Bewertung

Review: #6.06 Veränderung

In den vergangenen Staffeln hat man es uns manchmal nicht ganz leicht gemacht mit "Chicago Med". Das lag zum einen daran, dass sich manche Charaktere einfach nicht weiterentwickelt haben oder dass die Autoren immer wieder die gleichen Fehler begannen haben, was das Gucken und Bewerten der einzelnen Episoden erheblich erschwert hat. Jedoch zeigt die aktuelle sechste Staffel eine wunderbare Stabilität, mit der ich ziemlich zufrieden bin. Zudem bietet diese Episode wirklich tolle und rührende Momente, über die ich mich sehr freue.

Ich bin froh, dass man den Abgang von Noah Sexton in dieser Episode noch einmal thematisiert hat, und dass man es so gehandhabt hat, dass sich die weitere Zusammenarbeit zwischen Ethan Choi und April Sexton nicht als unmöglich und anstrengend erwiesen hat. Hier hat mir auch gut gefallen, dass April ihn vor Doris verteidigt hat. Zugegeben ist Ethan ganz sicher nicht mein Liebling unter den Charakteren, dennoch tat er mir ein bisschen leid, als er durch die ganze Verantwortung gestresst gewesen ist. Das aber nur am Rande. Viel interessanter fand ich den Fall der beiden.

Ich konnte bei Aprils und Ethans Patienten sehr gut nachempfinden, dass er lieber den Schmerz ertragen hätte, als dass man wieder und wieder nicht zu einer Diagnose kommt, die ihm den Schmerz nimmt. Irgendwie hat er auch akzeptiert, dass der Schmerz zu ihm gehört. Allerdings wurde dieser im Verlauf immer schlimmer, so dass er sich gekrümmt und gekrampft hat. Interessant fand ich vor allem bei der Diagnose, dass es eine Sache am bzw. im Gehirn gewesen ist. Denn alle Ärzte haben die Ursache an einer anderen Stelle vermutet. Lob an Ethan, der sich wirklich reingehangen hat und ich fand es auch wichtig und richtig, dass auch April ihm Anerkennung dafür gezollt hat. Manchmal ist es wichtig, so etwas zu hören, damit man seine möglichen Selbstzweifel und Überforderungen überwinden kann. Wer weiß? Vielleicht finden Ethan und April doch noch einmal zusammen.

Zusammengefunden haben nicht nur Kelly und ihre Mutter, sondern auch Daniel Charles und dessen Tochter Anna Charles. Ich betone zwar immer mal wieder, dass ich es eigentlich doof finde, wenn Patientenfälle mit den persönlichen Problemen des Personals so eng verwoben sind, aber ich muss sagen, dass ich die Verbindung hier zwischen Patientenfall und persönlichen Fall gut fand. Kelly war das Mädchen, welches als Kind entführt und gefangen gehalten wurde und nun wieder bei ihrer Mutter ist. Mir ist vollkommen klar, dass sich die beiden erst einmal kennen lernen müssen und beide auf ihre Art überfordert sind. Ich kann aber auch Kellys Mutter verstehen, die ihre Fehler aus der Vergangenheit wieder gut machen möchte, da sie ja sozusagen eine zweite Chance bekommen hat, sich als Mutter 'beweisen' zu können. Ich wünsche den beiden auf jeden Fall, dass sie nun eine für sie annehmbare Mutter-Tochter-Beziehung aufbauen und sich (erneut) kennenlernen können.

Bezogen auf den Fall hat ja auch Daniel seine Tochter Anna noch einmal neu kennen gelernt. Dass er auf diesem Weg von ihrer Schwangerschaft erfahren hat, war zwar nicht der ideale Fall, hat aber auch irgendwie aufgezeigt, dass er eben doch nicht so viel Zeit mit seiner Tochter verbringt, um ein wirkliches Vertrauensverhältnis aufzubauen. Und dass Anna ihm das auch gesagt hat, macht einmal mehr deutlich, dass sich etwas ändern muss. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Daniel nicht doch Susan über Annas Schwangerschaft und dem medizinischen Notfall nicht doch in Kenntnis setzt, aber es wurde doch deutlich (für mich), wie sehr er seine Tochter liebt und ich denke mal, die beiden werden jetzt ein anderes und besseres Verhältnis zueinander haben und ich könnte mir vorstellen, dass Daniel fortan um seine Tochter kämpfen wird, damit sie bei ihm bleiben kann, ganz gleich, was Susan gegen ihn vorbringen könnte.

Eine Kämpferin ist auch Maggie Lockwood! Ich mag ihren Charaktere sowieso schon seit Beginn von "Chicago Med", aber ich freue mich auch sehr, wie sie sich entwickelt hat. In den ersten Staffeln hatte ich immer den Eindruck, dass man ihr keine richtige Geschichte schreiben kann oder gar will. Doch seit Mitte der vierten Staffel bekommt sie wirklich Geschichten, die mir ans Herz gehen. Zudem bin ich froh, dass man Auggie am Leben gelassen hat. Bei OneChicago habe ich leider oftmals den Eindruck, dass alle drei Serien nicht besonders kinderfreundlich sind. Auch hier hatte ich kurz das Gefühl, man möchte Maggies und Ben Campbells Glück kaputt machen, als Madeline Gastern aufgetaucht und die Transplantation verhindern wollte. Das hätte mir für Maggie wirklich das Herz gebrochen, weil sie so unglaublich glücklich ist und ich es ihr von ganzem Herzen gönne. Also, bitte, liebe Autoren, macht es nicht kaputt.

Begeistert bin ich auch von Crockett Marcel! Bei den Männern ist er tatsächlich mein Lieblingscharakter. Zwar wirkt er immer so verschlossen, cool und lässig, aber in den richtigen Momenten zeigt er doch, dass er ein weiches Herz hat. Ich glaube es ist für Patienten wie Cindy wichtig, wenn auch Ärzte Persönliches von sich erzählen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was wir noch in dieser Staffel über Marcel erfahren werden, denn der Tod seiner Tochter macht ihm noch immer zu schaffen.

Wo ich aber noch immer nicht richtig durchblicke, ist Will Halstead. Seine Studie mit Dr. Sabeena Virani steckt noch immer in den Anfängen und so ganz klar ist mir noch immer nicht, weshalb sie überhaupt in der Serie zu sehen ist. Für die Studie und somit als Kollegin und Ansprechpartnerin für Will oder doch eher als Love Interest für ihn? Wir werden wohl abwarten müssen.

Fazit

Mal davon abgesehen, dass "Chicago Med" in den letzten Staffeln alles andere als stark und stabil war, macht man in meinen Augen mit #6.06
Don't Want To Face This Now vieles richtig. Tolle, rührende sowie starke charakterliche Momente, die den Fokus diesmal umso mehr auf die Figuren gelegt hat. Es darf gerne so weiter gemacht werden.

Daniela S. - myFanbase

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