Bewertung: 6

Review: #6.05 Gnadenakt

Foto: Marlyne Barrett & Lorena Diaz, Chicago Med - Copyright: 2020 Universal Television LLC. All Rights Reserved.; Elizabeth Sisson/NBC
Marlyne Barrett & Lorena Diaz, Chicago Med
© 2020 Universal Television LLC. All Rights Reserved.; Elizabeth Sisson/NBC

Diese Woche schwächelt "Chicago Med" leider etwas. Auch wenn ich Ethan Choi in seiner Handlung verstehen kann, hat es mich doch ziemlich genervt. Spannend bleibt es bei Anna Charles, sowie bei Natalie Manning, Crockett Marcel und dessen Exfrau Claire.

Zugegeben ist Ethan nicht unbedingt der Charakter, der bei mir eine Favoritenrolle hat. Das liegt vor allem daran, weil man ihm immer wieder sehr ähnliche Geschichten schreibt, bei denen man zwar sein Handeln nachvollziehen kann, ihn aber nicht wirklich sympathischer macht.

Diesmal geht es darum, ob er einen Patienten der Polizei melden soll oder nicht. Aber von vorne. Mit Dr. Coleman, einer Legende, der eine freie Klinik geführt hat, und dessen Frau, wird ein älteres Ehepaar eingeliefert, die in ihrem Haus bewusstlos vorgefunden wurden. Während Ethan die Frau behandelt und verloren hat, behandeln Marcel und Noah Sexton Dr. Coleman. Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es Coleman fällt, nun ohne seine Frau zu leben. Jedoch war das Gasleck nicht unabsichtlich entstanden. Es ist sehr schwer einen Menschen leiden zu sehen, dem es immer schlechter geht und bei Colemans Frau wurde ALS diagnostiziert. Mein Gott, das ist wirklich schlimm. Dazu kommt eben noch, dass beide seit ihrem 19. Lebensjahr zusammen sind bzw. waren. Es ist dramatisch, aber ich konnte irgendwie nachvollziehen, dass der Arzt sich auch das Leben nehmen wollte, denn so hätte er diesen Schmerz des Verlusts ja nicht erleiden müssen.

Das ist die empathische Seite. Allerdings gibt es da noch die gesetzliche Seite und hier zeigt sich einfach mal wieder Ethan von einer Seite, die ich an ihm zwar verstehen und zum Teil nachvollziehen, aber immer weniger leiden kann. In seiner jetzigen Position ist zwar wichtig, sich an Gesetze und Regeln zu halten, jedoch kenne ich keinen Arzt (im Med), der nicht schon mal die Regeln ausgedehnt hat, weil es menschlich gesehen richtig gewesen ist. Zwar ist es Ethan anzurechnen, dass er Noah nicht an die Polizei verraten hat, doch seine späteren Aussagen gegenüber April Sexton klangen letztlich so, als würde Noah immer so handeln und das ist nun mal nicht der Fall. Ich werde ihn in jedem Fall vermissen und bin gespannt, inwieweit das Verhältnis zwischen April und Ethan dadurch beeinflusst wird.

Apropos beeinflussen. Ich bin nicht ganz sicher, was ich vom Auftauchen Claires halten soll. Bei Claire handelt es sich um Marcels Exfrau, die plötzlich bei ihm vor der Tür steht und ihm Sachen bringt, da sie das Haus in New York verkauft hat. Claire macht einen sympathischen Eindruck, doch irgendwie denke ich, dass sie bei Marcel und Natalie dazwischenfunken könnte. Denn warum bringt sie die Sachen persönlich vorbei und lässt sie nicht schicken? Ich fände es nicht gut, wenn man jetzt mit Natalie, Marcel und Claire eine Dreiecksbeziehung konstruieren würde. Denn obwohl Marcel und Natalie nicht fest zusammen sind, geben sie doch eine prima und teils sexy Konstellation ab, von der ich mir einfach mehr erhoffe. Es bleibt in jedem Fall spannend.

Spannend bleibt es wohl auch bei Daniel Charles, Anna und Susan und Letztere ist mir alles andere als sympathisch. Sie hat etwas an sich, was mir nicht gefällt. Ich habe ein bisschen die Sorge, dass Susan Annas Schwangerschaft gegen Daniel in Sachen Fürsorge verwenden könnte. Denn schließlich hat sie bei dieser Meditation gesagt, dass Anna sie mehr braucht als Daniel. Da könnte die Schwangerschaft ihr tatsächlich sehr gelegen kommen. In diesem Fall hoffe ich wirklich, dass Natalie sich einschalten und Anna zur Seite stehen wird und bzgl. Daniel hoffe ich, dass Sharon Goodwin ihm beistehen wird. Immerhin ist sie selbst Mutter und kann verstehen, was es für ihren Freund bedeuten würde, würde Anna nicht mehr in seiner Nähe sein – ihr geht es mit Michael nicht anders. Im Übrigen hat mir die letzte Szene zwischen den beiden gut gefallen.

Randnotizen

  • Ich frage mich wirklich, warum man Dr. Virani ins Med geholt hat. Ihre Daseinsberechtigung verstehe ich bis heute noch nicht.
  • Viel spannender finde ich die Konstellation zwischen April und Will Halstead. Vielleicht steht uns mit den beiden bald eine neue Paarung bevor, von der ich nicht ganz abgeneigt wäre.



Fazit

"Chicago Med" kann mit dieser Episode einige spannende Geschichten aufbauen, die wirklich interessant werden könnten. Einziges Manko ist eigentlich mal wieder Ethan. Ich verstehe ihn durchaus. Doch seine fast schon Überkorrektheit fühlt sich langsam wie ein langgezogenes Kaugummi an und das ist nicht gut, sondern mit der Zeit einfach langweilig.

Daniela S. - myFanbase

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