Bewertung: 7

Review: #6.04 Unbelehrbar

Foto: Dominic Rains & Torrey DeVitto, Chicago Med - Copyright: 2020 Universal Television LLC. All Rights Reserved.; Elizabeth Sisson/NBC
Dominic Rains & Torrey DeVitto, Chicago Med
© 2020 Universal Television LLC. All Rights Reserved.; Elizabeth Sisson/NBC

Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich die aktuelle Staffel von "Chicago Med" recht stark finde – im Vergleich zur vierten oder gar fünften Staffel legt sich die sechste ordentlich ins Zeug und kann mit Episode #6.04
In Search of Forgiveness, Not Permission
gut punkten. Vor allem der Fall rund um Natalie Manning und Crockett Marcel sticht deutlich hervor.

Helden

Ärzte werden zumeist als Halbgötter in Weiß bezeichnet. Ich finde eine solche Bezeichnung zwar etwas übertrieben, wenn ich mir aber Natalies und Marcels Handeln bei ihrer Patientin nochmal durch den Kopf gehen lasse, dann trifft bei den beiden die Bezeichnung diesmal extrem zu. Mir gefällt das Zweier-Gespann ohnehin extrem gut. Aber dazu später mehr. Zunächst möchte ich auf ihren gemeinsamen Fall eingehen. Die Diagnose Krebs ist sowieso immer ein Schlag ins Gesicht, verbunden mit dem Gedanken, dass man sterben könnte. Hier kommen aber noch zwei ganz andere Dinge dazu: Isabella, die Patientin der beiden, ist erst 21 Jahre alt und wollte aufgrund der Pandemie ihre Eltern schützen, die zur Risikogruppe gehören, und ist deshalb nicht eher ins Krankenhaus, was ich vollkommen verstehen kann.

Dass ihr ganzer Bauch voller Tumore ist, ist wirklich schrecklich und wie die Onkologin bereits sagte, zeigt ein CT nur die halbe Wahrheit. Dass sie letztlich von einer OP abgeraten hat, kann ich sogar verstehen, denn man weiß eben nicht, was man während der OP 'vorfindet'. Allerdings ist das Mädchen eben erst 21 und da finde ich, sollte man schon alles Mögliche versuchen. Ich kann auch verstehen, dass Sharon Goodwin hier nicht die Entscheidung der Onkologin infrage stellen und rückgängig machen wollte, denn es ist immerhin ihr Fachgebiet. Dennoch. Nur weil es das Fachgebiet ist, heißt es nicht automatisch, dass all ihre Entscheidungen und Einschätzungen richtig sind.

Das sah wohl auch Marcel so, der ziemlich gefährlich gehandelt hat, indem er Isabella ohne Erlaubnis und mit einem noch nicht zugelassenen Verfahren operiert hat. Verdenken kann ich ihm das Ganze nicht, denn er hat als Arzt eben einen Eid geleistet, auch wenn er diesen diesmal ziemlich aufs Spiel gesetzt hat. Allerdings hatte er Natalie an seiner Seite, die ja dann und wann auch schon mal ziemlich grenzwertige Dinge getan hat, die ihr den Job hätten kosten können. Ich fand es aber gut, dass sie zu ihm gestanden hat. Hier hat mir Sharon verdammt gut gefallen! Zwar hat sie beiden klar gemacht, dass sie eine solche 'Verfehlung' nicht noch einmal duldet, aber auch sie weiß, dass Natalie und Marcel Helden gewesen sind, die sie verteidigt hat.

Die logische Konsequenz daraus ist, dass sich die Befürchtung, gefeuert zu werden, irgendwie entladen muss. Zwar bemerkt man zwischen Natalie und Marcel schon seit Längerem eine erotische Spannung, ich hätte aber ehrlich gesagt nicht gedacht, dass sie sich dann doch so schnell entladen würde. Mir hat es in jedem Fall gefallen, aber ich bin eben auch gespannt, wie sich die beiden demnächst verhalten werden.

