Bewertung: 7

Review: #6.03 Der lange Weg zurück

Foto: Yaya DeCosta & Oliver Platt, Chicago Med - Copyright: 2020 Universal Television LLC. All Rights Reserved.; Elizabeth Sisson/NBC
Yaya DeCosta & Oliver Platt, Chicago Med
© 2020 Universal Television LLC. All Rights Reserved.; Elizabeth Sisson/NBC

"Chicago Med" war die Serie, die vom OneChicago-Verse am besten in die neue Staffel gestartet ist. Dann trat man kurz vor der Winterpause etwas auf die Bremse und fuhr alles ein bisschen zurück. Nun ist das zweite Spin-Off von "Chicago Fire" mit Episode #6.03 Do You Know The Way Home zurück und ich muss sagen, bis auf ein paar Stolpersteine habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

Ein vermisstes Kind

Fangen wir mit dem an, was mich am meisten bewegt hat. Wann immer eine verstörte, ängstliche junge Frau ins Chicago Med kommt, kann man sich vorstellen, dass dahinter immer eine traurige Geschichte steckt. So war es auch beim Patientenfall von Daniel Charles und April Sexton. Mit Lisa haben wir eine Patientin, die Angst vor Nadeln hat, man hat aber relativ schnell bemerkt, dass hinter ihrem Verhalten mehr steckt, als sie zugegeben hat.

Zum Glück sind April und Daniel der Sache auf den Grund gegangen. Von Ethan Choi war ich anfangs ein bisschen enttäuscht, dass er noch nicht mal einen Gedanken darauf verwendet hat, dass die Patientin ein Entführungsopfer sein könnte. Dass er dann doch noch eingelenkt hat und durch die App herausgefunden hat, dass es sich bei Lisa um die damals als Kind entführte Kelly Bissett handelt, liegt in meinen Augen auch daran, dass er April schätzt und letztlich doch ihrem Urteil vertraut. Ich stelle mir das wirklich unglaublich grausam vor, als Kind entführt worden zu sein und man sah ja auch, dass sie Angst hat, 'eingesperrt' zu sein.

Ebenso tat mir Kellys Mutter leid. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, weshalb sie bei Daniel und April gemauert hat. Wenn man so viele Jahre die Hoffnung hat, dass man sein Kind wieder in die Arme schließen kann und dann immer wieder enttäuscht wird, ist es für mich umso verständlicher, dass sie sich keiner neuer Hoffnung hingeben will, mit dem Hintergedanken, doch nur wieder enttäuscht zu werden. Umso schöner war daher das Wiedersehen von Mutter und Tochter. Ebenso schön fand ich die kleine Versöhnung zwischen Ethan und April und dass sie letztlich auch das Gefühl hatte, überall gebraucht zu werden.

Will und sein Patient

Ich muss mich wiederholen, denn irgendwie ist Will Halstead in alte Verhaltensmuster gefallen. So oft schon hat er gezeigt, dass er sich sehr für seine Patienten einsetzt und dann und wann auch mal über deren Wünsche hinwegsetzt. Ähnliches geschah auch bei seinem Patienten Ruben.

Er ist herzkrank und damit der ideale Kandidat für die Studie. Allerdings möchte Rubens Tochter Mari, dass eine OP vorgenommen wird. Will widersetzt sich dem aber, so dass er nicht nur eine Ohrfeige von Mari kassiert, sondern auch Maggie Lockwood ihm die Meinung gesagt hat. Allerdings wäre Will eben nicht Will, wenn er nicht davon überzeugt wäre, dass sein Weg der richtige ist – so auch diesmal. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass man es etwas anders geregelt bzw. angegangen wäre. Aber so ist er eben und es ging letztlich ja auch alles gut aus.

Natalie, Marcel und alles Weitere

Den Patientenfall von Crockett Marcel hätte ich persönlich nicht gebraucht oder eben anders gestaltet. Mit der Sanitäterin Megan wird jemand eingeliefert, die Marcel ebenfalls kennt. Die beiden hatten nämlich einmal eine Affäre und so, wie der Umgang der beiden ist, wohl auch ein ziemlich vertrautes Verhältnis zueinander. Das hat mir durchaus gefallen, aber dafür hätte es in meinen Augen keine Verletzung oder gar OP gebraucht. Mir hat aber gefallen, dass man hier nochmal gesehen hat, dass Marcel auch eine andere Seite hat und sich mit anderen freuen kann. Nur wäre das eben auch ohne diese Verletzung gegangen. Daraus resultierte aber ein wirklich toller Moment zwischen Marcel und Natalie Manning, der einfach gezeigt hat, dass zwischen den beiden eine enorme Anziehungskraft herrscht, von der ich hoffe, dass die Autoren dieses Potenzial durchaus nutzen werden.

Apropos Natalie. Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis, dass sie seit Mitte der dritten Staffel bei mir den Status inne hat, einer der nervigsten und anstrengendsten Charaktere in der Serie zu sein, einfach weil sie oftmals einfach zu egoistisch agiert. Umso mehr hat mich ja dieses ganze Szenario mit Ms. Webb begeistert. Sicher ist es nicht so toll, dass die ältere Dame sich dadurch Aufmerksamkeit 'erschlichen' hat, und Symptome einer Krankheit gegoogelt und diese dann für ihr 'Krankheitsbild' genommen hat. Dennoch kann ich es durchaus nachvollziehen und mich freut es sehr, dass auch Natalie dies erkannt und sich mit ihr über ihrer beider Kinder unterhalten hat. Ich denke, dass es beiden geholfen hat und Natalie hat dadurch Pluspunkte von mir bekommen.

So richtig schlau werde ich aus Daniel und Susan allerdings noch immer nicht. Ich bin mir noch nicht sicher, wohin man mit den beiden will. Geht sie nach Arizona? Bleibt sie? Gibt es einen Sorgerechtsstreit mit Daniel? Für mich ist das noch immer nichts Halbes und nichts Ganzes.

Fazit

"Chicago Med" ist immer ein bisschen das Sorgenkind von OneChicago. Auch diese Episode hat den ein oder anderen Stolperstein, man muss aber sagen, dass man das Potenzial durchaus erkennen kann und ich hoffe einfach, dass wir den Aufwärtstrend beibehalten.

Daniela S. - myFanbase

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