Bewertung: 6

Review: #5.14 It May Not Be Forever

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Chicago Med
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Auch an der Episode kurz vor Valentinstag lässt es sich "Chicago Med" natürlich nicht nehmen, seine (potenziellen) Liebesgeschichten weiterzuerzählen, auch wenn dies nicht unter dem Dach des Tags der Liebenden geschieht. Ob die Macher da immer das richtige Händchen beweisen?

Bereits in der Review zur vergangenen Episode habe ich vermutet, dass die Zeichen bei Dr. Will Halstead und Dr. Hannah Asher auf Interesse stehen, das wird in dieser Episode bestätigt und wie. Bei Hannah muss ich ständig an Katy Perrys "Hot N Cold" denken, auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass Süchtige stets ein sehr sprunghaftes Verhalten zeigen. Gerade aber vor diesem Hintergrund, dass sie einmal regelrecht berechnend, dann wieder verzweifelt und schließlich anschmiegsam ist, ist Wills entfachtes Interesse an ihr völlig übertrieben. Dass er sich so für sie einsetzt, ist aus vielerlei Gründen nachvollziehbar. Auf der einen Seite ist sie der erste Fall, wo er aufgrund ihrer beruflichen Augenhöhe das Gefühl hat, sie auf den rechten Weg zu führen und vielleicht sieht er sich auch ein wenig selbst in ihr, talentiert, aber oft genug selbst vom Weg abgekommen. Aber muss seine Fürsorge für Hannah gleich in intime Gesten und eine Einladung zur Übernachtung (und somit vielleicht zum Sex?) führen? Das ist doch arg übereilt. Zumal ich mir bei den beiden wirklich eine langsam erzählte Liebesgeschichte vorstellen könnte, bei der ihr durch alle Höhe und Tiefen hilft. So holt man die Zuschauer jedenfalls nicht ab.

Da gefällt mir die sich aufbauende Spannung zwischen Dr. Crockett Marcel und Dr. Natalie Manning um vielfaches besser, auch wenn man hier von einem möglichen Interesse noch sehr weit entfernt ist. Aber der Wink mit dem Zaunpfahl ist eindeutig, denn sie arbeiten erneut an einem Patientenfall zusammen. Dieser hat mir auch sehr gut gefallen, denn die Folgen von häuslicher Gewalt wurden hier mal von einer ganz anderen Sichtweise aus betrachtet. Zudem gefallen mir Fälle immer sehr gut, in denen es kein richtig oder falsch gibt, weil beide Seiten starke Argumente vorbringen und das nicht nur rein rational, sondern resultierend aus eigenen Erfahrungen. Dementsprechend unvorhersehbar war auch das Verhalten des Opfers, die über das Schicksal ihres Mannes, des Täters, entscheiden soll. Hier hätte wirklich alles passieren können und ich fand es spannend, die Entwicklungen mitzuverfolgen. Am Ende mag Natalie wie die Verliererin erscheinen, da sie wie vor den Kopf geschlagen ist und mitansehen muss, wie das Opfer nun als Täterin ins Gefängnis geht, aber den Kopf den sie für ihre Rechte auf sich nehmen wollte, war vom Prinzip her richtig.

Bei Dr. Ethan Choi und April Sexton drehen wir uns derweil etwas im Kreis. Sie bekommt erneut eine überflüssige Szene mit Marcel, was wohl weniger ihrem Interesse an ihm, sondern viel mehr ihrem schlechten Gewissen gegenüber Ethan geschuldet ist. Auch ihr Patientenfall war stinklangweilig, vorhersehbar und lächerlich, weil es Aprils Unzufriedenheit mit ihrer körperlichen Befriedigung verstärken sollte. Ich finde es auch etwas seltsam, dass ausgerechnet sie, die vieles mit Füßen getreten hat, nun unzufrieden sein soll, während man bei Ethan in allen Gesten Liebe und Fürsorglichkeit bemerkt. Ich merke hier doch deutlich, dass meine Sympathien für April arg gelitten haben. Zudem ist es nervend, ihren Betrug so lange in die Länge zu ziehen.

Einen weiteren spannenden Fall gab es derweil noch bei Elsa Curry mit einem Jungen in einem vermeintlichen vegetativen Zustand. Während Dr. James Lanik wie eh und je den Idioten raushängen lassen durfte, verfestigt sich die Mentorenbeziehung zwischen Elsa und Dr. Daniel Charles immer mehr. Sie wird immer ein komischer Vogel mit einem ordentlichen Päckchen bleiben und dennoch hat sich in ihrer Art viel getan und das wird hier noch einmal unterstrichen. Wo sie sich ansonsten krampfhaft an die medizinischen Tatsachen gehalten hat, also Lanik 2.0 war, wird sie immer mehr zu einer Medizinerin mit Instinkt, die auch ihre Empathie nicht mehr völlig ausstellt, sondern sie zulässt, um noch besser zu sein. All das hat Daniel bei ihr nicht über Nacht bewirkt, sondern mit einer ruhigen Hand und viel Ausdauer. Und trotzdem lernt sie immer wieder neu von ihm. Es ist schon lustig, dass mich die privaten Beziehungen der Hauptfiguren irgendwann in den Wahnsinn treiben und dass ausgerechnet eine berufliche Beziehung demonstriert, wie es gehen kann. Aber neben Elsas Entwicklung war eben auch der Fall ein spannendes Rätsel, das ich gerne mitverfolgt habe.

Fazit

"Chicago Med" ist in dieser Woche wieder etwas schwächer, aber die dargestellten ausbaufähigen Entwicklungen wurden durch starke Momente nahezu ausgeglichen. Das ist allemal besser, als mit einem schlechten Gefühl aus einer Episode zu gehen.

Lena Donth – myFanbase

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