Auf Forderung eingegangen

Was ich zu Will Halstead und seiner Studie sagen soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Wir befinden uns erst am Anfang des Ganzen und dennoch habe ich das ungute Gefühl, er könnte demnächst mal wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Und das wäre ja auch nicht das erste Mal.

Ich denke, geeignete Kandidaten für diese Studie zu finden ist ohnehin nicht einfach, doch aufgrund der Pandemie gestaltet es sich noch einmal schwieriger, gerade bei solchen Patienten wie Mr. Gessner, der sich nicht in Gefahr begeben möchte. Ich wäre da vermutlich nicht anders und hätte wie er auch, die Flucht ergriffen.

Daher bin ich mir nicht sicher, ob es tatsächlich so gut war, die Forderung von Dr. Mayfield anzunehmen und Krankenakten zu bekommen und ihn dann zu beteiligen. Irgendwie habe ich dabei kein allzu gutes Gefühl, da Will eben schon öfter in Konflikt gekommen ist. Vielleicht täusche ich mich aber auch und es passiert gar nichts Schlimmes. Denn er hat ja nun April Sexton an seiner Seite und auch diese Konstellation gefällt mir gut. Schade, dass man diese erst so spät kreiert hat. Aber wer weiß, was man aus den beiden als reine Arbeitskollegen machen wird.

Perfektion

Der Patientenfall von Ethan Choi hat mal wieder die Charakterseite von ihm zum Vorschein gebracht, die ich am wenigsten leiden kann. Manchmal habe ich tatsächlich den Eindruck, er möchte sich nicht in Patienten hineinversetzen, die ihm dann doch ziemlich ähnlich sind. Mit Dr. Lowry hat er einen plastischen Chirurgen, der selbst nach Perfektion strebt. Mich wundert wirklich, warum Ethan das nicht nachvollziehen kann. Mit seiner Liste für Maggie ist er doch nicht anders.

Ein bisschen doof fand ich daher auch, dass er Daniel Charles dem Fall hinzugezogen hat, der aber glücklicherweise eine völlig andere Meinung zu dem Patienten hatte. Dass Ethan dann noch die Nerven verloren hat, macht es in meinen Augen nicht besser. Von daher fand ich das tatsächlich am schwächsten in dieser Episode.

Familie finden mit DNA

Ich bin ja noch immer mega happy, dass man Maggie Lockwood ihr Glück mit Ben Campbell samt Auggie gegönnt hat. Ich habe Maggie lange nicht, oder vielleicht noch nie, so strahlen sehen. Jedoch ist da auch die Sorge um Auggie, denn dieser braucht eine neue Leber und musste nun auf die Transplantationsliste gesetzt werden. Der Nachteil ist aber, dass er von einer Kommission eingestuft wird und wohl lange warten muss.

Ich kenne mich mit dem Verfahren nicht aus, aber wenn es Kinder betrifft, ist dies besonders schlimm. Man merkt eben auch Maggie an, wie sehr sie davon mitgenommen ist, dass ihr Junge offenbar noch kränker werden muss, um auf der Liste nach oben zu rutschen. Dass sie ein Familienmitglied mithilfe Auggies DNA finden möchte, der dann als Spender passt und womöglich auch noch spendet, finde ich gut.

Allerdings schwant mir auch der böse Gedanke, damit könnte man auch mit Leichtigkeit Maggies Familienglück wieder zerstören, denn das schafft OneChicago immer ganz wunderbar. Also bin ich mir nicht sicher, ob ich Maggie hierbei eher Glück wünschen oder eher skeptisch wie Ben bleiben sollte. Eines steht aber in jedem Fall fest: Auggie muss überleben!

Fazit

"Chicago Med" hat mit dieser Episode ein guten Job gemacht und hat mal wieder gezeigt, dass die Serie momentan die stärkste von OneChicago ist. Mit den neuesten Konstellation von Will und April hat man sich etwas Tolles einfallen lassen, bleibt zu hoffen, dass man daraus auch Tolles macht. Ähnliches erhoffe ich mir von Natalie und Marcel und nicht, dass es ein Eiertanz wird. Dafür haben die beiden Charaktere einfach zu gute Chemie.

Daniela S. - myFanbase

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