sich die Geschichten von Clark und Lana ähneln, könnten sie nicht gegensätzlicher sein. Während Clark versucht, seine angeblich leibliche Mutter loszuwerden und dafür sogar einen Einbruch und Betrug begeht, damit man nicht seinem Geheimnis mithilfe einer DNA-Analyse auf die Spur kommt, muss Lana es umgekehrt erleben, dass ihr möglicherweise leiblicher Vater scheinbar nichts von ihr wissen will. Immerhin hat sich das noch zum Guten gewendet, auch dank des einfühlsamen Gesprächs mit Clark, der Lana dazu bewegt, ihre Gedanken noch einmal in einem Brief an Henry festzuhalten.
Ein weiterer schöner kleiner Moment entsteht, als Clark Chloe tröstet, nachdem sie sich wieder versöhnt haben. Sie lässt erkennen, dass die Zurückweisung ihrer Mutter in ihrer frühen Kindheit ihr noch heute das Gefühl gibt, dass sie es nicht verdient hat, geliebt zu werden. Auch Clark hatte sie im Staffel-1-Finale für Lana stehen gelassen, was ihr einen erheblichen Stich versetzt hat. Doch nun ist er es, der ihr Mut macht und ihr bestätigt, was für ein wertvoller und liebenswerter Mensch sie ist. Was die Entwicklung der Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander angeht, macht "Smallville" in der letzten Zeit große Fortschritte. Nach einer sehr "Freak of the Week"-lastigen ersten Staffel kann die Serie nun langsam ihre Stärken ausspielen und den Figuren mehr Tiefe geben.
Fazit
Eine grandiose Folge, die Dank des Rückblicks auf den Tag des Meteoritenschauers viele offene Fragen beantwortet. Es bleibt zu hoffen, dass die Serie hieraus Stärke zieht und die Fälle der Woche weiterhin eng mit den Hauptfiguren verbindet, um die Handlung voranzubringen. Der Charakterentwicklung hat diese Episode unglaublich gut getan.
Catherine Bühnsack - myFanbase
Die Serie "Smallville" ansehen:
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: LineageErstausstrahlung (US): 05.11.2002
Erstausstrahlung (DE): 29.11.2003
Regie: Greg Beeman
Drehbuch: Alfred Gough & Miles Millar
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