Bewertung: 7

Review: #5.13 Empfindungslos

Foto: Chicago Med - Copyright: 2019 Universal Television LLC. All Rights Reserved © UNIVERSAL TV
Chicago Med
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Während es in der vergangenen Staffel vor allem die Entscheidungen innerhalb der Paarbeziehungen waren, die für Kopfschmerzen sorgten, sind es in der aktuellen eher Einzelhandlungen, bei denen vor allem April Sexton und Dr. Will Halstead ganz vorne mit dabei sind. Bekommen die beiden in dieser Woche eine Pause oder geht es in die nächste Runde?

Nachdem Will durch den Dank einer Patientin, die er vor dem Drogentod gerettet hat, wieder Motivation erhalten hat, an der illegalen Versorgung von Drogenabhängigen mitzuwirken, arbeitet er rund um die Uhr. Daher habe ich in dieser Episode damit gerechnet, dass er sich wegen Übermüdung einen fatalen Fehler während der Arbeit erlaubt, aber es kam anders. Denn bei der eben angesprochenen Patientin, die sich als Val vorgestellt hat, handelt es sich tatsächlich um Dr. Hannah Asher, die am Chicago Med als Gynäkologin arbeitet. Wer die entsprechende Castingnews an dieser Stelle nicht gelesen hat, wird wohl durchaus überrascht gewesen sein. Ich fand es in jedem Fall gut, dass in dem entstehenden Konflikt ausnahmsweise mal wieder Will auf der richtigen Seite stand. Denn wer kann es ihm verdenken, dass er Hannah das Operieren nicht zutraut, wo sie noch vor wenigen Tagen beinahe tot gewesen wäre? Andererseits zeigt es auch wieder seine Uneinsichtigkeit, dass er selbst handeln kann, wie er will, während er andere dafür verurteilt.

Aber abseits davon waren seine Bemühungen richtig. Doch mit Hannah hat er nun eine Gegnerin, die mit allen Wassern gewaschen ist. Während sie in der vorangegangenen Episode richtig sympathisch wirkte, als sie sich ehrlich bei Will als ihrem Lebensretter bedankt hat, wurden diesmal die typischen Verhaltensweisen einer Abhängigen betont. Obwohl nicht bekannt ist, wie lange die Ärztin schon mit ihrer Sucht kämpft, dürfte doch klar sein, dass sie sich schon länger anstrengen muss, um ihre Probleme vor den Kollegen und weiteren zu verbergen, wahrscheinlich hat sie das auch perfektioniert. Und wenn der Job das einzige ist, was ihr noch etwas bedeutet, dann ist natürlich klar, dass sie das auch mit Händen und Füßen verteidigen wird. Also erpresst sie Will mit ihrem Wissen, dass ihn seine illegalen Aktivitäten die Lizenz kosten könnten. Ich bin gespannt, ob wir Hannah auch wieder sympathischer erleben dürfen, ob gar hier eine Liebesgeschichte angestrebt wird. Bis jetzt erinnert sie mich aber stark an Dr. Ava Bekker, aber die Entwicklung will ich nicht noch einmal sehen.

Eine weitere potenzielle Liebesgeschichte scheint sich bei Dr. Crockett Marcel und Dr. Natalie Manning anzudeuten. Obwohl die Verbindung zu April immer noch nicht endgültig gekappt ist, deutet diese Episode doch eindeutige Tendenzen an. Schon zuletzt war es Natalie, die bei Marcel die richtige Ansprache gefunden hat und seinem Geheimnis dabei gefährlich nah gekommen ist, nun hat man das Gefühl, dass die beiden eine Ebene in ihre Kollegialität erreicht haben, die erstmal in Richtung einer Freundschaft deutet, da er sie foppt und da sie Anteil an den gegenseitigen Fällen nehmen. Trotzdem würde es mich nicht wundern, wenn hier der Schritt Richtung romantisches Interesse gemacht wird. Stand jetzt kann ich damit auch deutlich besser leben, denn Natalie ist im Gegensatz zu April ungebunden und ihr und Will trauere ich ohnehin nicht mehr hinterher. Ob ich aber wirklich begeistert davon bin, wird nur die Zukunft zeigen.

Abseits von potenziellen Liebesgeschichten braucht eine Arztserie natürlich auch Patientenfälle und diese funktionieren in dieser Woche sehr gut. Natalie hat es mit einer jungen Mutter zu tun, die zwar besorgt um ihr Baby Axl ist, dabei aber dennoch seltsam unbewegt scheint. Ich fand diesen Fall sehr spannend, denn die Lösung zu diesem Verhalten lag wirklich nicht auf der Hand und das zwischenzeitliche Miträtseln hat sich ebenfalls gelohnt. Letztlich kommt raus, dass Julia aufgrund einer fehlenden Gens keinen Schmerz und dadurch auch gewisse Emotionen nicht empfindet, was bei ihrer zweiten Erkrankung, Morbus Crohn, fast schon ein Geschenk ist. Am Ende war es dennoch ergreifend, dass sie Emotionen zeigen konnte, denn obwohl es ihr Natur eigentlich nicht zulässt, ist sie von tiefer Liebe und damit von Sorge für ihr Baby erfüllt. Das war Mutterliebe par exellence und damit bei Natalie bestens aufgehoben.

Der zweite große Patientenfall hat nahezu das halbe Personal in Atem gehalten, aber nicht nur die, sondern definitiv auch die Zuschauer. Der Fall vom adoptierten Jamie, der bereits in jungen Jahren von einer Reihe von Symptomen psychischer Erkrankungen gebeutelt ist, war nur schwer zu ertragen. Das gesamte Personal hat mit ihm gelitten, auch wenn sie ihn aus erster Hand an einen dunklen Ort haben gehen sehen. Vor allem Dr. Daniel Charles hat sich hier intensiv hineingekniet, weswegen es ihn schwer getroffen haben muss, dass dem Jungen nicht "einfach" zu helfen ist. Zudem muss er einen Vorschlag entwickeln, den man eigentlich gar nicht zu Ende denken möchte, da er das Schlimmste und das Beste in einem ist. Damit die psychiatrische Behandlung von Jaime gewährleistet werden kann, müssen ihn die Adoptiveltern zurücklassen, da er in den Händen des Staates in die entsprechende Einrichtung kommt und die Kosten übernommen werden. Das Entsetzen darüber bei den Eltern und schließlich auch bei Jamie mitanzusehen, war schon sehr heftig.

Dieser Fall nimmt verständlich auch April und Dr. Ethan Choi mit, da die beiden in ihrem Wunsch, eine eigene Familie zu gründen, von diesem Szenario tief getroffen sind. Ansonsten war ich aber überrascht, dass bis auf eine Szene ganz zu Anfang, als Maggie Lockwood April ermahnt, dass sie sich über ihre Zukunft klarwerden muss, das Drama hier nicht weiter ergründet wurde. Einerseits hat das wichtigeren Handlungen Raum gegeben, aber andererseits hoffe ich bald, dass der Kuss von April mit Marcel bald auf den Tisch kommt, denn die Auflösung zieht sich zu sehr hin.

Fazit

"Chicago Med" bietet eine Episode an, bei der man sich erfreulicherweise über kaum etwas ärgern muss. Stattdessen gab es Raum für emotionale Patientenfälle und erste Andeutungen für neue Liebesgeschichten. Aktuell ist die Tendenz auf jeden Fall richtig, da mit Hannah und Marcel zwei neue Figuren auch genutzt werden und nicht nur Beiwerk sind. So muss es weitergehen.

Lena Donth – myFanbase

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